: Eduard Loewenthal
: Peter Bürger
: Der Krieg ist abzuschaffen Friedensbewegte Schriften für das Europa der Völker und einen Weltstaatenbund, 1870 - 1912
: Books on Demand
: 9783769329773
: edition pace
: 1
: CHF 2.50
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: Politik
: German
: 252
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eduard Loewenthal (1836-1917) stammte aus einer jüdischen Familie in Württemberg und musste aufgrund seiner publizistischen Arbeit wiederholt staatliche Repressionen erleiden. Er ist im 19. Jahrhundert als scharfer Kritiker des Militarismus, Verfechter einer obligaten internationalen Friedensjustiz und Pionier der damals im deutschen Sprachraum noch kaum entwickelten Friedensbewegung hervorgetreten. Der vorliegende Band enthält seine Friedensschriften aus den Jahren 1870-1903 sowie die autobiographische Darstellung"Mein Lebenswerk" (1912)."Krieg gegen den Krieg ..., dann werden wir Tausende von Millionen, die jetzt zur Beschaffung von Werkzeugen des Todes verwendet werden, für die Wohlfahrt des Volkes, für Zwecke des Lebens und echter Humanität verwenden können, dann wird Vereinigung der Völker und eine Friedenssicherheit eintreten" (E. Loewenthal, Dezember 1868)."Das Ministerium des Kriegs- oder Mord-Kultus hat dem Untertanen den Glauben beizubringen, dass das Kasernenleben mit dem Zuchthausleben nicht zu vergleichen sei, dass der Untertan, sobald er des Königs Rock trägt, nicht mehr sich selbst, sondern mit Leib und Leben dem König gehöre, dass er nicht mehr selbst denken und wollen, sondern nur gehorchen darf bzw. muß.'Stramm wie ein Corporal und stumm wie ein Leichnam' ist das erste Gebot für den preußischen Gladiator. Dafür bekommt er auch seine schöne Uniform und'ein Gewehr, das er kann mit Pulver laden und mit einer Kugel schwer'. Überlebt er seine Soldatenzeit, so ist in ihm auch ein gehorsamer königstreu dressierter Pudel, wollte sagen Bürger erzogen, der ... im Sinne der Regierung spricht und stimmt" (E. Loewenthal, 1871). edition pace. Regal: Pazifisten& Antimilitaristen aus jüdischen Familien 4. Herausgegeben von Peter Bürger, Editionsmitarbeit: Kathrin Warnatzsch (Lebenshaus Schwäbische Alb).

Dr. Eduard Loewenthal (1836-1917), geboren am 12. März 1836 als Sohn einer jüdischen Familie in Ernsbach (Württemberg),"absolvier e das Stuttgarter Gymnasium und studierte in Tübingen Jurisprudenz und Philosophie von 1855-1859. In letztgenanntem Jahre mittels einer Dissertation über Spinoza und Leibnitz zum Doktor der Philosophie promoviert, begründete er in Frankfurt a.M. die'Allgemeine deutsche Universitätszeitschrift' und trat als Mitredakteur in den'Arbeitgeber' von Max Wirth ein. 1860 wurde Loewenthal infolge eines Artikels über einen Studentenkrawall in Greifswald aus Frankfurt ausgewiesen. Jedoch wurde diese Maßregel infolge eines Missbilligungsvotums des'gesetzgebenden Körpers' der damaligen freien Reichsstadt wieder rückgängig gemacht. Loewenthal folgte aber einem von Wiesbaden an ihn ergangenen Rufe, um die Redaktion der'Wiesbadener Zeitung' zu übernehmen. ... Bald darauf übernahm er die Redaktion der Payneschen'Glocke' in Leipzig, gründete daselbst auch den'Zeitgeist'. 1863 lernte er in Leipzig Ferdinand Lassalle kennen, der ihn veranlasste, nach Berlin überzusiedeln, wo er in der Tagespresse tätig war. 1871 übernahm er die Chefredaktion der'Neuen Freien Zeitung', gründete auch den'Deutschen Verein für internationale Friedenspropaganda' (1874). In zwei Pressprozessen zu Gefängnisstrafen bis zu fünf Monaten verurteilt, begab sich Loewenthal 1875 nach Brüssel, von da nach einjährigem Aufenthalt nach London und 1877 nach Paris. ... Auch hier bekämpfte er in energischer Weise den Militarismus. Im Jahre 1888 kehrte Eduard Loewenthal infolge der von Kaiser Friedrich erlassenen Amnestie für politische und Pressvergehen nach Berlin zurück und trat wieder an die Spitze des neukonstituierten'Deutsc en Vereins für internationale Friedenspropaganda', der ... den Namen'Weltverein für obligatorische internationale Friedensjustiz' angenommen hat, sowie der Cogitantenallianz" (Für unser Heim. Leipzig 1902, S. 188).

