Meine Geschichte
In meiner Kindheit war ich ein fröhlicher, aber auch sehr nachdenklicher Junge. Eher schüchtern und vorsichtig, manchmal sogar etwas ängstlich. Doch sobald ich mich sicher fühlte, konnte ich derjenige sein, der am lautesten war.
Schon damals hatte ich oft Angst vor Krankheiten und beschäftigte mich früh mit dem Thema Tod. Die Vorstellung zu sterben, machte mir große Angst. Dennoch habe ich meine Kindheit sehr genossen und nie bewusst wahrgenommen, dass manche Dinge nicht so liefen, wie ich es mir gewünscht hätte oder was ich in bestimmten Momenten gebraucht hätte.
Mir wurde beigebracht, stark zu sein und mich durchzusetzen, denn nur so würde man Respekt gewinnen. Aber was tut man, wenn man in Situationen gerät, in denen man trotz aller Stärke unterlegen ist? Ebenfalls lernte ich, dass ich stets der Beste sein müsse, wenn ich etwas anfange. Bereits früh entstand das Gefühl, dass meine Leistung nur dann genügend sei, wenn sie herausragend war. Es ging immer noch besser, selbst wenn ich mein Bestes gab, gab es immer etwas Größeres, Besseres, dem ich nacheifern konnte.
So bemühte ich mich, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, redete mir ein, stark zu sein, und versuchte, nach außen hin selbstbewusst zu wirken – auch aus meiner Unsicherheit heraus. Besonders in der Pubertät brachte mir dieses Verhalten in der Schule oft Schwierigkeiten. Ich geriet immer wieder in Streitigkeiten, eckte an und provozierte durch meine Art oft andere. Dabei habe ich niemanden schlecht behandelt, doch wenn man ständig betont, wie gut man sei, wirkt das wenig sympathisch.
Viele suchten gezielt nach meinen Fehlern, und da ich mit meinen Schwächen offen umging, fanden sie schnell Angriffspunkte, um mich zu verletzen. Heute weiß ich, dass mein Verhalten stark dazu beitrug, dass sich die Dinge so entwickelten. Doch damals wusste ich nicht, wie ich anders hätte bestehen können. Meine ständige Angst zu versagen und die Unfähigkeit, mich jemandem anzuvertrauen, zwangen mich dazu, mir einzureden, über den Dingen zu stehen – stärker zu sein als alles andere. Hinter dieser Fassade steckte jedoch ein verunsichertes Kind, das Sicherheit, Geborgenheit und Anerkennung suchte. Ich wollte einfach gesehen und gemocht werden, glaubte jedoch, dass ich nur durch Leistung Zuneigung verdienen könne.
Trotzdem hatte ich einen geliebten Freundeskreis, für den ich alles gegeben