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Du und ich, wir sind eine von sieben. Eine von sieben Frauen und Paaren, die ungewollt kinderlos sind oder waren. Diese Tatsache allein verleiht der Thematik des unerfüllten Kinderwunsches eine erschreckende Relevanz. Und genau deshalb startete im Jahr 2016 Claudia Remsing, eine engagierte Bloggerin, eine bewegende Initiative, die mit dem Hashtag #1von7 ungewollt Kinderlosen eine starke Stimme verlieh. Diese mutige Aktion bot den Betroffenen die Möglichkeit, ihre seelischen und körperlichen Herausforderungen offen zu teilen und unsichtbare Narben sichtbar zu machen. Dank des Hashtags entstand eine Gemeinschaft der Solidarität, in der sich Frauen und Paare unterstützten und ihre Erfahrungen miteinander teilten. Endlich wurde das Tabu um unerfüllten Kinderwunsch gebrochen, und das Thema erhielt die Aufmerksamkeit, die es verdiente. Die emotionale Wirkung war enorm, denn viele Betroffene fühlten sich weniger allein und fanden Verständnis und Trost in der Unterstützung durch ihre Mitmenschen. Die Aktion half dabei, die seelische Belastung der ungewollten Kinderlosigkeit sichtbar zu machen und die gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern.
Claudia Remsing hat mit ihrem Einsatz die Stille um unerfüllte Kinderwünsche gebrochen und einen Raum des Verständnisses und der Solidarität geschaffen. Ihre Initiative zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, über solche Themen zu sprechen und Unterstützung anzubieten, um eine inklusivere Gesellschaft zu schaffen, die jeden Einzelnen mit Empathie und Respekt behandelt.
Denn wir sind viele!
Ein Paar von sieben muss mit dem Schmerz und der Frustration umgehen, ungewollt kinderlos zu sein. Hinter den Zahlen verbergen sich individuelle Geschichten von Hoffnung und Verzweiflung, von Verlust, Trauer und Durchhaltevermögen. Jede einzelne dieser Geschichten ist es wert, gehört zu werden.
Aus einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus dem Jahr 2020 zur ungewollten Kinderlosigkeit in Deutschland geht hervor, dass die Zahl der Betroffenen besorgniserregend ist. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Rate der ungewollten Kinderlosigkeit kontinuierlich gestiegen.
Die Studie ergab, dass im Jahr 2020 rund 14 Prozent der Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos waren*. Das entspricht etwa einem Anteil von einem von sieben Paaren, die ihren Kinderwunsch nicht erfüllen konnten. Diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß der Herausforderung, vor der viele Paare stehen, wenn sie versuchen, eine Familie zu gründen.
Doch warum eigentlich? Was sind die Ursachen?
Es wurde festgestellt, dass bei 40 Prozent, also weniger als die Hälfte (!!!) der Betroffenen, medizinische Gründe die Ursache sind, während bei 60 Prozent der Paare keine medizinischen Gründe gefunden wurden. Dies verdeutlicht, dass die Kinderlosigkeit nicht immer auf offensichtliche medizinische Probleme zurückzuführen ist, sondern auch andere Gründe eine Rolle spielen können.