Einleitende Dokumentation

Die Darstellung von Leben und Werk Eduard Loewenthals in der Literatur

„Was ist überhaupt Moral, was Humanität, was geistiger Werth in den Augen des preußischen Vollblut-Junkers, der kein höheres Ideal kennt, als die Gewalt und die Macht, keine andere Logik, als die von Blut und Eisen! […] Nur eine Moral braucht der preußisch-deutsche Unterthan zu cultiviren, die Moral der Loyalität gegen die Völkerfreiheitsmörder. Durch diese königlich-kaiserliche Moral wird jede Immoralität, ja sogar jede Bestialität nicht nur aufgewogen, sondern heilig gesprochen. – Wie kommt es nun aber, daß ein Volk von Dichtern und Denkern sich in verhältnißmäßig kurzer Zeit vom hoh'n Olymp seiner geistigen und humanitären Classicität in die Barbarei eines solchen Molochdienstes hineinreißen ließ und in so völlige Unzurechnungsfähigkeit gerathen konnte?“ –

„Das Ministerium desKriegs- oderMord-Cultus hat dem Unterthanen den Glauben beizubringen, daß ernicht mehr selbst denken und wollen, sondernnur gehorchen darfresp.muß“.

(E. LOEWENTHAL: Das preussische Völker-Dressur-System, 1871)

Der Publizist Dr. Eduard Loewenthal (geb. 12. März 1836 in Ernsbach / Forchtenberg; gest. 26. März 1917 in Berlin) ist im 19. Jahrhundert als scharfer Kritiker des preußischen Militarismus, Vertreter des Rechtspazifismus (Programm einer obligaten internationalen Friedensjustiz) und früher Pionier der im deutschen Sprachraum noch kaum entwickelten Friedensbewegung hervorgetreten; er sympathisierte mit der Arbeiterbewegung (unter Ablehnung von Revolutionsgewalt). Der vorliegende Band enthält seine Friedensschriften aus den Jahren 1870 - 1903 sowie – mit einigen Kürzungen – die Memoiren„Mein Lebenswerk“ (1910/12). Vorab werden hier die Darstellungen zu Werdegang und Wirken aus der vom Herausgeber eingesehenen Literatur über diesen Autor dokumentiert.

Biographische Skizze – Anthologie 1902

Zu Lebzeiten erschien in einer dichterischen Anthologie folgende Skizze zum Lebensweg: „Eduard Loewenthal. Geboren am 12. März 1836 in Ernsbach (Württemberg), absolvierte das Stuttgarter Gymnasium und studierte in Tübingen Jurisprudenz und Philosophie von 1855-1859. In letztgenanntem Jahre mittels einer Dissertation über Spinoza und Leibnitz zum Doktor der Philosophie promoviert, begründete er in Frankfurt a. M. die ‚Allgemeine deutsche Universitätszeitschrift‘ und trat als Mitredakteur in den ‚Arbeitgeber‘ von Max Wirth ein. 1860 wurde Loewenthal infolge eines Artikels über einen Studentenkrawall in Greifswald aus Frankfurt ausgewiesen. Jedoch wurde diese Massregel infolge eines Missbilligungsvotums des ‚gesetzgebenden Körpers‘ der damaligen freien Reichsstadt wieder rückgängig gemacht. Loewenthal folgte aber einem von Wiesbaden an ihn ergangenen Rufe, um die Redaktion der ‚Wiesbadener Zeitung‘ zu übernehmen. Als Redakteur der letzteren wurde er wegen eines Artikels, ‚Eine Zeit- und Weltbetrachtung beim Jahreswechsel‘, der Herabwürdigung der Religion angeklagt und in erster Instanz zu zwei Monaten Korrektionshaus, in zweiter Instanz zu acht Tagen Gefängnis verurteilt. Bald darauf übernahm er die Redaktion der Payneschen ‚Glocke‘ in Leipzig, gründete daselbst auch den ‚Zeitgeist‘. 1863 lernte er in Leipzig Ferdinand Lassalle kennen, der ihn veranlasste, nach Berlin überzusiedeln, wo er in der Tagespresse thätig war. 1871 ü