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Regina war sich nun sicher, dass sie die notwendige Aussprache mit Jochen nicht unnötig lange aufschieben wollte. Sie hatte plötzlich begriffen, dass Jochen und sie kein ideales Paar mehr waren – nicht wegen des vorhandenen Standesunterschiedes, schließlich arbeitete sie ja selbst im Moment noch weit unter seinem Niveau. Nein, sie spürte einfach, dass es im Leben noch etwas anderes geben musste. Die große Liebe sollte sich in ihren Augen einfach anders anfühlen. Deshalb würde sie am Samstag einen endgültigen Schlussstrich ziehen.
Jetzt war sie erleichtert. Das war er nun, der erste kleine Schritt in ein anderes Leben. Nur vollziehen musste sie ihn noch. Es würde nicht einfach werden, weil sie sonst eigentlich eine treue Seele war und nicht so schnell die Flinte ins Korn warf. Nun hatte sie aber den Entschluss gefasst, und ab jetzt gab es für sie kein Zurück mehr.
Am Samstag hatte Regina viel zu tun. Zunächst nahm sie sich ihre Wohnung vor, es war doch einiges über die Woche liegen geblieben. Danach gönnte sie sich einen Besuch beim Friseur. Für den Abend bei ihren Eltern entschied sie sich für ein weißes Kleid mit einem einfachen, enganliegenden Schnitt, knöchellang und mit einem aufreizenden Schlitz, der bei jedem Schritt einen Blick auf ihre wohlgeformten Beine freigab. Der runde Ausschnitt betonte ihren zarten Hals und das Dekolleté. Ihre Haare hatte die Friseurin hochgesteckt. Zum Schluss legte sie etwas Rouge auf und zog die Lippen mit einem dezenten Stift nach.