: Robert Gold
: Eleven Liars In dieser Kleinstadt darfst du niemandem trauen. - Thriller
: Goldmann Verlag
: 9783641313883
: Ben Harper
: 1
: CHF 12.60
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 368
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In dieser Kleinstadt darfst du niemandem trauen ...

Ein brennendes Haus. Eine Leiche in den Trümmern. Und eine Wahrheit, die so unfassbar ist, dass sie tötet.

In einer dunklen Winternacht sieht der Journalist Ben Harper das alte Gemeindehaus seiner Heimatstadt in Flammen stehen. Sofort eilt er zu Hilfe und befreit eine im Feuer eingeschlossene Person, die aber umgehend flieht. Schnell kursieren Gerüchte in der Gemeinde, und auch Ben lässt der Vorfall nicht los: Hatte der flüchtige Unbekannte etwas mit dem Feuer zu tun? Dann wird in den Trümmern eine Leiche gefunden, und DI Dani Cash übernimmt die Ermittlungen. Doch als bekannt wird, dass die Tote ihre Mutter ist, wird der Fall für Dani zum absoluten Albtraum. Ihr ist klar: Sie braucht die Hilfe ihres Freundes Ben, denn ihr bisheriges Leben scheint eine einzige Lüge gewesen zu sein ...

Das Thriller-Highlight für alle Leser*innen von Harlan Coben und Claire Douglas.

Robert Gold begann seine Karriere als Praktikant beiCNN in Washington, D.C., bevor er in die Verlagswelt wechselte und als Bucheinkäufer tätig war. Heute arbeitet er im Vertrieb für einen Verlag. Er lebt im Londoner Stadtteil West Putney, wo man ihn oft beim Laufen am Flussufer trifft. »Twelve Secrets« ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe und sein Debüt.

Kapitel 1


Mein Uber-Fahrer wirft mir im Rückspiegel einen resignierten Blick zu. In den letzten zehn Minuten haben wir uns kaum vom Fleck bewegt. Er deutet auf die durchgehende rote Linie auf seinem Navi, die Stau auf den nächsten zwei Meilen anzeigt. Der Verkehr am Fluss entlang ist zum Erliegen gekommen. In diesem Tempo brauche ich mehr als eine Stunde von Richmond bis zu meinem Haus im Londoner Bezirk Haddley.

Ich schaue durch das Fenster in den dunklen Oktoberabend. »Wahrscheinlich ist es schneller, wenn ich hier rausspringe«, sage ich. »Den restlichen Weg kann ich am Fluss entlanglaufen.« Mein Fahrer hebt die Hände und zuckt mit den Schultern. »Hoffentlich können Sie in die andere Richtung dann noch einen Fahrgast mitnehmen«, entschuldige ich mich halbherzig, bevor ich die Beifahrertür öffne und aussteige.

»Na ja, mal sehen«, meint er müde. Vom Fußweg aus sehe ich ihm nach, wie er wendet, beschleunigt und den stehenden Verkehr in West London hinter sich lässt.

Es ist so kalt, dass mein Atem weiße Wölkchen bildet. Ich ziehe den Reißverschluss meiner Jacke hoch und schiebe die Hände tief in die Taschen. Laub knirscht unter meinen Füßen. Ich folge dem Trampelpfad bis nach St. Marnham, um dann über den Sportplatz an der Nordseite des Dorfs Richtung Haddley Common weiterzugehen.

Mein Handy vibriert, eine Nachricht leuchtet auf dem Display. Sie ist von Madeline Wilson, meiner Chefin beim landesweit größten Online-Nachrichtenmagazin. Die letzten sechs Stunden habe ich mit ihr in ihrer Wohnung mit Ausblick über den Richmond Park verbracht und dem Skript für einen True-Crime-Podcast den letzten Schliff verpasst, mit dessen Aufnahmen ich in einer Woche anfangen werde. Jetzt schreibt sie mir noch mehr Vorschläge. Typisch Madeline – sie ist unerbittlich und unermüdlich, hat ständig neue Ideen. Journalismus liegt ihr im Blut, die Leidenschaft hat sie von ihrem Vater Sam geerbt, einem Reporter alter Schule. Sie wollte es nie zugeben, aber ich weiß, dass sie ihre wilde Entschlossenheit, die großen Storys als Erste zu entdecken, von ihrem Dad hat. Und ich habe sie von ihr.

In den letzten Wochen vor der Aufzeichnung des Podcasts hat Madeline mir felsenfest zur Seite gestanden. Vor sechs Monaten habe ich mithilfe vonPC Dani Cash, einer Polizistin aus dem Bezirk, die Wahrheit über den Tod meiner Mutter und den brutalen Mord an meinem Bruder Nick aufgedeckt. Fast ein Vierteljahrhundert übte sein Tod im Alter von vierzehn Jahren eine morbide Faszination auf weite Teile des Landes aus. Der Podcast wird Nicks Geschichte erzählen.

Ich war acht, als mein Bruder umgebracht wurde, und der Verlust wird mich bis zu meinem eigenen Lebensende begleiten. Viele Jahre konnte ich ihn gar nicht begreifen. Wegen der schrecklichen Umstände seiner Ermordung erlangte auch mein Name, Ben Harper, nationale und internationale Bekanntheit, und einen Großteil meines Lebens verbrachte ich im Schatten seines Todes und der Trauer meiner Familie. Nach dem Tod meiner Mutter, einem scheinbaren Selbstmord, war mein einziger Weg nach vorne, nicht zurückzuschauen. Doch vor einigen Monaten kamen neue Informationen über meine Familiengeschichte ans Licht. Nachdem ich endlich die Wahrheit herausgefunden hatte, sollten sie auch alle anderen erfahren. Ich veröffentlichte die Story auf unserer Nachrichtenseite, wo sie internationales Interesse erregte und – zu Madelines Entzücken – die Zugriffszahlen in bisher unerreichte Höhen schnellen ließ. Ich weiß, dass der Podcast noch mehr schmerzliche Aufmerksamkeit auf meine Familie lenken