: Sabine Schroll
: Mehrkatzen-Haushalt Problemen vorbeugen - Konflikte erkennen - Lösungen finden
: Books on Demand
: 9783819285264
: 2
: CHF 20.40
:
: Hobbytierhaltung
: German
: 300
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Er ist den ganzen Tag allein. Sie ist so traurig, weil ihre Schwester verstorben ist. Dann können sie miteinander Spaß haben und spielen. So oder ähnlich sieht die Vorstellung aus, wenn die Idee auftaucht, seiner Einzelkatze eine Partnerkatze zu suchen. Leider ist dieser Wunsch nur allzu oft naiv und hat mit den Bedürfnissen von Katzen wenig zu tun. Katzen sind soziale Tiere - aber sie sind dabei doch recht anspruchsvoll. Mit entsprechender Auswahl zusammenpassender Katzen und guter Vorbereitung könnten viele Konflikte vermieden werden. Für die weniger harmonischen Haushalte kann mit Umweltmanagement, Hüttenspielen und der Einsicht, dass manche Katzen, die menschliche Regie brauchen, wieder Frieden organisiert werden. Und manchmal kann die Lebensqualität der Katzen nur mehr mit einer einvernehmlichen Scheidung erreicht werden.

Tierärztin Sabine Schroll ist seit über zwölf Jahren in der Kleintierpraxis tätig. Neben der allgemeinmedizinischen Betreuung beschäftigt sie sich mit der Therapie von Katzen (und Hunden) mit psychischen Störungen und berät deren Besitzer. Seit fast zwanzig Jahren lebt sie mit mehreren eigenen Katzen zusammen.

Ausdrucksverhalten


Für die Beurteilung des Befindens jeder einzelnen Katze und der Kommunikation untereinander im Mehrkatzen-Haushalt ist ein Verständnis des Ausdrucksverhaltens extrem wichtig. Für den Menschen kann das Erlernen der Katzensprache immer nur eine Annäherung bleiben, denn die Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten von Katzen unterscheiden sich erheblich von denen des Menschen. Die Welt der zahlreichen Gerüche und chemischen Informationen durch Pheromone, das Hören von Ultraschall oder die Wahrnehmung feinster Einzelbewegungen ist mit menschlichen Sinnesorganen überhaupt nicht erfassbar. Sehr viele zwischen den Katzen – bewusst oder auch unbewusst – übermittelte Informationen bleiben uns also verschlossen. Nichtsdestotrotz ist der einzige Weg, Katzen individuell, im Umgang mit uns Menschen und in der Beziehung untereinander besser zu verstehen, ihre Sprache bestmöglich zu erlernen.

Allgemeines

Wie bei jeder Sprache steht am Beginn das Lernen von einzelnen Wör ternund mitwelcher Struktur sie zu Sätzen zusammengefügt werden. Vor der Bedeutung – also der Interpretation einer Aussage – steht immer die Beschreibung und Analyse. Vorschnelle Interpretationen bergen das grosse Risiko für Missverständnisse und schränken die Sichtweise unnötig ein. Wann immer ein Verhalten unklar oder schwer verständlich ist, gilt es zurück an den Start und in die genaue Beschreibung zu gehen anstatt an der Interpretation festzuhalten.

Umgelegt auf die Katze bedeutet das, ihre Ausdrucksmöglichkeiten zunächst in Einzelteile zu zerlegen, diese einzelnen Elemente zu erkennen und z