: Hans-Jürgen Schleicher
: Der Gärtner von Samarkand
: Books on Demand
: 9783769381276
: 1
: CHF 8.80
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 328
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein fernes Land, eine ferne Zeit, eine Welt, in der es Götter, Drachen und Zauberer gibt - und mittendrin zwei Freunde, die in ein Abenteuer geworfen werden, das sie vereint, entzweit, und welches sie am Ende doch gemeinsam bestehen werden. Die Zeit ist die des Übergangs von der Antike in das Mittelalter. Der Ort ist ein kleiner Garten nahe der Stadt Samarkand in Zentralasien, ein kleines, grünes Paradies inmitten einer steinigen, bergigen Öde, welches, wie es sich für Heldenreisen gehört, verlassen werden muss. Es ist eine Erzählung, die von jungen Menschen gelesen werden möchte, und von Junggebliebenen jeden Alters. Eine Geschichte für solche, die Spannendes lieben, die Nachdenklich machendes lieben, die es lieben, in Gedanken fremde Gegenden zu bereisen und sich in vergangenen Zeiten aufzuhalten. Also eine Erzählung für dich.

Geboren1949 in Ulm/Donau. Dort auf die Waldorfschule gegangen und Abitur gemacht. Anschließend in Stuttgart Architektur studiert, mit einem Ausflug in die Bildhauerei (Alanus-Hochschule). Im Berufsleben vor allem als Entwurfs- und Wettbewerbsarchitekt tätig, überwiegend in freier Mitarbeit in verschiedenen Büros in und um Stuttgart. In Fellbach Mitarbeiter und Mitbegründer eines privaten Kulturforums, mit Seminar-, Vortrags- und Ausstellungsbeiträgen. 1987 erscheint das Sachbuch"Architektur als Welterfahrung" im S. Fischer Taschenbuch Verlag. Später dann und nach der Verrentung Übergang zu eher literarischen Produktionen wie Romane, Novellen, Gedichte. Das vorliegende Buch ist die 8te Veröffentlichung aus dieser literarischen Arbeit.

Im Garten


War einmal ein Junge, der hieß Thamaz. Er war für sein Alter eher klein, von etwas gedrungener Gestalt, hatte dunkelbraune, kurzlockige Haare und ebenso dunkelbraune Augen, die groß und wissbegierig in die Welt blickten. Von der hatte er aber noch nicht allzu viel gesehen, da er sein ganzes bisherige Leben an einem abgeschiedenen Ort verbracht hatte.

Er lebte mit seinem Onkel Bandak, einem Gärtner, in einem kleinen Haus. Es lag nahe der hohen, honigfarbenen Lehmmauer, die den Garten umgab, den sein Onkel pflegte. Thamaz half ihm dabei. Er lernte von ihm alles, was es brauchte, um ein guter Gärtner zu werden.

Der Ort, an dem die beiden wohnten, lag weit entfernt von hier, und die Zeit, in der die beiden lebten, ist schon lange vergangen. Es gab noch keine Computer und auch keine Autos, keine Eisenbahn und natürlich auch keine Flugzeuge. Überhaupt keine Maschinen, wie bei uns, es gab nur die kräftigen Arme der Menschen und die Unterstützung durch Esel, Pferd oder Kamel.

Die Krieger waren mit Schwert, Bogen und Schild bewaffnet, trugen Rüstung und kämpften in blutigen Schlachten Mann gegen Mann, für ihren Fürsten, ihre Stadt oder einfach als Söldner, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Bauern lebten in Armut, wie ihre Väter zuvor und deren Väter, abhängig vom Wind, der den Regen brachte oder auch nicht, hin und wieder den Sandstürmen oder der Käferplage ausgesetzt. Und abhängig auch von ihren Herren, die den Steuereintreiber vorbeischickten, um bei ihnen so viel von der Ernte einzufordern, dass ihnen kaum selbst etwas zu essen übrig blieb.

Thamaz und sein Onkel gehörten nicht zu den Bauern, sie hatten es besser: Der Onkel war Gärtner des Fürsten und wurde von diesem geschätzt und gut entlohnt.

Der