EIN TRAUMTAG
Zwiespältige Gefühle
Diese Geschichte hat mir Harald erzählt.
Ein außergewöhnlicher Tag im schwedischen Schärengarten mit allen Höhen und Tiefen, die sich ein Fischer nur vorstellen kann im September 2011!
Wir verbrachten, wie die Jahre auch schon davor mehrmals, eine Woche im schwedischen Schärengarten in der Nähe von St. Anna auf der Insel Risö. Die ersten vier Tage verliefen genauso, wie wir das kannten. Wir hatten perfektes Wetter, es war wolkig mit leichtem Wind, wenig Regen und keine Sonne, also ideales Hechtwetter. Die ersten vier Tage fingen wir schöne Hechte und als Beifang auch immer wieder gute Barsche. Nachdem wir die Jahre davor bereits einige Male auf dieser Insel verbracht hatten, kannten wir natürlich viele erfolgversprechende Hotspots. Auch konnten wir das Wetter, die Windverhältnisse und das Wasser mittlerweile sehr gut lesen. Wir hatten viel Spaß mit unserer Spinnfischerei, die Stimmung war hervorragend und nach dem vierten Tag dachten wir, dass die verbleibenden zwei Tage keine unangenehmen Überraschungen bieten werden. Doch das war ein heftiger Irrtum, denn dann kam Tag fünf und dieser Tag hatte es gewaltig in sich.
Früh am Morgen machten wir uns von unserer Hütte auf Richtung Steg und bemerkten sofort, dass es komplett windstill war und das bei einer total geschlossenen Wolkendecke. Eine ungewöhnliche Wettersituation auf einer Insel im Schärengarten. Egal, wir waren voll motiviert wie immer, checkten vor der Ausfahrt nochmal unser Equipment, tankten unsere 5 PS Motoren auf und fuhren zu unserem ersten Hotspot. Anker rein und schon flogen die ersten Köder Richtung Schilfkante. Doch die erwarteten Hechtbisse blieben aus.
Schnell einen Platzwechsel, und die nächsten Würfe, wieder kein Biss. Aber gut, so ist das nun mal mit den launischen Hechten. Dort wo am Tag zuvor die wilden Kerle unsere Köder attackiert haben, ist es ja oft so, dass am darauffolgenden Tag das Wasser wie ausgestorben erscheint.
So wechselten wir auf den nächsten Platz und versuchten erneut unser Glück. Wieder nichts, absolut gar nichts, nicht einmal ein winziger Barsch wagt sich an unsere Köder. So machte sich langsam aber sicher bei uns die Verzweiflung breit. Gefühlte 10.000 Würfe mit sämtlichen Ködern, die wir an Bord hatten, gefühlte 1.000 verschiedene Stellen an Kanten, in Buchten, an Schilfgürteln, im Freiwasser, jede vermeintlich gute Stelle, die wir in diesem Gebiet kannten. Den Vorwurf, nicht alles versucht zu haben, konnten wir uns nicht machen. Wir hatten wirklich alles versucht, doch es kam kein einziger Biss an diesem Vormittag. Bis jetzt war das der schlimmste Tag, an den wir uns im Schärengarte