Es gab Zeiten, in denen ich dachte, dass ich vollkommen zerbrochen war. Nichts konnte mehr bestehen, alles schien für immer verloren zu sein. Doch dann geschah etwas, das mich daran erinnerte, dass ein Phönix in meiner Welt lebt. Somit konnte ich wiedergeboren werden und meine Flügel ausweiten, um nach einer Zeit der Dunkelheit in einen neuen Tag zu fliegen. Ich machte die wertvolle Erfahrung, dass ich eine posttraumatische Belastung in ein persönliches Wachstum umwandeln konnte. Die anstehenden Veränderungen brachten mir neue Erkenntnisse und ich fand in meinem Schmerz das Licht wieder. An dem Tag jedoch, als die Dunkelheit über mein gesamtes Leben hereinbrach, habe ich nicht gewusst, dass so etwas möglich ist. Innerhalb kürzester Zeit verlor ich meine Gesundheit, meine Arbeit, meinen Partner, mein geliebtes Heim und sogar mein vertrautes Umfeld. Einfach alles, was zu meiner Existenz gehörte.
Dieser autobiografische Roman wäre nie entstanden, wenn mich das Schicksal nicht vor langer Zeit in jene schmale Straße geführt hätte, wo ich Ariane begegnete, einer weisen Frau, die mit ihren Händen heilen konnte und mit Engeln sprach. In jener Zeit, in der ich mich so unerreichbar, verloren und so fremd fühlte, zerfiel alles zu Asche, was ich mir in meinem Leben aufgebaut hatte. Aber auf mysteriöse Weise trat diese weise Frau in mein Leben. Ich besuchte sie in ihrem Haus auf einer schmalen Straße, die in eine Sackgasse führte oder aus ihr wieder heraus. Ich musste diese neue Sichtweise jedoch erst noch erlernen. Als ich über die Schwelle ihres Hauses trat, schien es, als wäre ich in eine Welt voller Mysterien eingetreten. Die weise Frau berichtete von einer bisher unbekannten Welt, der Engelwelt von Atlantis. Bei unseren zahlreichen Treffen wurde mir das tief verwurzelte Wissen über die Kommunikation und die Arbeit mit den atlantischen Engeln zugänglich gemacht. Dadurch lernte ich ihre Weisheiten kennen.
Als mein Leben im Chaos versank und ich meinen Weg nicht mehr finden konnte, war sie es, die mir bei der Bewältigung der neuen Abenteuer half. Von meinem Platz in einem der großen Ohrensessel, die vor einen Kamin standen, fiel mein Blick auf die Flammen, die gierig jedes Holzstück verschlangen und eine wohlige Wärme in dem kleinen gemütlichen Raum erzeugten. Auf dem Kaminsims befand sich eine mächtige Phönix-Statue, deren furchteinflößender Blick sich tief in meine Seele bohrte. Phönix ist ein mystischer Vogel, der in verschiedenen alten Kulturen für Wiedergeburt, Erneuerung und Unsterblichkeit steht. Das goldene bis rote Gefieder mit der Federkrone unterstrich diesen Vergleich. Doch der Fantasievogel war nur selten zu sehen. Wenn er von seinen Ausflügen zurückkehrte, ließ er sich im Tempel des Sonnengottes nieder und baute sich ein Nest aus Myrrhe. Bei Sonnenaufgang verbrannte Phönix im Feuer der Morgenröte, um aus der Asche verjüngt wieder davonzufliegen.
Später suchte ich in Märchen und Mythen nach der Weisheit des Phönix und fand sie als Symbol für Trost, Hoffnung und persönliches Wachstum. Der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung, der sich mit den Beziehungen zwischen Menschen und ihren Symbolen beschäftigte, sagte schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts: „Der Phönix und der Mensch haben viele Ähnlichkeiten.“ Ein Vogel, der in Flammen aufgeht, wiedergeboren und weiterlebt, ist ein Symbol für Stärke, Hoffnung und Transformation. Der Phönix symbolisiert die Widerstandskraft. Wenn alles in Flammen aufging, hatte ich die Chance, neu zu beginnen.
Auf der rechten Seite neben Phönix befand sich eine Statue von Gott Shiva, dem Zerstörer der Identität. Denn solange wir unsere Identität als das betrachten, was uns am wertvollsten erscheint, wird das, was darüber hinausgeht, nicht geschehen. Für viele ist sein meditatives und ruhiges Verhalten ein Vorbild und er unterstützt Menschen dabei, innere Stärke und Harmonie zu erlangen. Links von Phönix wacht eine riesige Drachenfigur über die Geschehnisse im Haus der weisen Frau. Der Drache ist ein Symbol für verschiedene Dinge. Jede Bedeutung unterscheidet sich je nach der Kultur. Im Allgemeinen werden Drachen als mächtige und mystische Kreaturen angesehen und werden oftmals mit Stärke, Mut und Glück assoziiert. Drachen können auch Weisheit und Schutz repräsentieren und sie werden oft mit Feuer und Zerstörung in Verbindung gebracht. Im Osten werden Drachen als mächtige und liebevolle Wesen betrachtet. Sie gelten als Symbol des Glücks.
In der gemütlichen Stube hing ein Kunstwerk, auf dem konnte ich einen feuerspeienden Vulkan sehen. Unter dem Bild befand sich ein kleiner Tisch, der wie ein Hausaltar dekoriert war. Das Bild erstrahlte in den Farben orange-rot-gelb und zeigte die heißblütige Pelé, eine