: Sabine Foraboschi, Bernardo Massimo, Daniela Moroder, Ulrich Seitz, Katarina Sunova, Renate Torggler
: Tabuthema Sterben Ein umfassender Leitfaden für die Begleitung auf der letzten Reise
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868397586
: 1
: CHF 15.90
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: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 144
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Leben ist endlich, und das für alle. Dennoch bleibt der Tod nach wie vor ein Tabuthema in der Gesellschaft: Über das Sterben spricht man nicht und die Endlichkeit des Lebens wird automatisch mit negativen Gedanken in Verbindung gebracht. Während für die Autorin und Krankenschwester auf einer inneren medizinischen Abteilung der Tod zum Arbeitsalltag gehört, erlebt sie regelmäßig, wie sich Angehörige eines sterbenden Mitmenschen in ihrer Rolle gänzlich überfordert fühlen. Ob Betroffene mit Diagnose und kurzer Lebenserwartung, Angehörige von Palliativpatienten oder Menschen, die sich mit dem eigenen Ableben auseinandersetzen - dieser Ratgeber soll Quelle der Erkenntnis, der Verbindung und des Trostes sein. Beiträge von Expertinnen und Experten aus Südtirol schildern, warum so viele Menschen Angst vor dem Tod haben und welche Sterbephasen es gibt, beschreiben, wie der Weg von einer Diagnose bis zum letzten Atemzug aussehen kann und welche Stationen und Möglichkeiten relevant sind. Sie erklären, welche Rituale die Menschheit kennt, inwiefern Spiritualität helfen kann und was man vor dem eigenen Tod noch regeln sollte. Dieses Buch macht es leichter, sich mit dem schweren, aber unvermeidlichen Thema auseinanderzusetzen.

Sabine Foraboschi, geboren 1978 in Bruneck, Krankenpflegerin und Autorin verschiedener Bücher zu gesundheitlichen und sozialen Themen, in denen die Autorin ihre langjährige Berufserfahrung im Gesundheitssektor an die Leserschaft weitergibt.

Leben und sterben


Tabuthema Sterben


Die Menschen fliegen zum Mond und wohl bald auch zum Mars. Wissenschaftler tüfteln an Medikamenten, die ein längeres Leben ermöglichen. Die steigende Lebenserwartung von Männern und Frauen ist für viele ein Hoffnungsschimmer auf ein Leben jenseits des 100. Geburtstages.

Aber über das Sterben spricht man nicht. Wer sich damit befasst, wird nicht selten als Pessimist abgestempelt. Die Endlichkeit des Lebens wird automatisch mit negativen Gedanken in Verbindung gebracht. Dabei gehört der Tod ebenso zum Leben wie die Geburt. Vielleicht ist es die Angst, sich dem Unvermeidbaren zu stellen. Ein absolutes „No-Go“ in einer Gesellschaft, in der Schönheit, ewige Jugend und Perfektionismus einen hohen Stellenwert einnehmen. Ein Zeichen von vermeintlicher Schwäche – zeigt uns der Tod doch deutliche Grenzen auf in einer Welt, in der fast alles möglich und machbar scheint.

Wer sich mit dem Tod beschäftigt, wird nicht selten mit Fragen konfrontiert. Solche, die wir als unangenehm empfi nden und die wir am liebsten gleich wieder aus unseren Gedanken verbannen würden. Fragen, die uns aus unserer vermeintlich „heilen Welt“ herausholen und uns zwingen, den Blick auf unsere Ängste zu richten, jenseits unserer inneren Scheuklappen. Zugegeben, es gibt Schöneres, als sich mit dem eigenen Lebensende zu befassen. Der nächste Urlaub, die anstehende Gehaltserhöhung oder die Verwirklichung eines lang ersehnten Traums. Wir sind Meister im Verdrängen von unangenehmen Gedanken.

Der Umgang mit dem Tod ist vor allem kulturell geprägt. Religion, Rituale und auch die eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sterben prägen unsere Sichtweise auf den Tod. In der westlichen Welt unterliegen die religiösen Rituale dabei vor allem der christlichen Religion. Der Verstorbene wird auferstehen und der Körper begraben oder eingeäschert (mehr dazu ab S.).

WUSSTEN SIE, …

… dass das Volk der Toraja auf der indonesischen Insel Sula