Bei Koriandergrün scheiden sich die Geister. Die einen sind Fan dieses Küchenkrauts und würzen damit fast jede Speise. Die anderen ekeln sich vor dem seifigen Geschmack. Koriander schmeckt nicht nur – oder eben nicht –, sondern steckt voller essenzieller Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und bioaktiver Substanzen.
Koriander ist ein sehr altes Gewürzkraut und wird bereits im Alten Testament und in altindischen Schriften erwähnt. Die alten Ägypter brachten den Pharaonen im Tempel Koriander dar. In Tutanchamuns Grab fand man Korianderkörner. Die alten Griechen und Römer würzten ihren Wein und ihre Speisen mit der Pflanze und verwendeten das ätherische Korianderöl als Bestandteil von Parfums.15 Hippokrates von Kos (um 460–370 v. Chr.) lobte Koriander als pflanzliches Medikament. Die Römer brachten ihn aus Südeuropa nach Mitteleuropa.
Koriander oder lateinischCoriandrum sativum L. ist ein anspruchsloser einjähriger Schirmblütler, der bis zu 60 Zentimeter hoch wächst und es gern sonnig mag. Er wird auch als »asiatische Petersilie« bezeichnet. Die weißen oder blass-rötlichen Blüten bringen runde blassrötliche oder gelb-braun gerippte Teilfrüchte zur Reife. Koriandersamen haben einen Durchmesser von 1,5 bis 3 Millimetern und können von Juli bis August geerntet werden. Die frischen Blätter und Wurzeln haben ganz andere Aromen als die Koriandersamen. Der mild-würzige, leicht süßliche Geschmack der Samen erinnert an Orangenschale.
Studien deuten darauf hin, dass es an den Genen liegt, ob man dem Kraut verfallen ist oder sich davor ekelt: Das »Koriander-Gen« OR6A2 liefert den Bauplan für einen Geruchsrezeptor; dieser registriert sogenannte Aldehyde, die in Koriandergrün konzentriert zu finden sind.16 Für manche Menschen – 17 Prozent in Europa, nur 3 Prozent in Südostasien und dem Mittleren Osten –, welche dieses Gen geerbt haben, schmecken Korianderblätter seifig bzw. »nach Spülmittel«. Der Studienleiter Nicholas Eriksson stellte allerdings fest, dass es durchaus möglich sei, sich als Korianderhasser mit der Zeit an den Geschmack zu gewöhnen.
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