Die Menschen fliegen zum Mond und wohl bald auch zum Mars. Wissenschaftler tüfteln an Medikamenten, die ein längeres Leben ermöglichen. Die steigende Lebenserwartung von Männern und Frauen ist für viele ein Hoffnungsschimmer auf ein Leben jenseits des 100. Geburtstages.
Aber über das Sterben spricht man nicht. Wer sich damit befasst, wird nicht selten als Pessimist abgestempelt. Die Endlichkeit des Lebens wird automatisch mit negativen Gedanken in Verbindung gebracht. Dabei gehört der Tod ebenso zum Leben wie die Geburt. Vielleicht ist es die Angst, sich dem Unvermeidbaren zu stellen. Ein absolutes „No-Go“ in einer Gesellschaft, in der Schönheit, ewige Jugend und Perfektionismus einen hohen Stellenwert einnehmen. Ein Zeichen von vermeintlicher Schwäche – zeigt uns der Tod doch deutliche Grenzen auf in einer Welt, in der fast alles möglich und machbar scheint.
Wer sich mit dem Tod beschäftigt, wird nicht selten mit Fragen konfrontiert. Solche, die wir als unangenehm empfi nden und die wir am liebsten gleich wieder aus unseren Gedanken verbannen würden. Fragen, die uns aus unserer vermeintlich „heilen Welt“ herausholen und uns zwingen, den Blick auf unsere Ängste zu richten, jenseits unserer inneren Scheuklappen. Zugegeben, es gibt Schöneres, als sich mit dem eigenen Lebensende zu befassen. Der nächste Urlaub, die anstehende Gehaltserhöhung oder die Verwirklichung eines lang ersehnten Traums. Wir sind Meister im Verdrängen von unangenehmen Gedanken.
Der Umgang mit dem Tod ist vor allem kulturell geprägt. Religion, Rituale und auch die eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sterben prägen unsere Sichtweise auf den Tod. In der westlichen Welt unterliegen die religiösen Rituale dabei vor allem der christlichen Religion. Der Verstorbene wird auferstehen und der Körper begraben oder eingeäschert (mehr dazu ab S.→).
WUSSTEN SIE, …
… dass das Volk der Toraja auf der indonesischen Insel Sula