So fing alles an – unsere erste Kreuzfahrt
Wer kennt es nicht, das bekannte Lied der Bläck Fööss, das meist im Karneval stimmungsvoll gesungen wird: Unser Stammbaum. Die 1. Strophe endet mit ...su fing alles aan und dann heißt es im Refrain ... do sin mer all he hinjekumme... Verlassen wir das Kölsch und auch Kölle, aber bleiben wir beim Text.
Nun, wie hat das mit dem Kreuzfahren angefangen? Aufmerksam wurden wir durch ein Reiseangebot in der Fachzeitschrift meiner Frau. Dort bot ein bekanntes Bonner Reisebüro eine Gruppenreise zum Indian Summer in den Neuenglandstaaten an, inklusive einer Atlantikkreuzfahrt und zu einem moderaten Preis. Da dachten wir uns, das wäre doch was für uns und haben gebucht: Kreuzfahrt, Busrundreise, Hin- und Rückflug.
Was uns jetzt noch fehlte, war die passende Ausstattung, festliche Kleidung und Koffer, in die alles hineinpasst. Im Kopf hatten wir die schicken Herrschaften auf den Ozeanriesen. Gegen die heutigen Kreuzfahrtschiffe würden sie wie kleine Zubringerschiffe wirken. Selbst der Schnelldampfer Deutschland war nur 200 Meter lang, erreichte aber 45 km/h, wie unser Schiff, die Jewel of the Seas der Reederei Royal Carribian mit ihren 300 Metern. Und das war vor 100 Jahren.
Zurück zur Kleidung. Meine Frau ließ sich ein Abendkleid schneidern, ich kaufte mir einen Smoking und ein Dinnerjacket von der Stange. Das war, wie sich später herausstellte, etwas übertrieben, brachte aber meiner Frau Eleonore Komplimente und mir Verwechslungen mit dem Personal ein, Stichwort Oberkellner.
Nun zur Kreuzfahrt: Das Schiff kam von einer Ostseereise und legte in Harwich an, einem kleinen Nest an der Nordseeküste von Kent. Über Le Havre, Plymouth und Cork ging es in den Atlantik, dann fünf Tage über den großen Teich. Über Portland in Main erreichte es die Neue Welt und machte in Boston endgültig fest. Von dort ging es in den Indian Summer.
Von unserer Kreuzfahrt berichte ich meist in Form von Tagebuchnotizen, die ich an unsere Töchter gerichtet habe. Von der Rundreise im Indian Summer streife ich kurz die Highlights.
Bis Harwich, England
Liebe Töchter,
um 4.30 Uhr ging es los, der Taxifahrer war pünktlich. Beim Einchecken in Köln- Bonn gab es Stau, e