: Emiko Jean
: The Return of Ellie Black Thriller
: Goldmann Verlag
: 9783641323080
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Ein atemberaubender Pageturner! Ich bin durch die Seiten geflogen bis zum allerletzten schockierenden Twist.« Stephen King

In einer Frühlingsnacht verlässt die 17-jährige Ellie allein eine Highschool-Party in Coldwell, Washington State. Auf dem Weg wird sie plötzlich von hinten angegriffen. Eine Nadel sticht in ihren Arm, und alles wird schwarz …
Zwei Jahre später erhält Detective Chelsey Calhoun einen unfassbaren Anruf: Ellie wurde in den Wäldern von Washington State gefunden – sie ist vollkommen verstört, aber sie lebt. Ellies Entführung war einer von Chelseys ersten Fällen, der ihr so nahe ging, wie kein anderer. Denn auch ihre große Schwester verschwand im Teenageralter. Chelsey stößt auf Parallelen und hofft, mit Ellies Hilfe endlich den Täter zu finden. Für Ellie, für ihre Schwester – und bevor er erneut zuschlägt. Doch Ellie schweigt …

Emiko Jean veröffentlichte bereits erfolgreich Jugendbücher, mit denen sie es auf die New-York-Times-Bestsellerlist schaffte. »The Return of Ellie Black« ist ihr erster Thriller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Washington.

Eins


Chelsey wacht auf, weil ihr Telefon klingelt.

»Oh nein«, stöhnt Noah, ihr Mann. »Stell das ab.« Die Matratzenfedern quietschen, als er sich von ihr wegdreht.

Chelsey stützt sich auf einen Ellbogen und tastet nach dem Handy auf ihrem Nachttisch. Es ist kurz nach Mitternacht. Sie stellt den Ton aus und schaut auf das Display. »Die Arbeit.«

»Wehe, es geht nicht mindestens um Leben und Tod«, murmelt Noah.

Chelsey lächelt über Noahs trockenen Humor. Sie ist Polizistin, Kriminalbeamtin. Da ist es nicht unwahrscheinlich, dass es um Leben und Tod geht.

»Detective Calhoun«, meldet sie sich, knipst das Licht an und rutscht an den Rand der Matratze. Ein Frösteln läuft ihr über den Rücken, der Frühling in Coldwell Beach ist immer kühl. Der Sommer auch. Wenn es ein paar Tage gibt, an denen die Temperaturen über achtzehn Grad steigen, können die Einheimischen froh sein. Dieser Küstenabschnitt in Washington liegt zwischen Felsklippen und ist bekannt für sein unbeständiges Wetter. Lewis und Clark haben ihn auf ihrer Karte als »unbewohnbar« markiert.

»Chelsey.« Es ist ihr Chef, Sergeant Abbott. Inzwischen zuckt sie mit keiner Wimper mehr, wenn er sie mit ihrem Vornamen anredet. Es spielt keine Rolle, dass er ihre männlichen Kollegen mit Nachnamen und Sie anspricht. Gar keine Rolle. »Hab einen Anruf bekommen. Man hat ein Mädchen gefunden.« Sergeant Abbott macht eine kurze Pause. »Sie hat sich selbst als Elizabeth Black zu erkennen gegeben.«

Jetzt zuckt Chelsea doch mit der Wimper. Ellie Black. Am Leben? Es ist zwei Jahre her. Sie steht abrupt auf und stellt das Telefon auf laut.

Noah macht seine Nachttischlampe an. Er trägt eine Goldkette mit zwei Anhängern um den Hals, eine Einundzwanzig, seine alte Basketball-Nummer, und ein Medaillon mit einem Heiligen, Chelsey hat vergessen, welcher es ist, irgendein spiritueller Held im Kampf gegen das Böse. »Was ist?« Noah setzt sich auf und kratzt sich am Bart.

Sie legt den Finger an die Lippen, dann fischt sie ein Stück Papier und einen Stift aus ihrer Nachttischschublade, während Abbott seine Informationen herunterspult. Wanderer im Capitol State Forest haben Ellie Black gefunden. Er gibt Telefonnummern durch. Ellie ist ins Legacy Memorial Hospital gebracht worden. Chelsey googelt den Namen. Es ist in Olympia, zwei Stunden von East Coldwell entfernt.

»Ich will, dass du ins Krankenhaus fährst.«

»Bin schon unterwegs.« Sie schlüpft in ihre Jeans.

»Ich hab Douglas zu dem Wanderweg geschickt, auf dem sie aufgetaucht ist.«

Eine unangenehme Pause. Douglas. Sergeant Abbotts Sohn. Sie kennt ihn, seit sie Kinder waren. Ihre Väter waren beide Polizisten. Der von Chelsey hatte eine höhere Position, er war Hauptkommissar. Und Dougs Vater war noch kein Sergeant, nicht Chelseys Vorgesetzter, so wie heute. Doug ist etwas älter als