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Raum für Mensch und Tier:
Warum Naturschutz ein biblisches Thema ist
Vor einigen Jahren sind wir aus der Stadt aufs Land umgezogen. Unser Haus liegt am Rand des Dorfes. Direkt hinter dem Garten beginnt der Wald. Zum ersten Mal habe ich bewusst wahrgenommen, von wie viel Natur wir eigentlich umgeben sind. Wie viele Wesen betrachten unser Grundstück ebenfalls als ihr Eigentum: Da gibt es alle Arten von Vögeln, z.B. Meisen und Rotkehlchen, aber auch ein Pärchen von Eichelhähern, die offensichtlich in der Nähe nisten, ebenso ein beeindruckendes Krähenpaar, das auch die gesamte benachbarte Parklandschaft sein Reich nennt. Eichhörnchen leben in den Bäumen, Maulwürfe haben ihr Zuhause unter unserer Grasnarbe gefunden, Fledermäuse im Spalt hinter den Fassadenschindeln. Von der Rückseite des Zauns her beäugt uns im Winter das Rotwild.
Dazu kommt eine unüberschaubare Vielzahl an Insekten und anderen fliegenden, krabbelnden und kriechenden Tierchen. Unter jedem Stein, den man hochhebt, stürmt eine Assel oder ein anderes kleines Etwas mit vielen Beinchen davon. Jeder Spatenstich bringt einen Regenwurm zum Vorschein. Ameisen unternehmen ihre Kolonisierungsversuche an allen möglichen und unmöglichen Stellen rings um das Haus. Das Weibchen des Weberknechts zog in der Kellerecke ihre Jungen auf. Auch eine Kröte hüpfte schon im Wohnzimmer herum und eine Maus fand ihre letzte Ruhestätte unter einem Abstellregal. Wir Menschen sind hier eindeutig in der Unterzahl!
Vielfalt der Arten und der Lebensräume
Die Menschen, die unter der Leitung des Heiligen Geistes die Schöpfungsgeschichte aufgeschrieben haben, müssen gute Beobachter gewesen sein, kluge Philosophen und auch begabte Poeten: Sie beobachteten die Natur um sich herum, Gott ließ sie das Zueinander von Lebensräumen und Lebewesen