KAPITEL 1
EUROPA
„Ein Tier sieht in uns ein Mitgeschöpf, das in diese ganze Welt gehört. Bloß wir glauben, weil wir uns natürlich aus dieser Welt komplett heraus entwickelt haben, dass wir nicht mehr mitspielen dürfen. Die Natur lädt uns ständig ein: „Kommt und spielt wieder mit!“
Wir wollen das nicht wahrhaben.“
(Andreas Kieling)
Ich öffne meine Augen, blicke mich um und stelle fest, dass ich mitten in einem Wald stehe. Die Vegetation sieht vertraut aus, es muss wohl ein europäischer Wald sein.
Ich liebe Bäume. Aber meine botanischen Kenntnisse sind etwa so schwach ausgeprägt wie die Ehrlichkeit eines durchschnittlichen Politikers. Dementsprechend kann ich keine genaue Auskunft darüber geben, um welche Baumspezies es sich handelt. Ich tippe auf Tannen oder Fichten.
Darauf vertrauend, dass ich geführt werde, gehe ich einfach los. Der weiche Waldboden ist mit Moos bedeckt. Vogelgezwitscher umringt mich – ein wunderschönes Konzert, komponiert von der Natur selbst.
Ich schaue rüber zu einem Baum rechts von mir. Auf einem tiefliegenden Ast sitzt ein Vogel. Ich erkenne ihn als Eichelhäher. Er blickt mich an und sagt frei heraus: „Grüß Gott! Herzlich willkommen im Bayerischen Wald, mein Freund!“
Kaum hat er diese Worte ausgesprochen, stürzt er sich vom Ast