: Christian Tobias Krug
: So dunkel das Zwielicht II Gefangen in ewiger Nacht
: Books on Demand
: 9783769330281
: So dunkel das Zwielicht
: 1
: CHF 4.80
:
: Fantasy
: German
: 292
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Krieg zwischen Himmel und Hölle ... geht in die zweite Runde. Julian und Kyu-Min verbindet eine heimliche Liebe. Damit nicht genug: Julian ist die Wiedergeburt des Dämons Raziel, der einst gegen den Teufel rebellierte. Mit Raziels Erwachen entbrennt nicht nur der Widerstand aufs Neue, auch die Hölle schmiedet ihre grausamen Pläne: Die dunklen Fürsten wollen Julian und die Rebellen endgültig vernichten. Daher senden sie Astaroth zur Erde - den Urdämon des Feuers, dessen zerstörerische Flammenmacht keine Grenzen kennt. Verzweifelt suchen Julian und Kyu-Min nach einem Weg, die Gefahr abzuwenden ... und finden sich plötzlich in einer anderen Realität wieder: Eine fremde Welt voller Finsternis, in der ihre Liebe und Freundschaft auf eine harte Probe gestellt werden ... Das Licht wirft düstere Schatten ..."Gefangen in ewiger Nacht - So dunkel das Zwielicht II"

Christian Tobias Krug, geboren 1986 an einem grauen Septembermorgen, wuchs im Ruhrgebiet auf und zog nach dem Abitur ins farbenfrohe Frankfurt. Nach längerer Tätigkeit als freier Journalist wechselte er in die Jugendhilfe, wo er Kinder mit Beeinträchtigungen durch den Schulalltag begleitet. Mit Freude und Herzblut bringt er Gedanken zu Papier, die ihm durch den Kopf geistern - in Form von Geschichten, vorrangig im Bereich des Fantastischen und Schauerlichen. Unter dem Titel"Als die letzte Stunde schlug" veröffentlichte er 2019 erstmals eine Kurzgeschichte im Burgenwelt Verlag. Es folgten Beiträge in zwei weiteren Anthologien, beide im Genre Horror und Mystery. Seit 2021 erscheint seine Dark Fantasy-Romanserie"So dunkel das Zwielicht".

Prolog


Bevor das Feuer herabfiel, färbte seltsames Licht den Horizont. Glühend rot, dem Schein einer Fackel ähnlich. Die Wolken wirkten wie in Blut getränkt. Der Himmel schien zu brennen, als würde das Morgengrauen den geballten Zorn der Götter mit sich bringen. Ein Omen, ein leuchtendes Vorzeichen vielleicht … die erste und einzige Warnung vor dem nahenden Unheil.

Der Fischer kehrte bei Sonnenaufgang in die Stadt zurück. Im Netz über seiner Schulter zappelte ein mickriger Fang, nur wenige Gulden wert. Erschöpfung und fehlender Schlaf erschwerten ihm seine frühmorgendliche Arbeit mit jedem Tag mehr. Die vergangenen Nächte hatte er mit Vergnügungen verbracht. Trommeln und Gesang, wilder Tanz, sein Mund auf den Lippen fremder Frauen … hinter seiner Stirn tobten die Erinnerungen, während sein Schädel noch vom gestrigen Wein brummte. Kraftlos entfuhr ihm ein Seufzer, als er das Stadttor durchquerte.

Die Hauptstraße dahinter stank nach Unrat und starrte vor Dreck. Am staubigen Wegesrand schnarchten sturzbetrunkene Männer, eine Herde herrenloser Ziegen zog blökend vorüber, Fliegen kreisten summend um haufenweise Eselsmist. Aus einem halb verfallenen Stall, eingepfercht zwischen zwei Lehmhütten, drang mörderisches Gebrüll, gefolgt von ängstlichem Schweinequieken. Seit Monaten spukte es in der Stadt. Irrsinn schlich durch die Gassen und zog die Menschen mit schrillem Gelächter in den Bann. In den Gasthäusern munkelte man Geschichten: Drüben in der Nachbarstadt Gomorrha sollten ähnliche Gespenster ihre Gräuel treiben, auch dort tobte angeblich der Wahnwitz. Womöglich trug jener sonderbare Fremde die Schuld …? Dieser Nomade aus dem Zweistromland, der unentwegt von seinem Gott und dessen strengem Gericht predigte. Der Störenfried, der selbst vor dem König die Sünden der Stadtbewohner anprangerte und schreckliche Strafen prophezeite. Hatte dieser Mann das Böse in ihre Mitte gebracht?

Der Fischer vermochte es nicht zu sagen; spürte lediglich, wie sein Leben zunehmend aus de