: Conrad Eibisch, Emil Kautzsch
: Apokryphe Schriften zum Alten Testament
: Books on Demand
: 9783769386578
: Schätze der christlichen Literatur
: 1
: CHF 8.80
:
: Religiöse Schriften, Gebete, Gesangbücher, relig. Meditationen
: German
: 864
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Apocrypha. Das sind Bücher: so nicht der heiligen Schrifft gleich gehalten: und doch nützlich und gut zu lesen sind." D. Martin Luther. Ebenso umfangreich wie der Kanon des biblischen AltenTestaments ist der Corpus derjenigen Schriften aus jüdischer und christlicher Tradition, welche nicht in diesen aufgenommen wurden. In vorliegendem Band sind jene Werke zusammengetragen: Es wird berichtet von der Schöpfung der Welt; es finden sich darin Historiker, Weisheitslehrer und Propheten: Henoch erzählt vom Fall der Engel, Salomo dichtet seine Psalmen und die ehrwürdigen zwölf Patriarchen hinterlassen ihr Testament an die nachfolgenden Generationen der Menschheit... So sind diese Schriften nicht nur historisch ein besonders wertvoller Schatz: Sie sind Zeugnis der unermüdlichen Tätigkeit und des Sehnens frommer Menschen nach dem Reiche Gottes und eröffnen nicht zuletzt dem heutigen Leser einen Blick in die Geistes- und Gedankenwelt des jüdischen wie auch des christlichen Altertums.

1. Testament des Abraham.


1. Kap. Michaels Auftrag: 1 Als Abrahams Todestag herankam, da sprach der Herr zu Michael: 2 Erhebe dich und geh zu meinem Diener Abraham und sage ihm, er solle jetzt die Welt verlassen: 3 „Sieh, deines kurzen Lebens Tage sind erfüllt“, daß er vor seinem Tod sein Haus bestelle!

2. Kap. Michaels Besuch bei Abraham: 1 Und Michael zog hin und kam zu Abraham und fand ihn vor den Pflugstieren sitzen; er aber war nach seinem Aussehen sehr alt und herzte eben seinen Sohn. 2 Als Abraham den Erzengel Michael erblickte, erhob er sich vom Boden, grüßte ihn, obwohl er ihn nicht kannte, und sprach zu ihm: 3 Gott schütze dich! Erhebe dich und ziehe glücklich deines Wegs! 4 Und Michael gab ihm zur Antwort: Du bist so milde, edler Vater. Da gab ihm Abraham zur Antwort: 5 Komm, Bruder, zu mir her und setze dich ein wenig nieder, daß ich dir Fleisch vorsetzen lassen kann! 6 Wir wollen uns zu meinem Haus begeben! Da ruhe bei mir aus! Denn es will Abend werden. Und morgen ziehe hin, wohin du willst! Sonst möchte dir ein schlimmes Tier begegnen und dich beschädigen. 7 Da sagte Michael zu Abraham: Ach! Sag mir deinen Namen, eh ich dein Haus betrete, daß ich dir nicht beschwerlich falle! 8 Da gab ihm Abraham zur Antwort: Es nannten meine Eltern mich einst Abram; dagegen ward ich Abraham vom Herrn genannt, indem er sprach: „Erhebe dich und ziehe fort aus deinem Haus, aus deiner Sippe und gehe in ein Land, das ich dir zeigen will!“ 9 So zog ich in das Land, das mir der Herr gezeigt. Er sprach zu mir: „Du heißest nicht mehr Abram, sondern Abraham.“ 10 Da sagte Michael zu ihm: Gestatte mir, mein Vater, du besorgter Gottesmann! Ich bin ja fremd; doch hörte ich von dir, du seiest vierzig Stadien weit gegangen und habest da ein Rind geholt und es geschlachtet, als du in deinem Hause Engel rasten ließest und ihnen Herber