Auf einem Bergbauernhof in der Nähe von Sterzing wuchs einst ein Bub auf. Sein Name war Matthäus Hänsele, aber man nannte ihn auch Pfeifer-Huisele oder einfach nur Huisele.
Diese Verkleinerungsform war überaus treffend, denn Huisele war von schmächtiger Statur und hatte es trotzdem faustdick hinter den Ohren. Während andere Kinder ab acht die Schulbank drückten, schlief es daheim gemütlich bis neun. Auf dem Schulweg trödelte es, schwatzte mit den Leuten und erheiterte sie mit Witzen oder lustigen Lügengeschichten. Hinter ihrem Rücken aber lachte es sie aus, weil sie nicht wussten, dass das Huisele es war, das ihnen nachts die Hühner stahl. Sie wussten auch nicht, dass bei ihm daheim dann bald Brathühnchen gegessen wurde. Sonst kamen nur Brennsuppe und Kartoffelgerichte auf den Tisch. Mehr gab der Hof seiner Eltern nicht her. Er war nur klein; die Felder waren steil und karg.
In der großen Pause trudelte Huisele endlich im Schulhof ein, zog die Mädchen auf und raufte mit den Buben. In der Klasse