II. Leben und Wissenschaft
„Nur wer um das Geheimnis des Sichtbaren weiß,
die Wissenschaft der Schöpfung,
kann einen flüchtigen Eindruck des Unsichtbaren,
des Schöpfers hinter der Schöpfung bekommen.“
Atharva Veda, 10.8.37
In diesem Buch wirst du vermehrt Weisheiten aus allen Teilen der Welt und verschiedenen Zeiträumen finden. Ich bin eine Anhängerin der weisen Zitate und liebe es andere, gescheitere Leute aus aller Herren Länder und Zeitalter zu Wort kommen zu lassen.
Als ich begann an diesem Buch zu schreiben war ich im Himalaya, dort wo weder Fuchs noch Hase sich gute Nacht sagen können, weil es sie dort gar nicht gibt. Es ist ihnen in 3200 Meter Höhe einfach zu kalt. Es gibt weder Internet noch Fernsehen noch Bibliotheken zum Nachschlagen.
Nach 40 Jahren Yoga hatte ich noch nie einen Blick in die Veden, Upanischaden und die ältesten Schriften Indiens, die an die 4000 Jahre alt sind, getan. Doch was geschah hier in dieser völlig abgeschiedenen Region? Durch erstaunliche Umstände hielt ich plötzlich ein Buch mit Auszügen aus den Veden in Händen. So als wollte man mir sagen: „Meine Liebe, es ist hoch an der Zeit, dass du dich mit den Urschriften des Yoga auseinandersetzt, deshalb bekommst Du jetzt dieses Buch in die Hand.“ Und wirklich: Staunend las ich Zitate aus den Veden und stellte fest, dass sie genau mein Thema betrafen. Die ihnen zugrundlegende Philosophie besagt nämlich, dass die Natur besonders verehrungswürdig ist, da sie vom Schöpfer erschaffen wurde. Die Veden, die ältesten Schriften der Welt, enthalten keine Religion, keinen Monotheismus oder Polytheismus, keinen Aufruf zur Personenverehrung findet sich hier. Stattdessen trifft man auf Wissen und Weisheiten, die die alten Seher durch Beobachtung der Natur und des Universums erhalten hatten. Es war genial. Und so bin ich in der glücklichen Lage in diesem Buch Zitate aus den uralten heiligen vedischen Schriften zu bringen.
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