: Rainer Gross
: Jahrtausendwende Roman
: Books on Demand
: 9783819270994
: Schrifttsteller-Zyklus
: 1
: CHF 6.10
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 220
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vor zwei Jahren ist er nach Nürnberg gezogen. In die Großstadt. Er will versuchen, von der Schrift-stellerei zu leben. Vor zwei Jahren hat er geheiratet, seine Frau studiert und arbeitet am Flughafen, er verdient mit VHS-Kursen und als Plattenverkäu-fer im Drogeriemarkt dazu. Gott ist da, aber fern. Im Bestehen Tag für Tag drückt sich ein Leben aus, das seine Geschichte noch nicht gefunden hat. Eine unsichere Existenz, bedroht von der Gleichgültigkeit der Welt, getragen täglich von Mut und kleinen Hoffnungen. Der erste Band des Schriftsteller-Zyklus von Rainer Gross.

Rainer Gross, Jahrgang 1962, geboren in Reutlingen, studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Theologie. Heute lebt er mit seiner Frau als freier Schriftsteller wieder in seiner Heimatstadt. Er wurde 2008 mit dem Friedrich-Glauser-Debütpreis ausgezeichnet. Bisher sind rund siebzig Titel von Rainer Gross erschienen. Zuletzt veröffentlicht: Novemberland (2023); Schafsgezwitscher (2023); Das heiratende Mädchen (2023); Jesus trinkt den Kaffee schwarz (2024); Café im Hof (2024); Abschied in Cork (2024); Es kommt ein Schiff (2024); Seminaristenblues (2025).

Zwei Tage vor Silvester sind sie wieder zurück. In der Lebkuchenstadt. In der Großstadt, die seit zwei Jahren seine Heimat ist. Auf der Rückfahrt, als sie von der Autobahn kommen, sieht er die Stadt wie zum ersten Mal, wie eine heimatlose Fremde. Ein Abschnitt seines Lebens ist zu Ende gegangen, das weiß er. Er ist froh, in die Fremde zu kommen, Abstand von zuhause zu haben. Von vielem hat er sich befreit in den letzten Monaten. Er hat nun etwas vorzuweisen: eine Wohnung, eine Ehe, eine Arbeit, eine Sicherheit, wer er sein darf: der Schriftsteller. Einen Parkplatz finden sie rasch, auf dem Weg zum Haus klingen ihre Absätze auf dem Asphalt, das Licht im Treppenhaus, der Briefkasten mit ihrem Namen. Es ist gut, wieder zuhause zu sein.

Lange vor Tagesanbruch: Weltraumnacht vor dem Fernseher, im stillen, unwirklichen Raum der elektromagnetischen Wellen. Ein Videoclip: goldenes Wasser des Ganges, in das einer eintaucht im Sprung von der Pagodenspitze, Glanz und Spiegelung, Blüten treiben wie Glas auf den Strömen, Herrinnen tauchen