: Hyuganatsu
: Die Tagebücher der Apothekerin (Light Novel): Band 3
: JNC Nina
: 9783989617025
: 1
: CHF 7.10
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: Kinder- und Jugendbücher
: German
: 408
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Mit der erneuten Schwangerschaft der Gemahlin Gyokuyo, der Favoritin Seiner Kaiserlichen Hoheit, herrscht Unruhe in der Jade-Residenz des Inneren Palasts. Alle sind darauf bedacht, Stillschweigen zu bewahren, um sie vor möglichen Anschlägen schützen, denn offenbar können scheinbar harmloser Klatsch und Tratsch beim Mittagstee allein schon verheerende Folgen nach sich ziehen. Maomao muss aber nicht nur als Vorkosterin ihre Herrin vor dem lauernden Unheil bewahren, sondern wird selbst wieder gegen ihren Willen in die inneren Angelegenheiten des Palasts und des Eunuchen Jinshi hineingezogen, der seinerseits ausländische Botschafter willkommen heißen muss. Solch wichtige Herrschaften dem Palast entsprechend den Empfang zu bereiten, ist für den wunderschönen Eunuchen ein Leichtes, doch als er mit einer höchst merkwürdigen Anfrage konfrontiert wird, kommt sogar ein perfektes Himmelsmädchen wie er an seine Grenzen ...

2. Kapitel: Katze


Eineinhalb Jahre nach ihrer Geburt war Prinzessin Linli eine kleine Wilde, ja, sie war zu einem wahrlich gesunden Kind herangewachsen.

Maomao mochte Kinder eigentlich nicht, aber die Prinzessin fand sie dann doch liebenswert. Außerdem war es wesentlich einfacher, für ein Kleinkind zu sorgen, als sich um ein Mädchen zu kümmern, das frisch ans Bordell verkauft worden war. In Maomaos Augen gab es kein frecheres Geschöpf als zehnjährige Mädchen.

Die Prinzessin musste sich nicht mehr festhalten, sondern lief nun freihändig; vor Kurzem hatte sie sogar gelernt, ein paar wacklige Schritte zu gehen.

Gemahlin Gyokuyo seufzte und ließ ein wenig den Kopf hängen, während sie die energiegeladene Prinzessin beobachtete.

„Ist etwa bereits die Zeit angebrochen, in der ihr die Residenz zu klein wird?“

Die Jade-Residenz war zwar recht geräumig, doch war es nicht gut für die Gesundheit, ein junges Kind nur drinnen spielen zu lassen. Es gab auch einen Innenhof. Der allein war der Prinzessin jedoch alsbald langweilig geworden.

„Vielleicht sollte ich sie auf einen Spaziergang mitnehmen“, überlegte Gemahlin Gyokuyo. In Maomaos Augen war sie sehr aufgeschlossen. Normalerweise erwartete man, dass eine Prinzessin aus gutem Hause in Watte gepackt und niemals nach draußen gelassen wurde. Aber Linlis Mutter war hier offensichtlich anderer Meinung.

„Was denkst du, Maomao?“

Maomaos Kopf zuckte hoch, als sie plötzlich von der Gemahlin angesprochen wurde.

„Mit Verlaub, ich denke, für ihre Gesundheit wäre es besser, wenn die Prinzessin mehr Gelegenheiten hätte, nach draußen zu gehen, Eure Hoheit.“

Maomao blickte auf Gyokuyos Füße. Sie trug keine Schuhe und Maomao konnte an ihrer Größe und Belastbarkeit erkennen, dass sie in ihrer Kindheit nicht abgebunden worden waren. Die aus einer Trockenzone im Westen stammende Gemahlin schien verhältnismäßig in einem entspannteren Umfeld erzogen worden sein.

Grundsätzlich hielt man es für besser, der Bildungspolitik der Mutter Folge zu leisten, aber die Prinzessin war nun einmal auch das süße Schätzchen der mächtigsten Person des Landes. Niemand konnte erwarten, dass er allem einfach zustimmen würde und Gemahlin Gyokuyo