: Sebastian Halm
: Panik Dieses Haus will deinen Tod - Thriller
: Goldmann Verlag
: 9783641323769
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein luxuriöses Ferienhaus wird zur tödlichen Falle.

Um ihre kriselnde Ehe zu retten, verbringen Ruth und Bill ein Wochenende in einem Luxus-Strandhaus an der Ostsee. Das architektonische Schmuckstück gehörte früher einem Tech-Mogul. Als Ruth mitten in der Nacht aufwacht, ist ihr Mann verschwunden. Panisch durchsucht sie das Haus und sieht Bill schließlich auf der anderen Seite des Panoramafensters: Er ist im Garten ausgesperrt, sie selbst im hermetisch abgeriegelten Haus gefangen. Ohne eine Chance, miteinander zu kommunizieren, merken Ruth und Bill bald: Das KI-gesteuerte Sicherheitssystem des Smarthomes hat das Kommando übernommen. Und es macht Jagd auf sie beide ...

Sebastian Halm, Jahrgang 1978, ist ein mit dem LfM-Hörfunkpreis ausgezeichneter Rundfunk- und Online-Journalist. Nach dem Volontariat studierte er Germanistik und Literaturwissenschaft in Bochum (B.A.). Er lebt und arbeitet als Wissenschaftsjournalist mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz in München.

ANKUNFT


Sie wachte auf, und Bill war verschwunden. Neben ihr im Dunkel nur ein leeres Laken. Und alles fühlte sich anders an, falsch, verschoben. Kurz dachte sie, sie träumte, vielleicht daher das merkwürdige Gefühl. Doch dann wusste sie, woran es lag: Dass sie ja nicht zu Hause war, sie waren in dem Strandhaus, sie und Bill. Wie dumm von ihr, das zu vergessen. Fast so dumm wie die ganze Idee, überhaupt erst herzukommen. Er hatte die Idee gehabt, sie war skeptisch gewesen. Es ergebe keinen Sinn, was solle da anders sein als hier.

Doch er hatte sie überzeugt: »Nur du, das Meer und ich. Lass uns reden. Wenn man aufhört zu reden, ist man am Ende!«Reden? Soll das ein Scherz sein?, hatte sie in Gebärdensprache erwidert und ihn böse angesehen. Doch er hatte sich ihr zugewandt, sodass sie von seinen Lippen lesen konnte, und geantwortet: »Du weißt, wie ich es meine!«

Und sie hatte zugeben müssen, dass das stimmte. Es gab Tage, die guten, da war alles normal, Ruths Gehörlosigkeit war kein Thema zwischen ihnen. An anderen Tagen aber, wenn es ihr zu viel wurde, der Frust zu groß oder sie sich einfach unverstanden fühlte, dann ließ sie ihn spüren, dass sie anders war. Ein wenig Rücksicht wollte, etwas Sensibilität. Inzwischen waren die guten Tage immer weniger geworden. Und die anderen Tage … nun, die waren nun normal.

Das Haus sollte also alles in Ordnung bringen. Und das Meer, drei Tage, ein langes Wochenende. »Nur du und ich, darauf kommt es an.« Sie hatte ihn angesehen, und schließlich hatte sie genickt. Er wollte bezahlen, sie hatte den erhobenen Zeigefinger vor der Brust entlanggeführt:Nein. Aber er hatte gelächelt und langsam und ruhig gesagt: »Ich bestehe darauf«, also signalisierte sie ihmOkay.

Ein holpriger Anfang. Sie hielt es für einen Fehler. Alles. Und das schon lange, bevor sie ahnen konnte, was noch kam. Bevor sie wusste, dass die Flasche Sekt, die er am Abend öffnete, die letzte sein würde, die er für sie beide jemals öffnete.

Er hatte ihre Schulter berührt, damit sie ihn ansah, die andere Hand am Steuer. »Ich finde das Haus nicht«, hatte er gesagt, als er den Wagen langsam in die kleine Sackgasse hineinsteuerte. Hinter den Häusern, hinter dem dünnen Streifen Gras, auf dem sie gebaut waren, begann der Strand. hundert Meter Sand und dann: das Meer. Unendlich, grau, stürmisch. »Schau mal«, las sie von seinen Lippen: »Da ist 8, das da drüben ist 9 und dann – nichts! Wo ist 10?«

Sie beugte sich vor. Doch sie konnte es auch nicht finden. Links und rechts standen kleine Villen, viele davon weiß, manche aus rotem Backstein, andere Fachwerk mit Reetdächern. Doch die bedachte Unscheinbarkeit täuschte sie nicht, das waren teure Heime, wohlsituierte Häuser. Sie kniff die Augen zusammen und spähte noch einmal hinaus, doch es blieb dabei: Links neben ihnen stand Haus Nummer 6, gegenüber zu ihrer Rechten befanden sich 7 und 9, und schließlich, als letztes Haus auf der Linken, folgte 8. Dann nichts mehr.

Na, das geht ja gut los! Sie beg