: Holger J. August
: Ausgeliefert Südtirol-Thriller
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868398422
: 1
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Aus dem Tagebuch eines Unbekannten: 'Ich liebe deinen Stil. Ich mag, wie du dich bewegst. Ich hasse dich trotzdem! Ich werde dich lehren, wie man mit Menschen umgeht. Alles hat Konsequenzen.' Auf wen hat es der Tagebuchschreiber abgesehen? Die Brixner Journalistin Marie Pichler rutscht nach ihrer Sensationsstory über die 'Bombenjahre' in eine Krise. Während ihre Freunde Jakob Brenner und der frühere Star-Journalist Tom Bauer aus Sterzing ihr helfen, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Maries neue Kollegin beim 'Boten', Nadine Burgstaller, ist vor einem Stalker von Innsbruck nach Brixen geflohen. Aber auch dort findet sie keine Ruhe. Die Angst nagt an ihr. Hat er sie wieder gefunden? So rinnt der Sand nun durch die Sanduhr. Wenn oben nichts mehr ist, dann ist es zu spät. Beeil dich. Viel ist nicht mehr da. Wer ist das Opfer? Wer der Täter? Ausgeliefert - ein spannender Südtirol-Thriller. Was zwischen Brenner und Bozen passiert, kann auch dich treffen. Immer und überall.

Holger J. August (geboren 1971) lebt und arbeitet in München, wenn er nicht gerade in Südtirol unterwegs ist. Mittlerweile bezeichnet er Südtirol als zweite Heimat, in der er viele Bekanntschaften und Freundschaften pflegt. Auch ist er dort als Berater und Coach für das Nachrichtenteam bei Südtirol 1 tätig. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er als Journalist. Erst für Tageszeitungen und die Nachrichtenagentur AP, später als Hörfunkjournalist für Radiosender in NRW, Hessen und Bayern. Seit 2017 präsentiert er die Frühnachrichten bei BAYERN3 im Bayerischen Rundfunk. Seine Leser finden ihn auf Facebook und Instagram, wo er sich immer auch für sie Zeit nimmt.

Montag, 16. September


Ein frischer Wind wehte durch die Innenstadt von Sterzing. Wie fast immer vom Brennerpass herunter, als würde eine Düse ihn verstärken. Der Herbst hielt allmählich Einzug. Die drückende Schwüle des Sommers war im Wipptal schneller vergessen als anderswo in Südtirol. Marie Pichler eilte im Slalom durch die Neustadt. Obwohl die Ferien in Italien und Deutschland schon vorbei waren, liefen immer noch viele Urlauber durch die Stadt. Ältere Wanderer mit klappernden Stöcken. Paare ohne Kinder. Paare mit eislutschenden Kleinkindern. Großeltern mit Enkeln im Kindergartenalter.

Die Bezeichnung Neustadt war so eine Sache für sich. In den Augen Deutscher war die ganze Sterzinger Einkaufsmeile eine einzige Altstadt. Aber die Gasse, die so hieß, endete am Zwölferturm mit dem Stadtplatz. Dahinter, vom Beginn der Wind-Düse aus Richtung Seilbahn kommend, lag die Neustadt mit ihren auch schon bejahrten Fassaden. So war der Turm für Marie immer so etwas wie ein Orientierungspunkt, wenn umherirrende Urlauber auf der Suche nach einer Hotel- oder Restaurantadresse nach dem Weg fragten. Mal antwortete Marie mit hinter, mal mit vor dem Turm. Der eigenen Logik folgend lag ihr Ziel hinter dem Turm – die Vinothek