: Jo Cunningham
: Miss McMurray riskiert Kopf und Kragen Kriminalroman
: Goldmann Verlag
: 9783641312909
: Ein Fall für Miss McMurray
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 368
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der zweite Fall für die scharfsinnige Una McMurray – mit neuem tierischen Sidekick

Die Statistikexpertin Una McMurray arbeitet an einer gewagten These: Sie will beweisen, dass Katzenbesitzer eine besonders hohe Lebenserwartung haben. Doch der plötzliche Tod von Sue Carmichael, deren Katze als Favorit bei der großen Londoner Cat Show gilt, scheint ihre Annahme zu widerlegen. Una vermutet, dass Sue keines natürlichen Todes gestorben ist. Um das zu beweisen, beschließt sie, undercover zu ermitteln, und nimmt mit Kater Pedro am Wettbewerb teil. Pedros Chancen auf den Sieg sind allerdings äußerst gering. Genau wie Unas Aussichten, den Mörder zur Strecke zu bringen, bevor er erneut zuschlagen kann ...

Ein großartiger Cosy-Crime-Roman mit unvergesslicher Heldin und herrlich britischem Humor

»Clever und sehr lustig.« Ian Moore (über »Miss McMurray rechnet mit dem Schlimmsten«)

Jo Cunningham ist in Birkenhead, im Nordwesten Englands, aufgewachsen und lebt inzwischen in London. Sie hat Kreatives Schreiben studiert und verfasst neben Romanen auch Comedy fürs Radio. Jo löst gerne Kreuzworträtsel, schaut Krimiserien oder lernt neue Dinge, die sie nie wieder brauchen wird – zum Beispiel Bühnenkampf oder Buchbinden.

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Ein Haustier regt zum Denken an

Una stieß die Glastür im fünften Stock auf, die in die Räumlichkeiten derKatapult Insurance führte, und wurde von einem grässlichen Geruch und lauten Rufen empfangen. Offenbar hielt das Desktop-Support-Team mal wieder ein gemeinsames Frühstück ab. Der Montag sollte eigentlich ein ruhiger, nach Desinfektionsmittel duftender Tag sein. Doch dann erblickte sie Rachida, die statt ihrer Mulberry-Handtasche einen flauschigen Hund unter dem Arm trug. Heute fand das beliebteste gesellschaftliche Ereignis der Abteilung für Haustierversicherungen statt: derBring-dein-Tier-zur-Arbeit-mit-Tag.

»Hallo, Una!« Rachida winkte ihr mit der Pfote ihres Hunds zu.

»Hallo.« Una hob die Hand, um zurückzuwinken, stockte jedoch. Sie hielt nichts davon, es allen Menschen recht zu machen, und hatte nicht vor, mit Tieren anders zu verfahren.

Rachida strahlte. »Das ist Mr Ritzbits. Er genießt seinen Tag im Büro, nicht wahr?«

Una schaute in die leuchtenden braunen Augen von Mr Ritzbits. Sein Blick zeugte von Existenzangst, er wusste nicht, warum er irgendwo und vor allem hier sein sollte, ohne Ausweg und Fluchtmöglichkeit. Diesen Blick hatte sie schon oft bei Berufseinsteigern im zweiten Jahr gesehen.

»Schön, dich kennenzulernen«, sagte Una.

Mr Ritzbits vergaß kurz seine Angst und streckte die Zunge raus.

»Wo ist dein Haustier?«, fragte Rachida so misstrauisch, wie man es von einem Mitglied der Abteilung für Regulatory Affairs erwarten würde.

Una spannte sich an. »Ich hab kein Haustier. Ich bin nicht so der Tier-Typ. Ich meine … gleicht es nicht ein bisschen dem Stockholm-Syndrom, sich ein Tier zu halten, bis es einen mag?«

»Wir zwei gehen besser mal weiter«, antwortete Rachida. »Mr Ritzbits ist sehr gesellig.«

Una steckte sich die Hosenbeine in die Socken, hielt auf dem Boden nach lauernden Raubtieren Ausschau und schlich auf Zehenspitzen zu ihrer Tischreihe. Patti, die ihr kürzlich zugewiesene Uni-Absolventin, saß nicht an ihrem Schreibtisch, war jedoch schon im Büro. Das verriet das Proteinbällchen auf ihrer Tastatur, das pflichtbewusst Newtons Trägheitsgesetz befolgt hatte. Una vergewisserte sich, dass keine dringenden E-Mails eingegangen waren, und machte sich dann auf den Weg zu Gareths Büro. Er hatte nicht auf ihre Mail reagiert, in der sie sich nach möglichen Forschungsprojekten erkundigt hatte, durch die sie sich in ihrer neuen Abteilung würde etablieren können.

Sie blieb am Drucker stehen – der sogar Farbdrucke ausgab, sofern man sich bei Gareths Assistentin Trish hinreichend eingeschmeichelt hatte (was auf Una nicht zutraf). Auf das Gerät gestützt, gefährlich nahe am Tastenfeld, stand der neoliberale Tim.

Una ballte die Fäuste, sodass sich ihre Fingernägel in die Handflächen pressten. »Tim! Was machst du denn hier unten?«

Tim schimmerte seltsam. Erzeugte das Schottenmuster seiner Jacke diesen Effekt? Und er schaute finster drein. »Es gibt eine neue Säule auf der Management-Scorecard. Wir sollen nun alle abteilungs