: Detlef Smolinski
: Zwischen Alpen und Vermögen. Stiftungsähnliche Lösungen mit Liechtensteiner Lebensversicherungen. Vermögensanlage, Vermögensschutz, Nachlassplanung
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783961464739
: 1
: CHF 21.50
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: Wirtschaft
: German
: 98
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
In einer Zeit, die von hoher Staatsverschuldung, Inflation und instabilen Rentensystemen geprägt ist, steigt der Bedarf, hart erarbeitetes Vermögen vor den Auswirkungen dieser wirtschaftlichen Herausforderungen zu schützen und zu vermehren. Familienstiftungen aus Liechtenstein sind als bewährte Instrumente für Vermögensschutz, Vermögensstrukturierung und Nachfolgeplanung bekannt. Allerdings sind sie in der Regel aus wirtschaftlichen Gründen nur für Vermögen im mehrstelligen Millionenbereich sinnvoll. Dennoch sollte jeder Vermögensinhaber die Möglichkeit haben, sein Vermögen zu schützen und eine umfassende Vorsorge-, Steuer- und Nachfolgeplanung betreiben zu können. Lebensversicherungen aus Liechtenstein weisen in Bezug auf ihre Ausgestaltung und hinsichtlich ihres Ziels viele Gemeinsamkeiten mit Familienstiftungen auf. Somit bieten sie Inhabern von kleinen und mittleren Vermögen eine kostengünstige, unkomplizierte und flexible Alternative zur privatnützigen Familienstiftung in Liechtenstein.
Textprobe: 1.4. Die Vorteile einer 'Stiftung Light' mittels einer Liechtensteiner Lebensversicherung Die Einrichtung einer Familienstiftung in Liechtenstein zeichnet sich durch eine schnelle Durchführung innerhalb weniger Wochen aus, bedingt durch das flexible Stiftungsrecht und den kurzen Weg zur Behördengenehmigung im Vergleich zu Deutschland. Dennoch sind bei einer liechtensteinischen Familienstiftung steuerliche Herausforderungen zu berücksichtigen. In Deutschland fallen zudem steuerliche Transaktionskosten von mindestens 30 % auf das eingebrachte Vermögen an. Ebenfalls unterliegen die Gesamteinkünfte der Familienstiftungen in Liechtenstein der dortigen Ertragssteuer. Zudem empfindet der Stifter psychologisch betrachtet möglicherweise einen Kontrollverlust über das in die Stiftung eingebrachte Vermögen. Hinzu kommen erhebliche Kosten für die Einrichtung und Verwaltung der Familienstiftung. Trotz dieser Herausforderungen kann die Gründung einer liechtensteinischen Familienstiftung für Inhaber großer Vermögen wirtschaftlich durchaus sinnvoll sein. In solchen Fällen ist die Konsultation von Rechtsanwälten und Steuerberatern, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben, ratsam. Liechtensteinische Familienstiftungen müssen aus verschiedenen Gründen direkt in Liechtenstein geführt und verwaltet werden. Aufgrund des damit verbundenen Aufwands sollte das liquide Stiftungsvermögen aus wirtschaftlichen Gründen deutlich mehr als eine Million Euro betragen. Nicht jeder Vermögensinhaber ist jedoch ein mehrfacher Millionär. Was also tun, wenn man sein Vermögen vor politischen Risiken in Deutschland schützen und finanzielle Sicherheit für sich und andere gewährleisten möchte? Eine Alternative zur Familienstiftung in Liechtenstein bieten liechtensteinische Lebensversicherungen, auch als 'Stiftung Light' bezeichnet. Diese ermöglichen eine langfristige wirtschaftliche Absicherung für den Vermögensinhaber, Familienangehörige und andere Begünstigte - ohne die Komplexität und Kosten einer Familienstiftung. Im Unterschied zur liechtensteinischen Familienstiftung entfallen bei einer Lebensversicherung aus Liechtenstein keine steuerliche Transaktionskosten in Form der Schenkungssteuer, da es sich um den Abschluss einer Lebensversicherung handelt. Der Versicherungsnehmer behält darüber hinaus jederzeit die Kontrolle über die Kapitalanlagestruktur und Verwendung des Vermögens und kann nach Belieben Änderungen vornehmen. Die Erträge im Lebensversicherungsvertrag bleiben steuerfrei, solange sie dort verbleiben. Lediglich die Teilentnahmen aus dem Versicherungsvertrag und die Auszahlung von Leistungen unterliegen, wie bei deutschen Lebensversicherungen auch, der Einkommensteuer. Lebensversicherungen sind weltweit etabliert und politisch sowie rechtlich gut abgesichert. Die Politik sieht in Lebens- und Rentenversicherungen eine Möglichkeit zur Vermeidung von Altersarmut, insbesondere vor dem Hintergrund des Zustands der gesetzlichen Rente. Gleichzeitig leistet die Versicherungswirtschaft schon seit Jahrzehnten eine starke Lobbyarbeit. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist der größte Lobbyist im Bundestag. 'Stiftung ist ein großer Haufen Geld, umringt von Leuten, die welches wollen.' Verfasser unbekannt 2. Was ist eine Stiftung und welche Arten gibt es? Zunächst ein kurzer historischer Rückblick: Eine der ersten bekannten Stiftungen geht auf den antiken griechischen Philosophen Platon mit seiner Akademie zurück. Im Mittelalter dienten Stiftungen vor allem dazu, das Andenken an den Stifter aufrechtzuerhalten. Karitative Überlegungen führten zu sozialen Stiftungen wie Hospitälern, Waisenhäusern und anderen gemeinnützigen Einrichtungen. Ein dunkles Kapitel für Stiftungen war die NS-Zeit, in der das Nazi-Regime zahlreichen Stiftungen die Gemeinnützigkeit entzog. Dies ermöglichte es dem Staat, über Steuern auf die Vermögen der betroffenen Stiftungen zuzugreifen und sich diese anzueignen. Dabei plünderte man insbesondere jüdische Stiftungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten in der Bundesrepublik in den 1950er Jahren zunächst nur zögerlich erste Neugründungen von Stiftungen und erst nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 wurden sie wieder in größerer Zahl gegründet. Das Ziel einer Stiftung besteht darin, einen bestimmten gemeinnützigen oder wirtschaftlichen Zweck zu erfüllen. Um dies zu erreichen, bringt der Gründer einen Teil seines Vermögens in die Stiftung ein, von dem er sich damit fü