: Marcel Schäfer
: Zeit oder Erinnerung Ein spannungsgeladener Medizin-Thriller
: Books on Demand
: 9783769394054
: 1
: CHF 8.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 436
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Heilung ohne Gestern Eine bahnbrechende Therapie gegen Hirntumore, die das Leben retten kann - doch um welchen Preis? Als der junge Lukas und der lebensweise, ältere Karl die verheerende Diagnose erhalten, stehen sie beide vor der gleichen, unmöglichen Entscheidung: das Medikament nehmen und alle Erinnerungen verlieren - oder die Krankheit akzeptieren und der Zeit den Lauf lassen. Für Lukas, dessen Leben gerade erst beginnt, scheint die Therapie die einzige Hoffnung auf eine Zukunft zu bieten. Karl hingegen klammert sich an die Erinnerungen an ein gelebtes Leben, das ihm niemand nehmen kann. Während Ärzte und Familienmitglieder ihre eigene Wahrheit in der Entscheidung der beiden suchen, enthüllt sich hinter der lebensrettenden Therapie eine komplexe Wahrheit: Ist es ein Wunder oder ein Geschäft? Doch je tiefer sie in das Netz der Pharmaindustrie eintauchen, desto mehr wird klar: Hinter dem Versprechen der Heilung verbirgt sich ein moralischer Konflikt, der für alle tödliche Konsequenzen haben könnte. Ein packender Medizinthriller, der die Frage aufwirft: Was ist das Leben wert, wenn wir die Vergangenheit dafür opfern müssen? Vergiss um zu leben

I


Karl


Karl saß in einem Wartezimmer, das ihm wie jedes andere erschien. Dass er die meisten seiner Arztbesuche in den letzten Jahren in ähnlichen Räumen verbracht hatte, irritierte ihn nur manchmal. Ein schaler Kaffee stand vor ihm, längst kalt geworden, und die wenigen Seiten eines Magazins, das einen warmen September besang, waren ohne Bedeutung. Für ihn war heute nur der kühle Raum wichtig – und die Tür, die bald aufging. Als Dr. Müller schließlich hereinkam und ihn mit einem Kopfnicken begrüßte, erhob Karl sich und folgte ihm schweigend. Er kannte den Weg durch die schmalen Gänge, wie man den Weg zum eigenen Schlafzimmer im Dunkeln kannte. Er hatte lange aufgehört, Details wahrzunehmen – die weißen Wände, die antiseptischen Gerüche, die sanften Stimmen der Schwestern im Flur.

Im Büro des Arztes setzte Karl sich. Dr. Müller war ruhig, beinahe zu ruhig, und für einen Moment fühlte Karl, wie sich eine Anspannung in ihm regte, die er nicht zuordnen konnte. „Herr Neumann,“ begann der Arzt, und das