Das Glücksei und die weiße Schlange
E s waren einmal, so fängt dieses Märchen an, eine alte Frau und ihr genauso alter Mann.
Am Waldesrand hatten sie ein windschiefes Haus,
da schauten ihre acht Kinder heraus.
Trotz ihrer Armut hatten die Eltern es vollbracht,
all’ ihre Kinder, eines nach dem anderen,
über alle Jahre gesund erhalten,
und mit kargen Speisen groß gemacht.
Die älteren Kinder verdienten schon
mit saurer Arbeit, bei fremden Leuten ihr Brot.
Das linderte dem Rest der Familie die Not.
Es freute sie und war dazu ein wichtiges Gebot.
So ging es ihnen besser als in all’ den Jahren!
Wenig erfreut sie dann aber waren,
als ihnen im Alter ein neuntes Söhnchen ward geboren!
Damit sahen sie ihre Hoffnung auf ein besseres Leben verloren!
Doch sie nahmen das Kind als Gottessegen an
und haben sich geschworen,
dass, wer acht Kinder groß gemacht,
es auch bei dem neunten Kinde schafft!
So entschieden sie sich, es nach Christenbrauch
zur Taufe in die Kirche zu tragen.
Aber, was soll ich euch sagen?
Keiner wollte mit dem Kinde als Gevatter1 in die Kirche gehen!
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