: Julie Soto
: Rose in Chains Roman - Your next Romantasy Obsession
: Goldmann Verlag
: 9783641331122
: Die Evermore-Reihe
: 1
: CHF 11.70
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: German
: 640
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Er ist ihr größter Feind. Und das dunkelste Geheimnis ihres Herzens ...

Früher einmal herrschte ein brüchiger Frieden zwischen den Reichen Evermore und Bomard. Um ihn zu wahren, besuchten Kinder beider Seiten gemeinsam ein Internat, wo sie ihre magischen Kräfte schulten. Doch dann kam es zum Krieg, und nun haben die dunklen Mächte Bomards gesiegt. Die junge Briony Rosewood gerät mit vielen Frauen ihres Hofes in Gefangenschaft. Ihrer Magie beraubt, werden sie in einer dramatischen Auktion versteigert. Als letzte Prinzessin ihres Hauses, in deren Adern goldenes Blut fließen soll, erzielt Briony den höchsten Preis. Ausgerechnet Toven Hearst soll sie von nun an besitzen. Seine Familie gehört zu den mächtigsten Bomards, und Toven ist Brionys Todfeind. Doch der hochgewachsene Mann mit den silbrig-weißen Haaren ist auch der heimliche Schwarm ihrer Schulzeit …

Für alle, die diese Tropes lieben:
Enemies to Lovers
Forbidden Love
Royal Romance
Villain gets the Girl
From two different World

Julie Soto ist eine USA-Today-Bestsellerautorin, Dramatikerin und Schauspielerin aus Sacramento, Kalifornien. Ihr Musical »Generation Me« wurde beim New-York-Musical-Festival 2017 als bestes Musical ausgezeichnet, ihr Drehbuch außerdem als Best Book. Sie ist ein Musical-Theater-Freak, ein Fandom-Nerd und die Autorin vieler prickelnder Fan-Fiction-Storys. Julie lebt heute mit ihrem Hund Charlie in Fort Bragg. Wahrscheinlich trinkt sie gerade Kaffee, während im Hintergrund eine Jane-Austen-Verfilmung läuft.

Kapitel 2


Sechs Stunden zuvor

Briony saß am Schreibtisch in ihrem Schlafzimmer, den Blick fest auf den Dampf gerichtet, der sich wie tanzende Flammen über ihrer Teetasse kräuselte. Mit einem geistesabwesenden Fingerschnippen stellte sie sich ihre Lieblingsweide unten am Seeufer vor und sah dem Dampf zu, der tat, wie ihm geheißen, und sich zu einem Baumstamm zusammenballte, um dann in hunderten schilfigen Zweigen herabzufallen und das Wasser zu küssen.

Manchmal war es einfacher, irgendetwas Unwichtiges zu verzaubern, wenn ihr der Zauber nicht einfallen wollte, den es bräuchte, um die Welt wieder geradezurücken. Der Dampf über der Teetasse malte ein hübsches Bild, wo schon das Bild, das sich außerhalb der Burgmauern bot, so ganz und gar nichts Hübsches hatte.

Sie fasste nach dem summenden magischen Faden zwischen ihren Augen. Der durchscheinende Nebel über dem heißem Tee bauschte sich und enthüllte den See daneben, und in ihrer Fantasie sah sie die Silhouette eines schlanken, großgewachsenen Jungen, der gleich neben dem Baumstamm saß. Gerade hatte sie das Buch in seinen Händen heraufbeschworen, da ging ihre Schlafzimmertür auf. Briony schreckte hoch, die Weide war verschwunden, und der Dampf kräuselte sich wieder wie eh und je.

Mit einem Ruck drehte sie sich um und fühlte sich beinahe auf frischer Tat ertappt, da sah sie Rory in der Tür stehen.

»Ist es schon so weit?«, fragte sie mit einem Blick zur Uhr.

»Nein, ich … wollte bloß mal vorbeischauen.«

Briony verzog das Gesicht. »Tu das nicht.«

»Was denn?«

»Dich verabschieden.«

»Schön, dann eben nicht.«

»Gut.«

Seine Lippen zuckten. Die Ähnlichkeit zwischen ihnen war nicht zu übersehen: derselbe geschwungene Mund, dieselben braunen Augen, dieselben Wangenknochen. Seine Nase war breiter, wie die von ihrem Vater, dafür hatte seine Zwillingsschwester wellige Haare wie ihre Mutter, aber ansonsten glichen sie sich wie ein Ei dem anderen.

Rory hakte die Daumen in die Hose, die er eigens für die alles entscheidende Schlacht hatte schneidern lassen. »Aber sei gewarnt, Didion will sich auch noch von dir verabschieden. Und bestimmt hat er dir mehr zu sagen als bloß auf Wiedersehen …«

Briony stöhnte entnervt und sah zur hohen Zimmerdecke. »Alles deine Schuld«, sagte sie. »Hättest du Cordelia keinen Antrag gemacht, wäre Didion nie auf so einen dummen Gedanken gekommen.«

Rory ließ sich auf ihr Bett fallen. »Mal im Ernst, der ›Gedanke‹ ist ihm vermutlich gekommen, weil du dich mit ihm zu Mitternachtsspaziergängen verabredet hast …«

Sie schnappte nach Luft. »Woher weißt du das? Das ist über ein Jahr her, und wir sind bloß spazieren gegangen, weiter nichts!«

Rory schaute ihr in die Augen. »Und tagsüber hattest du leider keine Zeit zum Spazierengehen?«

Briony biss sich auf die Lippe. »Also schön, vielleicht war da ein klitzekleines Bisschen mehr …«

Rory hielt sich die Ohren zu. »Hör auf.«

»Aber ich schwöre dir, meine Unschuld ist unversehrt.«

Er drehte sich auf den Rücken und kniff die Augen fest zusammen. »Halt den Mund, bitte, ich flehe dich an.«

Lachend ließ Briony sich auf die andere Bettseite fallen. »Will sich sonst noch jemand verabschieden? Gibt es noch mehr Verehrer, von denen ich wissen sollte?« Sie bauschte ihr fließendes Sommerkleid auf und strich es glatt.

Rory lächelte, aber seine Mundwinkel zeigten nach unten wie schmelzende