: Karin Dörnhofer-Neumann
: Leg dich nicht mit einem Highlander an! Ein Lea-und-Maik-Krimi
: Books on Demand
: 9783819253669
: Ein Lea-und-Maik-Krimi
: 2
: CHF 5.30
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: German
: 334
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein entflohener Gewaltverbrecher, ein einsam gelegenes Schloss in Schottland und der kühnste aller Highland-Kämpfer. Die 16-jährige Lea Winterberg wird noch einmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie kehrt zusammen mit ihrem Vormund, dem britischen Adeligen Sir Mortimer, und ihrem Freund Maik Mamba in ihre Heimatstadt Bad Steinach zurück, um gegen ihren ehemaligen Peiniger Jonas Bratzinger vor Gericht auszusagen. Nach ihrer Ankunft dort erfährt Maik, dass seine Mutter im Sterben liegt. Er muss Lea für ein paar Tage verlassen. Kaum hat diese die Gerichtsverhandlung überstanden, geht die Schocknachricht durch die Medien: Bratzinger ist auf dem Weg in die Haftanstalt die Flucht gelungen, Lea ist in großer Gefahr. Mortimers Bruder Charles organisiert die heimliche Reise von Lea und Mortimer zu seinem alten Studienfreund Alastair MacMurphy, der ein abgelegenes Schloss in den schottischen Highlands besitzt. Dort sind die beiden vorerst in Sicherheit. Oder doch nicht?

Karin Dörnhofer-Neumann ist 1960 in München geboren und in einer hessischen Kleinstadt aufgewachsen. Sie lebt seit 1994 in Rheinhessen. Die gelernte Industriekauffrau kam erst in den 1980er Jahren zum Schreiben und veröffentlichte ein Sachbuch mit dem Titel"Sekretariat". Nach einem umfassenden Schreibstudium kam im Jahr 2021 ihr erstes Kinderbuch im Selfpublishing auf den Markt, es folgten die beiden ersten Bände der Jugendkrimi-Reihe um Lea und Maik. Ihre Lieblingsautoren als Kind waren Erich Kästner und Enyd Blyton, später verschlang sie die romantischen Abenteuerromane von Victoria Holt, um sich seitdem vorwiegend der Lektüre von Krimis und Thrillern zu widmen.

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Die Fahrt über den Kanal als stürmisch zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Die stahlgraue See um das Fährschiff herum kocht, und noch ist Calais verdammt weit weg. Ein Blick von der windumtosten Reling auf die tanzenden Wellen überzeugt mich davon, den Rückzug ins Innere der Fähre anzutreten. Mortimer hält mir mit einem Grinsen die Tür auf.

Ich bin nicht der Typ, der seekrank wird, und der Bug des Schiffes pflügt unerschütterlich durch die See. Außerdem: Sollte wirklich ein Orkan im Anmarsch sein, würde der Fährverkehr vorsorglich eingestellt werden. Für die Mutigen unter den Reisenden, die alles hautnah erleben wollen, gibt es auf Deck genügend Verstrebungen und Halterungen, um sich festzuhalten. Es ist bloß ... ich fürchte mich vor dem Ziel unserer Reise.

„Möchtest du etwas essen?“ Mortimer macht eine Kopfbewegung zum Eingang des Restaurants. „Noch können wir einen Tisch ergattern.“

Ich grinse. „Nö. Kein Appetit.“

Wie schon auf meiner ersten Überfahrt habe ich das Gefühl, dass die meisten der lärmenden Passagiere nur an Bord sind, um sich die Bäuche vollzuschlagen. Kinder bekommen eine Gratis-Mahlzeit. Die übrigen Fahrgäste strömen in die hell erleuchteten Läden und Duty-Free-Shops der Passage. Es herrscht so etwas wie Partystimmung.

Mortimer deutet auf zwei freie Sitzplätze neben einer Reihe knallbunter Snack- und Getränkeautomaten. „Etwas zu trinken?“

„Mhm, ja, eine Cola wäre prima.“

Er zieht zwei Dosen. Ich lenke mich von meinen trüben Gedanken ab, indem ich dem vielsprachigen Stimmengewirr um uns herum lausche. Die einschmeichelnde Stimme von Ed Sheeran perlt aus den Lautsprechern. Durch Schnuppern versuche ich zu ergründen, welche Speisen im Restaurant angeboten werden. Die von der Gischt besprühten Fenster bieten lediglich einen Ausblick auf schmutzig-graue Wolken.

Ich nehme einen Schluck von meiner Cola. Dann entdecke ich Maiks Kopf hinter einer der Glastüren zum Deck. Er sucht uns. Als unsere Blicke sich treffen, stapft er herein und w