»Frau Ehrenpreis, haben Sie die Reiseunterlagen für Freitag fertig?«
»Gewiss, Herr Dr. Gamber, liegt bereit, und der Reservierungscode für das ›Rice Carlton’ ist bereits auf Ihrem Handy«, beeilte sich die Angesprochene zu antworten.
Dr. Gamber nickte in ihre Richtung, was Frau Erika Ehrenpreis als Dank interpretieren durfte. Nach über fünfzehn Jahren Chefsekretariat kannte Frau Ehrenpreis ihren Chef in- und auswendig. Sie nur als Wächterin und Organisatorin des prall gefüllten Terminkalenders von Herrn Dr. Gamber zu bezeichnen, wäre einem mittelgroßen Affront gleichgekommen. Frau Ehrenpreis war so viel mehr. Sie organisierte die tagtägliche Agenda des Vorstandsvorsitzenden eines der führenden Medizintechnikunternehmen, korrespondierte mit den Geschäftspartnern weltweit in drei Fremdsprachen, von denen sie eine fließend und zwei gut beherrschte, erinnerte die Mitarbeiter an Abgabetermine und Fristen, organisierte Meetings in der Firma und außerhalb, wusste genau, in welches Restaurant der Chef mit den jeweiligen Businesspartnern gehen wollte, dachte an jeden Geburts- und Hochzeitstag und war seit dem ersten Tag ihrer Tätigkeit für Herrn Dr. Gamber immer vor ihm in der Firma. Wenn der Chef eine Viertelstunde später ins Vorzimmer kam, merkte Frau Ehrenpreis sofort an seinem Habitus, wie seine Befindlichkeit war, und dementsprechend konnte