: Eschlom Salem
: Der Mensch und das Unerschöpfliche
: Books on Demand
: 9783758336805
: 2
: CHF 8.80
:
: Philosophie
: German
: 156
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es wird nur erkannt, was eigentlich oder an sich schon da ist. Noch nie hat ein Mensch irgendetwas «erfunden», d.h. aus sich heraus völlig neu erschaffen. Er hat stets nur gefunden, aufgedeckt, entwickelt. Amerika war schon da, bevor es entdeckt wurde. Man hätte schon vor 2000 Jahren fliegen können, wenn man das nötige Wissen zur Verfügung gehabt hätte. Dieses Wissen war auch schon damals, aber der Mensch hatte es noch nicht gefunden. Alle Gedanken, Entwicklungen, Produkte und auch Irrtümer sind schon, und der Mensch kann sie durch Bemühung und Suchen entdecken. Seine Entdeckungen kann er verschieden kombinieren, Schlussfolgerungen daraus ziehen und solche Konstellationen je nach dem materiell in der Welt verwirklichen. Entscheidend ist die Wahl der Richtung seines Suchens, denn er findet nur, wonach er Ausschau hält. Darin ist er frei, aber auch verantwortlich. Das bedeutet, es gibt eine übergeordnete Ebene, in der alles ist. Wenn alles ist, dann ist es gleichzeitig, damit zeitlos oder ewig. (Der Eindruck von Zeit entsteht durch Bewegung im Raum: Werden und Vergehen im menschlich übersehbaren Raum.) Diese Ebene ist unermesslich, allumfassend, unerschöpflich, unendlich, unfassbar und unbenennbar. Da diese Ebene auch das menschliche Bewusstsein einschliesst, kann sicher angenommen werden, dass sie in ein Bewusstsein und Wahrnehmungsfähigkeit gefasst ist. Wir sprechen vom Unermesslichen, Unerschöpflichen, Unfassbaren, von der Ur-Sache. - Durch Bemühen und Suchen kann der Mensch unerschöpflich viel entdecken, und es so in die menschliche Welt bringen. Was der Mensch bisher erfassen kann, ist eine Ausformung jener unerschöpflichen Wirklichkeit, und es geht darum, diese Realität immer weiter zu erforschen und zu enthüllen. - Was ist Gott, und wie ist der Mensch mit dem verwoben? - Diesen Fragen geht dieses Buch aus einer neuen Perspektive nach. Es wurde zum Jahreswechsel 1989/90 in zwei Wochen geschrieben.

2. Mensch und Ur-Sache


Nun wollen wir uns damit beschäftigen, was der Mensch ist, bzw. wie er konstituiert oder konstelliert ist, und wie er mit dieser Konstitution umgehen bzw. entsprechende Wirkungen erzeugen kann. Dabei werden wir notwendigerweise auch auf die Ur-Sache zu sprechen kommen und noch einiges über sie und ihre Wirkungsweise erfahren.

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Die Epoche des ‹Christentums› wird als jene in die Zeitlichkeit eingehen, in welcher der Mensch sich mit der Macht auseinandersetzte. Die Höhepunkte dieser Entwicklung sind im ‹Reich› Hitlers und in den materiellen Auswirkungen von Marx zu sehen. Es ist zu hoffen, und sieht auch danach aus, dass der Mensch dabei gelernt hat, was er nicht tun soll bzw., was sich im Zusammenhang mit Machtausübung schädlich auswirkt. Ob er bereit ist, dies auch wirklich in die Tat zu bringen, wird sich aktuell daran erweisen, wie er mit der Macht umgehen wird, die er über die materielle Erde gewonnen hat. Stichwort: Umweltprobleme bzw. –zerstörung.

In unserem Jahrhundert vollzieht sich ein Übergang: Diese Epoche der ‹Bewältigung der Macht› wird abgelöst durch jene Epoche, in der der Mensch sich der Kräfte und Energien bewusst wird, und lernen soll, mit ihnen konstruktiv umzugehen. In der Physik, Psychologie und Soziologie wurden in unserem Jahrhundert entscheidende Erkenntnisse über Energien gewonnen, und damit entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt. Aktuell zeigt sich dieser Fokus, indem den Menschen bewusst wird, wie sehr sie auf Energien angewiesen sind, und wie schwierig es ist, mit ihnen einen konstruktiven Umgang zu finden: siehe unsere Energieprobleme in Bezug auf die Umweltproblematik.

Im Zuge dieser Entwicklung hoffen wir, dass es verstanden wird, wenn wir die Konstellation des Menschen auf dieser Ebene der wirkenden Kräfte bzw. Energien beschreiben.

In seinem konkreten Alltagsleben werden dem Menschen die Energien als das erfahrbar, was er mit ‹Intensität› bezeichnet, sei es jene von Empfindungen oder Gefühlen, von Ängsten, des Wollens, des Blickes, von Verspannungen, des Schmerzes etc. Die ‹Qualität› (Färbung) wiederum der jeweiligen Intensität wird bestimmt durch die ‹Einstellung›