Kapitel 2 - Knut auf der Suche
K nut gähnte und blinzelte von seinem Liegestuhl aus ins herbstliche Sonnenlicht. Bald würde er die Gartenmöbel zum Überwintern in den kleinen Schuppen bringen müssen. Aber noch sollte es, laut Wetterbericht, einige sonnige, wunderschöne Tage geben, die er nur zu gerne draußen im Freien genießen wollte. Anita trällerte in der Küche vor sich hin, während sie das Frühstück richtete. Er musste ein wenig grinsen. Seit seinem sehr spontanen Heiratsantrag vor fünf Monaten war ihre gute Laune manchmal kaum noch auszuhalten. Sie hatte in einem Affentempo alle in ihrem Dunstkreis darüber informiert, dass sie bald die Frau des hiesigen Inselpolizeichefs werden würde. Und natürlich gab es seit diesem Abend des Antrags so gut wie kein anderes Gesprächsthema mehr. Sie blätterte nahezu täglich durch Hochzeitsmagazine, machte sich Gedanken, wen sie alles einladen wollte und wo die Feierlichkeit stattfinden sollte. Und natürlich hatte sie ständig neue Vorschläge, was er an diesem besonderen Tag anziehen könnte. Knut ließ sie erstmal gewähren und hielt die Füße still, er würde sich zu gegebener Zeit mit in die Planung einmischen. Jetzt rief sie ihn:
„Bärchen, willst du noch einen Tee oder Kaffee?“
Knut überlegte weiterhin, ob der mit dem „neuen“ Kosenamen zurechtkäme. Immerhin war „Bärchen“ erheblich besser als ihr vorher ständig so schrill gerufenes „Puschiiii“. Überhaupt erschien sie ihm insgesamt ein wenig ruhiger und vor allem erheblich ausgeglichener, als noch vor einigen Monaten. Die Reise in den Schwarzwald hatte ihnen beiden und auch ihrer Beziehung zueinander offenbar überraschend gutgetan. So gut, dass Knut danach beschlossen hatte dann doch den Rest seines Erdendaseins mit genau dieser temperamentvollen Frau verbringen zu wollen. Als sie im April vom Schwarzwald wieder zurück auf ihrer so geliebten Heimatinsel Föhr waren setzte Anita den geschmiedeten Plan bezüglich ihres ber