AUGUST 1997
Der Maiskolben in meiner Hand fühlt sich schön fest an. Ich denke, er müsste schon reif sein, und drücke noch einmal zu. Der Mais steht hoch, hier sieht mich kein Mensch. Außerdem schlafen um diese Zeit noch alle. Ist gerade mal sieben und obendrein Samstag.
»Denkst du!«, tönt meine Nervensäge neben mir.
Ich höre den kritischen Unterton in ihrer Stimme, aber ich bleibe gelassen. Ihre Angewohnheit, sich anzuschleichen und alles zu kommentieren, was ich tue, regt mich mittlerweile nicht mehr auf. Ich habe gelernt, mit ihr zu leben. Sie folgt mir auf Schritt und Tritt, sie warnt mich, sie streitet, lacht und weint mit mir. Und immer dann, wenn ich mich fühle, als könnte ich die Welt erobern, dann leuchten ihre Alarmlampen rot auf. Sie sieht mich dann bereits wippend auf der äußersten Kante des Sprungbretts, gewillt, Schwung zu holen für den nächsten Höhenflug. Das ist der Moment, wo sie dazwischengrätscht, das kleine Miststück. Genüsslich reibt sie mir dann unter die Nase, wie naiv und selbstüberschätzend ich bin: »Du denkst wohl, alle haben nur auf dich gewartet?