: Christel Kannegießer-Leitner
: Psychomotorische Ganzheitstherapie Ein Therapiekonzept für zu Hause bei Menschen mit Cerebralparese oder Mehrfachbehinderung
: Books on Demand
: 9783769373745
: 1
: CHF 23.20
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: Gesundheit
: German
: 414
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Psychomotorische Ganzheitstherapie nach Kannegießer-Leitner® /PMG verbindet in der Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Cerebralparese oder Mehrfachbehinderung mehrere Therapiekonzepte zu einem individuellen, ganzheitlichen Therapieprogramm. Die Therapie zerfällt somit nicht in Einzelelemente (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie etc.), sondern ist interdisziplinär. Lücken oder Überschneidungen in der Therapie werden auf diese Weise vermieden. Die Eltern werden intensiv in die Therapie eingearbeitet, so dass sie zu Hause die entsprechenden Übungen mit ihrem Kind durchführen und die Therapie effektiv in den Familienalltag integrieren können. Auf diese Weise sind lediglich zwei bis drei Vorstellungstermine pro Jahr in der therapeutischen Praxis erforderlich. Die Autorin, Ärztin und selbst betroffene Mutter eines behinderten Kindes, hat die PMG aus ihrer eigenen Erfahrung heraus entwickelt und durch das aktuelle medizinisch-therapeutische Wissen ergänzt. In die aktuelle Ausgabe wurden zusätzliche Kapitel über die UK (Unterstützte Kommunikation), über Epilepsie, über das HEG basierte Neurofeedback (Hämoenzephalographie) und auch über neue motorische Hilfsmittel aufgenommen. In einem weiteren Kapitel sind Erfahrungsberichte von mehreren Patientenfamilien, die nach der PMG trainieren, zu finden. Ein Kapitel mit etlichen von der Autorin in verschiedenen Fachzeitschriften publizierten Artikeln rundet die Thematik ab.

Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner wurde 1954 als drittes Kind in eine Arztfamilie hinein geboren. Beide Eltern waren Hausärzte in eigener Praxis. Ihre zwei Jahre jüngere Schwester hat Trisomie 21. Auf diese Weise erfuhr Dr. Kannegießer-Leitner schon sehr früh, dass Behinderung ein Stück weit Normalität darstellt, denn zusammen mit dieser Schwester verlebte sie eine unbeschwerte Kindheit und Jugend. Nach dem Abitur begann sie in Freiburg ihr Medizinstudium. Das Praktische Jahr und die daran anschließende Assistenzarztzeit absolvierte sie in Karlsruhe und Rastatt. Nach der Geburt des ersten Kindes beendete sie ihre Tätigkeit als Assistenzärztin am Krankenhaus und begann als freie ärztliche Mitarbeiterin im IAS (Institut für Arbeits- und Sozialhygiene). 1986 wurde das zweite Kind, 1988 das dritte Kind - ein Junge mit Angelman-Syndrom - geboren. In demselben Jahr legte sie die Facharztprüfung zur Ärztin für Arbeitsmedizin ab. 1991 kam das Nesthäkchen der Familie zur Welt. Zunächst wandte sie sich, um ihren behinderten Sohn gezielter fördern zu können, der Therapie behinderter Kinder zu. Allmählich wuchs aus diesem privaten Interesse das Bedürfnis, dieses Interesse zum Beruf zu machen, so dass sie zusätzlich etliche Fortbildungskurse auf diesem Gebiet besuchte. 1993 eröffnete sie mit dem von ihr geschaffenen Therapiekonzept der Psychomotorischen Ganzheitstherapie (PMG) in Rastatt eine Praxis, in der sie Therapieprogramme für behinderte Kinder erstellt. Da auch die Nachfrage nach Hilfe für lediglich entwicklungsauffällige Kinder stetig zunahm, absolvierte sie noch weitere Kurse und Seminare, die speziell die Förderung von Kindern mit ADS/ADHS, LRS, Kindern mit Rechenschwäche und mit einer Sprachentwicklungsstörung zum Inhalt hatten. Mit diesem Wissen um die Förderung von Kindern mit lediglich umschriebenen Entwicklungsstörungen ergänzte und erweiterte sie das ursprüngliche Konzept der PMG (Psychomotorische Ganzheitstherapie nach Kannegießer-Leitner®). Heute sind sowohl Kinder mit einer Cerebralparese und mehrfachbehinderte Kinder als auch Kinder mit ADS/ADHS, LRS, Sprachentwicklungsstörungen und Rechenschwäche Dr. Kannegießer-Leitners Patienten. Diese kommen aus Deutschland, aus der Schweiz, aus Österreich, Italien, Frankreich, Belgien und Luxemburg in ihre Praxis.

