: Gottlieb Eder
: Wilde Geschichten vom Fischen - Doppeldrill und Bogenjagd: über 30 kuriose Erlebnisse
: Edition Riedenburg E.U.
: 9783990821626
: 1
: CHF 13.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 208
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Zu selben Zeit denselben Fisch gedrillt? Beim Schwarzfischen erwischt oder nachts der teuren Ausrüstung beraubt? Wie es zugeht, wenn echte Fischer inbrünstig ihrer Leidenschaft nachgehen, hat Gottlieb Eder mithilfe erfahrener Fischerkollegen in diesem Buch minutiös portraitiert. Zwischen Huchen und Lachsen, Drachenkopffischen und Hechten, Schwarzfischerei, Bogenjagd und Indianerreservoir, tödlicher Schlinge, Raubbau und Traumwasser im ehemaligen Kriegsgewässer warten alle Fischer letztlich genau auf das Eine: den Fang ihres Lebens. Mit anderen Worten:"Die eher steife Rute verbeugt sich schlagartig und das Surren der Rolle löst ein Glücksgefühl aus." Inhalt: VORWORT ... 7 VERDECKTER ERMITTLER ... 9 HANDARBEIT ... 17 HECHT ... 21 EIN GRAUSLICHER FANG ... 25 EIN TRAUMTAG ... 29 JUSTITIA ... 35 KREBSE ... 41 MONSTER ... 47 KARPFENGRAPSCHEN ... 51 NILBARSCHE ... 55 RINGFINGER ... 61 STEELHEAD ... 65 REKORDHUCHEN ... 69 PROZESS ... 73 TEUFELSROCHEN ... 79 SCHARFES CHILLI ... 83 TREIBJAGD ... 87 SCHICKSAL ... 91 LIFE STERLET ... 95 BISAM ... 99 TRAINING ... 105 WALHAI ... 113 GLÜCK ... 117 DIE VÖGEL ... 123 MITTAGSFORELLEN ... 129 DELIKATESSE ... 133 FLOSSFISCHER ... 139 TIERISCHE HEIMSUCHUNG ... 143 GEHILFE ... 151 TIERQUÄLEREI ... 155 ÄSCHENPROJEKT ... 159 GEFÄHRLICHE FISCHE ... 163 EISFISCHEN ... 169 KONTROLLE ... 173 SELBSTBEDIENUNG ... 179 DIE UNA ... 183 INDIANER ... 187 BOGENJAGD ... 191 FLIEGENFISCHERIN ... 197 SAALACH ... 201

Gottlieb Eder ist im Sternzeichen des Schützen geboren. Sein Fernweh liegt somit in den Sternen. Schwimmen, Tauchen, Raften und Fliegenfischen zählen zu seinen Steckenpferden. Im und am Wasser fühlt er sich wohl wie ein Fisch. Gottlieb Eder hat landwirtschaftliche Wurzeln und sein Lebensmittelpunkt ist der Pinzgau. Dennoch zieht es ihn immer wieder in die Ferne. Besonders naturbelassene Flüsse oder weitläufige Landschaften, wie sie in der Mongolei zu finden sind, haben es ihm angetan. Bei edition riedenburg hat Gottlieb Eder bereits mehrere Bücher zum Fischen veröffentlicht.

EIN TRAUMTAG


Zwiespältige Gefühle


Diese Geschichte hat mir Harald erzählt.

Ein außergewöhnlicher Tag im schwedischen Schärengarten mit allen Höhen und Tiefen, die sich ein Fischer nur vorstellen kann im September 2011!

Wir verbrachten, wie die Jahre auch schon davor mehrmals, eine Woche im schwedischen Schärengarten in der Nähe von St. Anna auf der Insel Risö. Die ersten vier Tage verliefen genauso, wie wir das kannten. Wir hatten perfektes Wetter, es war wolkig mit leichtem Wind, wenig Regen und keine Sonne, also ideales Hechtwetter. Die ersten vier Tage fingen wir schöne Hechte und als Beifang auch immer wieder gute Barsche. Nachdem wir die Jahre davor bereits einige Male auf dieser Insel verbracht hatten, kannten wir natürlich viele erfolgversprechende Hotspots. Auch konnten wir das Wetter, die Windverhältnisse und das Wasser mittlerweile sehr gut lesen. Wir hatten viel Spaß mit unserer Spinnfischerei, die Stimmung war hervorragend und nach dem vierten Tag dachten wir, dass die verbleibenden zwei Tage keine unangenehmen Überraschungen bieten werden. Doch das war ein heftiger Irrtum, denn dann kam Tag fünf und dieser Tag hatte es gewaltig in sich.

Früh am Morgen machten wir uns von unserer Hütte auf Richtung Steg und bemerkten sofort, dass es komplett windstill war und das bei einer total geschlossenen Wolkendecke. Eine ungewöhnliche Wettersituation auf einer Insel im Schärengarten. Egal, wir waren voll motiviert wie immer, checkten vor der Ausfahrt nochmal unser Equipment, tankten unsere 5 PS Motoren auf und fuhren zu unserem ersten Hotspot. Anker rein und schon flogen die ersten Köder Richtung Schilfkante. Doch die erwarteten Hechtbisse blieben aus.

Schnell einen Platzwechsel, und die nächsten Würfe, wieder kein Biss. Aber gut, so ist das nun mal mit den launischen Hechten. Dort wo am Tag zuvor die wilden Kerle unsere Köder attackiert haben, ist es ja oft so, dass am darauffolgenden Tag das Wasser wie ausgestorben erscheint.

So wechselten wir auf den nächsten Platz und versuchten erneut unser Glück. Wieder nichts, absolut gar nichts, nicht einmal ein winziger Barsch wagt sich an unsere Köder. So machte sich langsam aber sicher bei uns die Verzweiflung breit. Gefühlte 10.000 Würfe mit sämtlichen Ködern, die wir an Bord hatten, gefühlte 1.000 verschiedene Stellen an Kanten, in Buchten, an Schilfgürteln, im Freiwasser, jede vermeintlich gute Stelle, die wir in diesem Gebiet kannten. Den Vorwurf, nicht alles versucht zu haben, konnten wir uns nicht machen. Wir hatten wirklich alles versucht, doch es kam kein einziger Biss an diesem Vormittag. Bis jetzt war das der schlimmste Tag, an den wir uns im Schärengarte