HAGEL UND BLITZ
Laurent hielt die Augen geschlossen und verlagerte vorsichtig sein Gewicht. Er musste kurz eingeschlafen sein. Einen Moment hing er einem vagen Gefühl der Zeitlosigkeit nach. Die schwüle Luft klebte auf seinem schweißnassen Gesicht und eine bleierne Schwere drückte seinen Körper in die zerwühlten Laken. Neben ihm zuckte Louise und zog schläfrig seinen Arm über ihre Mitte. Sein Daumen streifte ihre nackte Brust und warm flutete Begehren seinen schläfrigen Körper.
Als er sich später von ihr löste, pochte es schmerzhaft in seiner Hand. Laurent drehte sich auf den Rücken und schlug das Laken zurück, das feucht auf seiner Haut klebte.
»Du hast mich schon wieder gebissen.«
Mit Mühe öffnete er die Augen einen Spalt. Ein greller Blitz durchschnitt die samtene Dunkelheit und gleißendes Licht setzte seinen Kopf in Flammen. Laurent hielt sich die Hand schützend vor das Gesicht und wartete, bis der Schmerz nachließ. Er musste vorsichtig sein.
»Sch ..., du willst doch nicht, dass Mademoiselle uns hört.« Louise schlüpfte in ihr Hemd, schlich barfuß zur Tür und lauschte.
Die schweren Vorhänge hingen träge neben dem offenen Fenster. Am Nachthimmel dahinter stapelten sich dunkellila Wolken. Laurent zählte bis zehn, bevor rollend der Donner folgte.
»Sofort, Mademoiselle!« Louise verschwand durch die Türe.
Hastig suchte Laurent seine Sachen zusammen und wäre in der Dunkelheit beinahe gestolpert.
Louise kehrte mit einer Kerze zurück. »Es war nichts. Der Donner hatte sie aufgeweckt.«
Laurent stellte fest, dass er sein Hemd verkehrtherum übergezogen hatte. Er mahnte sich zur Ruhe und zerrte es sich wieder vom Leib. Er drehte das Hemd um, zog es an und stopfte es in die Hose. Sein Blick blieb an der geschlossenen Tür hängen. Es wäre für beide fatal, wenn Anne etwas ahnte. Mit den Fingern fuhr er sich durch die Haare und bündelte sie zum Zopf.
»Komm, lass mich das machen.« Louise drückte ihn auf den Stuhl vor dem Toilettentisch und zog Annes Bürste mit geübten Bewegungen durch sein Haar. »Magst du sie denn?«
Die Borste