: Ole Eric Barber
: Bollwark Insel der Ewigkeit
: Books on Demand
: 9783769384215
: 1
: CHF 6.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 426
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es ist mehr oder weniger eine Fügung des Schicksals, die den jungen Witwer Arne Freund im Winter 2019 auf die abgelegene Nordseeinsel Bollwark verschlägt. Bollwark - diese kleine von der Welt vergessene Insel der Bedeutungslosigkeit. Fernab der Schifffahrtswege und Touristenströme ist sie kaum mehr als ein sturmumtoster Flecken Erde, kaum höher als der Meeresspiegel, mitten in der rauen Nordsee vor Ostfriesland. Eine winzige Insel ohne Stromnetz, Kanalisation, Internet oder Handyempfang. Abhängig von der Versorgung durch das Festland. Ein Ort, den nur wenige und ganz besondere Menschen zu ihrer Heimat erklären. Was allerdings nicht nur an den harten Lebensbedingungen, sondern auch an den explosiven Hinterlassenschaften einer längst verlassenen Militärbasis liegen könnte - Betreten streng verboten! Eigentlich ein perfekter Ort, um sich vor der Welt zu verbergen und neue wie auch uralte Geheimnisse zwischen der Brandung und dem Sand der Dünen auf ewig zu bewahren. Ausgerechnet in dieser Einsamkeit und Abgeschiedenheit, mitten im norddeutschen Winter und fernab von den Segnungen der modernen Zivilisation, plant Arne, endlich den tragischen Verlust seiner Frau zu verarbeiten. Als er am menschenleeren Strand über eine unglaubliche Entdeckung stolpert, kommt eine Kette von Ereignissen in Gang, die seine eigene Zukunft und alles, woran er immer geglaubt hat, komplett auf den Kopf stellen wird: Menschen verschwinden, merkwürdige Besucher beziehen Quartier, die Lage eskaliert und Arne muss ein paar folgenschwere Entscheidungen treffen. Überraschende Unterstützung findet er bei den liebenswerten und etwas eigenwilligen Inselbewohnern, zwei fast alleinstehenden Damen, und nicht zuletzt bei der Insel selbst, deren Geist ihn auf ganz besondere Weise berührt und für immer verändert. BOLLWARK - Insel der Ewigkeit Ein Inselmärchen mitten in der Nordsee ... ... zwischen Liebe, Freundschaft, Abenteuer, Grusel und purer Gewalt. Ein Crossover. Fast wie im richtigen Leben, aber halt nur fast. Zum Glück ist alles völlig frei erfunden.

Der Autor: Ole Eric Barber, Jahrgang 1964, Rendsburger, Norddeutscher, Ehemann und Familienvater. Nach Berufsausbildung und Wehrdienst folgten ein Studium der Betriebswirtschaft und viele berufliche Jahre in Marketing, Werbung und Vertrieb mit Stationen bei verschiedenen Medienunternehmen und Agenturen in Hamburg, Kiel, Stuttgart und Hannover, bis eines Tages die Sehnsucht nach dem echten Norden und neuem Wirken zu groß wurde. Seit diesem Zeitpunkt ist er wieder zurück in seiner Heimat, lebt bei seiner Familie und schreibt unter Pseudonym und seinem echten Namen frei erfundene Geschichten.

Kapitel 3 – Aufbruch


Rumpelnd schlossen sich die Türen des Zuges, als sich dieser frühmorgens vom Hamburger Hauptbahnhof aus Richtung Cuxhaven in Bewegung setzte. Es war ein trüber Dezembertag und das Grau der Stadt schien sich mit dem Grau des Himmels vereinen zu wollen. Arne hatte Platz genommen und schaute aus dem von Regentropfen übersäten, schmutzigen Fenster.

Seit Monaten war diese Reise die erste vernünftige und zielgerichtete Aktivität, die er in Angriff genommen hatte. Daran war Rachel nicht ganz unschuldig gewesen, denn ihre nächtliche Erscheinung war nicht ohne Wirkung geblieben.

Arne hätte gern mit jemandem über seine transzendente Erfahrung gesprochen, doch er traute sich nicht. Wer würde ihm auch zuhören? Einem in Selbstmitleid zerfließenden Säufer. Tote besuchten einen nicht, und wenn doch, hatte man höchstwahrscheinlich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Das schloss er für sich allerdings aus. Er war in Trauer, trank, hatte abwechselnd Kater oder Depressionen oder beides, aber er war nicht wirklich verrückt. Also gab es nur eine logische Erklärung für sein Erlebnis. Arne hatte betrunken geträumt. So intensiv, dass er selbst davon überzeugt war, Rachel gesehen, gehört, gerochen und berührt zu haben. Dennoch arbeiteten sein Herz und sein Verstand in dieser Angelegenheit nicht zusammen. Zurück blieb nur Verunsicherung. Das Verrückte an dieser Erfahrung aber war, dass er alles dafür geben würde, eine solche Begegnung mit Rachel noch einmal erleben zu dürfen.

„Die Fahrkarten, bitte!“, forderte der Zugbegleiter und holte Arne aus den Tiefen seiner Erinnerungen, kontrollierte seinen Fahrschein und wünschte ihm eine gute Reise.

Arne bedankte sich und sortierte seine Gedanken. Er war neugierig auf das, was ihn auf Bollwark erwarten würde.

Er wusste nicht viel über das Eiland. Nur, dass es dünn besiedelt und marginal touristisch erschlossen war. Bollwark bestand zum größten Teil aus von Prielen durchzogenen Salzwiesen, einer wüstenähnlichen Dünenlandschaft und einer kultivierten Knicklandschaft mit Wiesen und Feldern im eingedeichten, bewohnten Bereich der Insel. Das Eiland war durch die Jahrhunderte hindurch unauffällig geblieben. Lediglich ein paar Fischer hatten sich dort niedergelassen und pflegten ihr karges Dasein.

Ihren Namen verdankte die Insel im ostfriesischen Wattenmeer einer uralten, primitiven Befestigung, deren Ursprung nie eindeutig geklärt werden konnte. Sturmfluten, Wind und Wetter hatten nicht mehr viel davon übrig gelassen. Nur die Reste ihrer Fundamente ruhten unter dem Sand der Insel. Das war alles.

Dramatische Geschichten von heldenhaften, kriegerischen Auseinandersetzungen wurden nicht überliefert. Das änderte sich auch nicht, als im Zweiten Weltkrieg ein paar Marineflieger mit ihren Maschine