: Theodor Nebl
: Das Glücksei und die weiße Schlange Estnische Märchen nach Irina Schelesnova
: Books on Demand
: 9783769349016
: 1
: CHF 7.90
:
: Erstlesealter, Vorschulalter
: German
: 334
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Estlands bezaubernde Märchenwelt euch ganz sicher gut gefällt! Nicht selten spielen darin Prophezeiungen und Patengeschenke eine Rolle, meistens einer supertolle! Prinzessinnen von bösem Zauber und von Drachen zu befrein fällt oftmals Bauernburschen ein. Manch einer, der als Dummling verlacht und dem der Vater nichts vermacht, hat es in der Welt zu was gebracht! Über böses Geschick, Liebe und Mut wird in den Märchen berichtet und auf Spannung nicht verzichtet! Und noch viel mehr und noch viel mehr! Lest die Märchen, das fällt nicht schwer. Dann werdet ihr staunend sehn, gereimt sind sie besonders schön!

Der Autor Theodor Nebl hat in seiner beruflichen Tätigkeit eine Reihe wissenschaftlicher Lehrbücher verfasst. Zur Freude seiner Kinder, Enkel und aller an Märchen interessierten Leser wechselte er vor einiger Zeit das Genre. Nun widmet er sich den Märchen aus aller Welt. Er erzählt die Märchen neu und setzt sie in Reime. So entstand frei nach den Gebrüdern Grimm unter anderem die zehnbändige Reihe »Gereimte Märchen« und zuletzt der Titel »Die Goldspinnerinnen«. YouTube-Kanal: Opi Theos gereimte Märchen

Das Glücksei und die weiße Schlange


E s waren einmal, so fängt dieses Märchen an, eine alte Frau und ihr genauso alter Mann.

Am Waldesrand hatten sie ein windschiefes Haus,

da schauten ihre acht Kinder heraus.

Trotz ihrer Armut hatten die Eltern es vollbracht,

all’ ihre Kinder, eines nach dem anderen,

über alle Jahre gesund erhalten,

und mit kargen Speisen groß gemacht.

Die älteren Kinder verdienten schon

mit saurer Arbeit, bei fremden Leuten ihr Brot.

Das linderte dem Rest der Familie die Not.

Es freute sie und war dazu ein wichtiges Gebot.

So ging es ihnen besser als in all’ den Jahren!

Wenig erfreut sie dann aber waren,

als ihnen im Alter ein neuntes Söhnchen ward geboren!

Damit sahen sie ihre Hoffnung auf ein besseres Leben verloren!

Doch sie nahmen das Kind als Gottessegen an

und haben sich geschworen,

dass, wer acht Kinder groß gemacht,

es auch bei dem neunten Kinde schafft!

So entschieden sie sich, es nach Christenbrauch

zur Taufe in die Kirche zu tragen.

Aber, was soll ich euch sagen?

Keiner wollte mit dem Kinde als Gevatter1 in die Kirche gehen!

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