: Barbara Heckler
: Die Schneckenlinie Das Dokument
: Books on Demand
: 9783769385601
: Die Schneckenlinie
: 2
: CHF 7.90
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 516
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Sie hatten noch nicht einmal dieselbe Gegenwart und seine Zukunft war von ihrer Vergangenheit fast zwei Jahrhunderte entfernt« Frankreich, Bretagne 1788: Am Vorabend der Französischen Revolution sind die Verwerfungen innerhalb der Gesellschaft deutlich zu spüren und der Ruf nach gleichen Rechten für alle Menschen wird lauter. Ein Dokument wird entworfen, das die Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit aller Bürger festschreibt, und geht verloren. Als der junge Adelige Laurent de Plourhan den Auftrag erhält, für den charismatischen Marquis de Lafayette dieses Dokument wiederzubeschaffen, zögert er. Bietet sich ihm hier eine Gelegenheit, sein Leben neu auszurichten, nachdem sich seine Zukunftspläne zerschlagen haben? Kann er diese Aufgabe bewältigen, obwohl er immer wieder aus seiner eigenen Zeitebene geschleudert wird? Frankreich, Bretagne 1988: Julien Kerouac hat die Schule abgeschlossen und träumt von einer Karriere als Gitarrist einer Rockband. Vicky Meinhardt aus Deutschland ist fest entschlossen, sich nie mehr zu verlieben. Von Anfang an fühlen sie sich zueinander hingezogen. Aber Vicky will ihre Gefühle unter Kontrolle halten und Julien merkt zu spät, was er wirklich will. Dann verschwindet Vicky plötzlich spurlos. Haben der undurchsichtige Geschäftsmann Aristide und die Suche nach einem zweihundert Jahre alten Dokument etwas damit zu tun? Als Laurent de Plourhan im 20. Jahrhundert auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse. Ein historischer Roman mit einer Prise Fantasy

Barbara Heckler schreibt historische Romane rund um die Französische Revolution und verknüpft gerne den historischen Hintergrund mit ein paar kleinen Fantasy Elementen (Zeitreisen). Sehr viele Jahre war sie in ihrem Beruf als Psychologin und Therapeutin tätig und das Schreiben musste nebenherlaufen. Seit einiger Zeit hat sie ihre Leidenschaft fürs Schreiben zum Hauptberuf gemacht und liebt es, endlich genügend Muse zu haben, verwinkelte Plots zu ersinnen, vielschichtige Figuren zu erschaffen und an Formulierungen zu feilen. Barbara Heckler ist verheiratet mit dem Autor Thomas Heckler und lebt in Pfaffenhofen an der Ilm. Sie liebt es zu lesen und zu reisen. Sie liebt italienisches Essen, bretonische Galettes und ganz besonders das Meer. Zitat: Ich liebe es, die Welt einer vergangenen Epoche auferstehen zu lassen. Mein Lieblingszeitalter ist das ausgehende 18. Jahrhundert in Frankreich, kurz vor der Französischen Revolution. Wenn dann noch eine Zeitreise möglich ist, wird es fantastisch.

HAGEL UND BLITZ


Laurent hielt die Augen geschlossen und verlagerte vorsichtig sein Gewicht. Er musste kurz eingeschlafen sein. Einen Moment hing er einem vagen Gefühl der Zeitlosigkeit nach. Die schwüle Luft klebte auf seinem schweißnassen Gesicht und eine bleierne Schwere drückte seinen Körper in die zerwühlten Laken. Neben ihm zuckte Louise und zog schläfrig seinen Arm über ihre Mitte. Sein Daumen streifte ihre nackte Brust und warm flutete Begehren seinen schläfrigen Körper.

Als er sich später von ihr löste, pochte es schmerzhaft in seiner Hand. Laurent drehte sich auf den Rücken und schlug das Laken zurück, das feucht auf seiner Haut klebte.

»Du hast mich schon wieder gebissen.«

Mit Mühe öffnete er die Augen einen Spalt. Ein greller Blitz durchschnitt die samtene Dunkelheit und gleißendes Licht setzte seinen Kopf in Flammen. Laurent hielt sich die Hand schützend vor das Gesicht und wartete, bis der Schmerz nachließ. Er musste vorsichtig sein.

»Sch ..., du willst doch nicht, dass Mademoiselle uns hört.« Louise schlüpfte in ihr Hemd, schlich barfuß zur Tür und lauschte.

Die schweren Vorhänge hingen träge neben dem offenen Fenster. Am Nachthimmel dahinter stapelten sich dunkellila Wolken. Laurent zählte bis zehn, bevor rollend der Donner folgte.

»Sofort, Mademoiselle!« Louise verschwand durch die Türe.

Hastig suchte Laurent seine Sachen zusammen und wäre in der Dunkelheit beinahe gestolpert.

Louise kehrte mit einer Kerze zurück. »Es war nichts. Der Donner hatte sie aufgeweckt.«

Laurent stellte fest, dass er sein Hemd verkehrtherum übergezogen hatte. Er mahnte sich zur Ruhe und zerrte es sich wieder vom Leib. Er drehte das Hemd um, zog es an und stopfte es in die Hose. Sein Blick blieb an der geschlossenen Tür hängen. Es wäre für beide fatal, wenn Anne etwas ahnte. Mit den Fingern fuhr er sich durch die Haare und bündelte sie zum Zopf.

»Komm, lass mich das machen.« Louise drückte ihn auf den Stuhl vor dem Toilettentisch und zog Annes Bürste mit geübten Bewegungen durch sein Haar. »Magst du sie denn?«

Die Borste