Love Trip
Erste Regel für Butler: Verliebe dich niemals in deine Arbeitgeberin!
Lautlos fluchend stolperte Kyle hinter Mrs Cumberland her, je einen schweren Koffer in der Hand. Was hatte die Frau alles in ihrem Gepäck? Vielleicht sollte er weniger auf ihren knackigen Arsch gaffen, dann würde ihm das Gehen leichter fallen.
Ein weinrotes Stretchkleid schmiegte sich an ihre Traumkurven, ihr langes schwarzes Haar reichte fast bis zu den Hüften, und ihre Füße steckten in zierlichen Pumps, weshalb ihr süßer Hintern verlockend wackelte. Wenn sie ihn manchmal nicht so herablassend behandeln würde, könnte er sich glatt in sie verlieben.
Warum musste ausgerechnet seine Arbeitgeberin solch ein sexy Feger sein? Kyle seufzte. Er war eben auch nur ein Mann.
Zwanzig Minuten zuvor hatte ein Bus sie vom La Romana International Airport der Dominikanischen Republik zum Hafen gebracht. Es roch nach Salz und Seetang; der Himmel war strahlend blau, die Mittagssonne knallte auf sie herunter, und wegen der schwülen Luft klebte ihm das T-Shirt auf der Haut. Zum Glück musste er den Anzug und die weißen Handschuhe nicht tragen. Er wäre eingegangen.
Kyle freute sich auf die Karibik-Kreuzfahrt, auch wenn er nicht zum Urlauben mitreiste, sondern als Lucy Cumberlands Butler. Er machte den Job seit acht Jahren, nachdem er als Zweiundzwanzigjähriger die »International School for Butler« mit Auszeichnung bestanden hatte. Für Mrs Cumberland arbeitete er allerdings erst seit ein paar Monaten.
Als sie um ein Gebäude bogen und das gigantische Kreuzfahrtschiff in Sicht kam, schlug Kyles Herz schneller. Endlich raus in die Welt, nicht den ganzen Tag in dem riesigen Herrenhaus arbeiten. Die nächste Woche würde für ihn trotz des Jobs wie Urlaub sein. Als Butler kam er nicht viel herum, außer Mylady machte eine Reise. Was sie leider viel zu selten tat, obwohl sie eine Modefirma in London besaß, in Geld schwamm und sich fast alles leisten konnte, was sie wollte. Zumindest einen Butler, dem sie 7000 Pfund im Monat zahlte. Verwöhnte Lady hin oder her – knausrig war sie nicht. Dafür verzichtete er auf ein Privatleben und arbeitete quasi rund um die Uhr. Dennoch liebte er seinen Beruf.
Eine Gangway führte vom Hafen auf das riesige Schiff. Kyle reihte sich hinter seiner Arbeitgeberin in die Menschenschlange ein, bis sie an Bord von der Security empfangen wurden. Die forderte sie auf, ihre Bordkarten vorzuzeigen, und weiter ging es zu einem hüfthohen Spender mit Desinfektionsmittel. Alle mussten sich die Hände reinigen, damit keine Keime auf das Schiff gelangten. Eine Magen-Darm-Epidemie bei mehr als tausend Passagieren und über sechshundert Mitarbeitern wäre eine Katastrophe.
Kyle machte diese Prozedur nichts aus, da er es ohnehin sauber liebte.
Zu guter Letzt wurde ihr Handgepäck durchleuchtet, während die anderen Koffer direkt vom Flughafen in ihre Kabinen gebracht wurden.
Plötzlich bat eine Security-Mitarbeiterin sie in einen Extraraum. Mrs Cumberlands Tasche schien Probleme zu machen, oder war es nur eine Routinekontrolle? Am Flughafen hatten sie die Schleusen problemlos passiert.
Die Mitarbeiterin stellte das Gepäckstück auf einen Tisch und sagte zu Kyle: »Öffnen Sie bitte diese Tasche.«
Er machte sie auf, woraufhin die Security-Mitarbeiterin ein Seidenhemd auf die Seite schob und Handschellen herauszog.
Ihm stockte der Atem, doch Lucy – wie Kyle seine Arbeitgeberin in Gedanken nannte – lächelte, wobei sich eine sanfte Röte um ihre Nase ausbreitete. »Oh, das sind keine echten, sehen Sie, hier gibt es einen Knopf.«
»Ah, verstehe.« Die Kontrolleurin grinste schief.
Als Kyle einen intensiveren Blick in den Koffer warf, wäre er selbst rot geworden, wenn er seine Emotionen nach außen hin nicht perfekt unter Kontrolle hätte. Er entdeckte eine kleine Peitsche, Dildos, Vibratoren, Strapse …
»Ich bin schließlich hier, um Spaß zu haben«, sagte Lucy offenbar zu ihrer Verteidigung.
»Und den wünsche ich Ihnen beiden auch«, erwiderte die Dame. »Es is