KAPITEL 2
»Station vier«, platze ich ahnungslos heraus. Ich fühle mich so benebelt, dass ich mich gar nicht erinnern kann, welche Station das war. Aber ich bleibe nicht lang im Ungewissen.
»Die Zielübungen. Gern. Hier entlang.« Ms Laparter schreitet voraus und ich folge ihr mit schweren, unsicheren Schritten. Präzision als Erstes? Ob das eine gute Idee war, Raell? Ms Laparter führt uns in eine Ecke der Sporthalle. An der Wand steht eine Zielscheibe. Das Rot der Linien brennt in meinen Augen. Wir bleiben ein paar Meter entfernt neben einem Tisch stehen, auf dem drei Messer liegen.
»Ihre Aufgabe ist es, mit diesen Messern auf die Zielscheibe zu werfen.« Ms Laparter nickt mit ihrem Kopf Richtung Tisch. »Es handelt sich hierbei um technolgische Messer. Sie verfügen, wie auch die Zielscheibe, über magnetische Fähigkeiten. Die integrierte Software kann Ihre Treffer automatisch berechnen und sendet mir die Daten auf mein Tablet. Hintergrund dieser Übung ist es, dass wir auswerten möchten, mit welcher Präzision Ihr Gehirn arbeitet und dem Körper Anweisungen gibt und inwiefern es lernen kann, Ihre Präzisionsfähigkeit von Wurf zu Wurf zu optimieren.«
Ich habe noch nie in meinem Leben ein Messer geworfen. Wieso auch? Bisher habe ich nur einmal an einem Familienabend inHenry’s Bar mit ein paar Pfeil