: Christina Stupp
: Das Versprechen The Impact of Love
: Begegnungen - Verlag für Natur und Leben
: 9783946723868
: 1
: CHF 6.20
:
: Erzählende Literatur
: German
: 212
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Kennst Du das Gefühl, wenn Träume plötzlich realer zu sein scheinen als die Wirklichkeit? Genau das passiert Nika, der sein Leben bisher für ziemlich normal gehalten hatte. Als auch in seinem Alltag seltsame Dinge geschehen, gerät sein Leben völlig außer Kontrolle. Damit beginnt ein Abenteuer voller Geheimnisse, fantastischer Ereignisse und unerwarteter Wendungen. Die Erinnerung an ein uraltes Versprechen stellt Nika schließlich vor eine große Herausforderung, die das Schicksal der Welt und aller Menschen beeinflussen könnte. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt ... Tauche ein in eine Welt, wo Träume und Realität verschmelzen, wo auf der Suche nach der eigenen Identität die Grenzen zwischen Leben verschwimmen. Ein Buch, das Dich nicht mehr loslassen wird, denn Du wirst verstehen, dass Du ein Teil davon bist und die Macht hast, die Geschichte zu verändern ...

Schreiben bedeutet für mich mit Worten Bilder zu malen, die die Seele berühren. Resonanz und Widerstand erzeugen, um das eigene Selbst und dessen Wirklichkeit zu erkennen. Geschichten zu erzählen, in denen man sich verliert und der Wahrheit näher kommt. Christina Stupp, geb. 1973 in Frankfurt

Shedor, ein anderes Leben

Das Licht der Fackeln warf seltsame Schatten an die Wände des Gewölbes, durch das ein eisiger Luftzug wehte.

Shedor schlich die steinerne Treppe im östlichen Turm herunter. Er hatte diesen Weg gewählt, damit niemand bemerkte, dass er – trotz des Verbotes seines Vaters – versteckt an der großen Versammlung des Rates teilnehmen wollte. Er ärgerte sich maßlos, dass man ihn ausgeschlossen hatte. Er war schließlich schon fast ein Mann und sollte irgendwann die Verantwortung für ein ganzes Königreich tragen.

Die Zeiten waren hart. Überall im Land tobte Krieg und Krankheiten erledigten den Rest. Die Menschen hungerten und, als wäre das noch nicht genug, gab es jetzt auch noch Gerüchte über merkwürdigen Kreaturen, die ihr Unwesen trieben. Heerscharen von ihnen zogen plündernd durch die Lande.

Noch hatte keiner aus seinem Reich sie selbst gesehen, aber die Kunde ihrer Existenz kam von überall.

Woher kamen sie? Wer, oder besser was, waren sie?

Sie wälzten sich wie eine große dunkle Masse von den Bergen in die Täler, plünderten und mordeten. Und nach allem, was man hörte, waren sie eins nicht – in irgendeiner Weise menschlich!

Nun tagte im großen Saal der Krisenrat und er war nicht eingeladen. Nein, schlimmer noch, sein Vater hatte ihm verboten auch nur in die Nähe zu kommen. Shedor war ein ausgebildeter Krieger, zwar noch ohne wirkliche Kampferfahrung, aber hatte doch schon alles gelernt, was es über Kampftechniken und Kriegsstrategien zu wissen gab.

Bei seiner Geburt herrschte noch Frieden. Doch schon ein paar Jahre später brach ein Kriegsfeuer aus, dessen Funken sich immer noch verteilten. Wie eine ansteckende Krankheit breiteten sich Streitsucht und die Gier nach Macht unter den Menschen aus und keiner schien mehr in der Lage, friedlich miteinander zu leben.

Die Königreiche gerieten in Streit, die Lehnsherren, die Bauern und selbst die Kinder. Jetzt wusste keiner mehr, wo es eigentlich begonnen hatte.

Als hätte ein Riese eine große Kerze ausgeblasen gab es plötzlich kein Licht mehr, das leuchtete und keine Hoffnung. Alle balgten sich wie ein ausgehungertes Rudel Hunde um die letzten Knochen.

Shedor hörte Stimmen. Ein leises Gemurmel, das von den Wächtern des östlichen Tores kommen musste. Nun gab er sich noch größere Mühe keinen Lärm zu machen und löschte das Licht seiner eigenen Fackel.

Er hatte das Ende der Treppe erreicht und duckte sich, um unbemerkt in den Gang zu schlüpfen, der zu den Küchenräumen führte. Von dort aus würde er sich am unauffälligsten der Versammlung nähern können.

Es war schon spät. Das Essen war lange abgeräumt und Töpfe und Pfannen waren längst gespült. Im Ofen und Kain brannte noch Feuer. Die restliche Wärme und der Duft von Gebratenem hing noch in der Luft.

Wie schön wäre es jetzt, sich einfach wie die Katze, die ihn gähnend ansah, auf einer Decke am Ofen zusammenzurollen und nur auf die nächste Maus zu warten, die sich ganz sicher im Laufe der Nacht hier einfinden würde.

Langsam schlich er die Stufen hinauf, die zur Hintertür der großen Halle führten, durch die zu den Mahlzeiten die Speisen für die Tafel gebracht wurden.

Durch den Spalt unter der Tür fiel Licht und e