: Leonard Herpich
: 2020, ein Jahr wie jedes andere? Weltbilder, Interpretationen von Weltereignissen und Zukunftsschau in der zeitgenössischen Mundanastrologie
: Books on Demand
: 9783819253973
: 1
: CHF 17.60
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: Religion/Theologie
: German
: 86
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Himmelssphäre übte seit jeher eine große Faszination auf die Menschheit aus. Dies ist in unserer Zeit jedoch nicht in geringerem Maße der Fall als im Altertum. Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Mundanastrologie in der Gegenwart, unter besonderer Berücksichtigung der Position der tropischen Astrologie. Die Ereignisse der Jahre 2020 bis 2026 zählen nach Meinung der Astrologinnen und Astrologen mit gleich sechs bedeutenden Konjunktionen und einem Epochenwechsel zu den turbulentesten des Jahrhunderts. Trotz einer großen Anhängerschaft hat die Astrologie bis jetzt äusserst wenig Interesse von Seiten der Geisteswissenschaften erfahren. Neben einer kleinen Einleitung in die grundlegenden Begriffe und die Deutung der relevanten Planeten enthält die Arbeit auch Problemfelder und eine Einschätzung für die Zukunft der Astrologie. Sie soll ein Beitrag zum Verständnis der inneren Sichtweise der tropischen Mundanastrologie, sowie der Weltsicht der Astrologie an sich sein. Durch die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten und die hohe Aktualität der Ereignisse ist die Astrologie ein noch junges und spannendes Forschungsfeld zugleich.

Leonard Herpich geb. am 27.09.1986 in Berlin. Studium der Indologie, Philosophie& Religionswissenschaften M.A. in Würzburg.

2. ASTRONOMISCHE GRUNDLAGEN


Das astrologische System ist ein Weg die Geschehnisse am Himmel über uns, symbolisch mit den Ereignissen auf der Erde und auch mit uns persönlich zu verbinden. Dabei muss es sich an den tatsächlichen Begebenheiten im Weltall orientieren welche sie vorfindet, um zu einem befriedigenden System der Interpretation zu gelangen. Die Grundlagen der astronomischen Vorgänge im Weltall haben deshalb weitreichende Auswirkungen auf den Inhalt und die Anlage des gesamten Systems, nur nicht zwangsläufig auf seine Ausgestaltung und Interpretation. Doch ist die Gestaltungsmöglichkeit so vielfältig, dass mit Recht von mehreren ‚Astrologien‘ gesprochen werden könnte, welche im Verlauf der Arbeit als astrologische Systeme bezeichnet werden.

Allen diesen, ist als Grundlage die Bewegung der Planeten vor dem Hintergrund der Sterne gemeinsam. Doch was genau ein Planet ist, wurde erst im Jahr 2006 durch die Internationale Astronomische Union (I.A.U.) neu definiert. Hierbei stellte sich heraus, dass diese Definition schwieriger durchzuführen war als angenommen. Die Definition eines Planeten unterschied diesen nur durch den Umstand, dass dieser die Umgebung um seinen Orbit ‚gesäubert‘ habe, von einem Kleinkörper. Wie ‚sauber‘ die Umgebung sein muss, wurde jedoch nicht näher definiert, was in Anbetracht der dutzenden Monde und kleineren Gesteinsbrocken, welche den Jupiter umkreisen oder den Ringen des Saturn eine gewisse astronomische ‚Sprengkraft‘ beinhaltet21. Die Resolutionen der I.A.U. sind bis heute umstritten und haben für die Entscheidungen der astrologischen Verbände keinerlei unmittelbare Bedeutung.

Der Blickpunkt, von welchem das Geschehen am Himmel beobachtet wird ist die Erde, weshalb diese auch nicht in den Horoskopen zu sehen ist. Nur wenige Astrologinnen und Astrologen nutzen heutzutage die Möglichkeit ein sonnen-zentriertes Horoskop zu erstellen, welches die Erde von außen betrachtet. Hiervon wurde unter anderen von Hans Taeger (1944 – 20