Psychomotorische Ganzheitstherapie / PMG


 

Zusammensetzung der Psychomotorischen Ganzheitstherapie nach Kannegießer-Leitner® /PMG


In meiner Praxis erstelle ich Therapieprogramme nicht nur für behinderte Kinder, sondern auch für Kinder, die lediglich umschriebene Entwicklungsstörungen aufweisen, und auch für Erwachsene. Da alle diese Betroffenen entsprechend ihrer jeweiligen Entwicklung und entsprechend ihrer speziellen Beeinträchtigung ganz individuelle Förderung benötigen, ziehe ich es vor, mich nicht auf eine einzige Schule festzulegen, sondern erstelle meine Therapieprogramme unter Einbeziehung mehrerer unterschiedlicher Methoden, die zurzeit auf diesem Gebiet eingesetzt werden. Auszugsweise sei erwähnt, dass ich zur Verbesserung der Motorik Übungen von Bobath (1), von Kiphard (2,3) und zusätzlich Kreuzmuster-Übungen nach Padovan (4) oder auch Dennison (5) heranziehe. Kreuzmusterübungen, insbesondere die Kreuzmusterübungen auf dem Boden, setze ich auch ein, um die Atemtiefe zu verbessern, sollte dies neben den Atemübungen nach Vater und Bondzio (6) noch erforderlich sein.

Gerade in den letzten Jahren wurden etliche Hilfsmittel zur Verbesserung von Motorik mit Muskelkraft und Körpergeschicklichkeit entwickelt, die ich im Kapitel „Motorik“ vorstelle.

Zur Verbesserung des reinen Gleichgewichtes werden von mir Übungen nach Ayres (7) und Fröhlich (8,9) einbezogen. Die Verbesserung der Körpergeschicklichkeit bzw. Körperkoordination stützt sich zusätzlich noch auf Kiphard (2,3). Von Padovan (4) ziehe ich sehr gerne Übungen zur Verbesserung der Feinmotorik und Fingergeschicklichkeit heran. Zur Verbesserung des Tastempfindens werden wiederum größtenteils Übungen nach Ayres (7) oder Fröhlich (8,9) herangezogen, jedoch arbeite ich zur Verbesserung der taktil-kinästhetischen Wahrnehmung auch nach Anregung von Affolter (10,11). Die Übungen bei zentral blinden Kindern basieren auf den Empfehlungen der Frühförderzentren für sehbehinderte Kinder und somit auch auf der Basalen Stimulation von Fröhlich(8,9). Übungen zur Verbesserung der zentralen visuellen Verarbeitung gehen zum Teil auf Fröhlich (8,9) und auf Kiphard (2,3) zurück, aber auch auf Warnke (12,13). Auf Fröhlich (8,9) und Schmid-Giovannini (14,15) basieren die Übungen zur Verbesserung des Gehörs und des Sprachverständnisses, auf Warnke (12,13) wiederum die Übungen zur Verbesserung der zentralen auditiven Verarbeitung. Insbesondere die Sprachanbahnung fördere ich ganzheitlich, so dass für diesen Bereich wiederum die Kreuzmuster-Übungen nach Padovan (4), aber auch Übungen nach Schmid-Giovannini (14,15) zu erwähnen sind, neben den Übungen nach Affolter (10,11), Morales (16) und Warnke (12,13). Da auch für nicht sprechende Menschen Kommunikation eine große Bedeutung hat, ist die UK (Unterstützte Kommunikation) in der PMG nicht mehr wegzudenken und wird in einem eigenen Kapitel besprochen. Bei schwerstbehinderten Menschen und bei Menschen im Wachkoma wird ebenfalls das Therapieprogramm individuell zusammengestellt und enthält etliche Übungen nach Fröhlich (8,9).

Intelligenzfördernde Übungen sind, wie zu erwarten, den Bedürfnissen des Kindes entsprechend noch differenzierter zu betrachten. Hierzu gehören ebenfalls die Übungen zur Verbesserung in den einzelnen Wahrnehmungsbereichen, aber auch die Kreuzmusterübungen. Weitere Übungen finden sich u.a. ebenfalls bei Kiphard (2,3) und Montess