Kapitel 1
Das 18. Jahrhundert in Europa
Blüte der Wissenschaft und Tummelplatz gereifter Seelen
Die seelische Quelle hatte Eva Maria die Jahreszahl 1785 genannt, zu der wir nachlesen sollten. Wir Autorinnen haben uns inzwischen daran gewöhnt, dass der Zugang zu einem Thema überraschend sein kann und dass sich darüber dann all das entwickelt, was die Quelle uns vermitteln möchte. Sie hat Zugriff auf unterschiedliche Wissensspeicher, d. h. zu allem, was auf der Erde von Menschen erfahren sowie gedacht wurde und wird. Auch kann sie zu kosmischen Quellen Kontakt aufnehmen, dort zukunftsgerichtetes Wissen abfragen und über Eva Maria vermitteln. Sie hat die Absicht, über die medialen Fähigkeiten von Eva Maria Pfeiffer dienliches Wissen in die Welt zu tragen. Unsere Aufgabe dabei ist, den Hinweisen der Quelle nachzugehen und Fragen zu stellen.1
Im 18. Jahrhundert kam es im Herzen Europas zu umwälzenden gesellschaftlichen Entwicklungen. 1789 begann die Französische Revolution mit der Forderung nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Und es kam in dieser Zeit zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen Erfindungen von ungeahntem Ausmaß. Als technisches Wahrzeichen dieser innovativen Zeit gilt die erste Fahrt mit dem Heißluftballon der Brüder Montgolfier im Jahr 1783.2 Um 1785 ist vieles – zu viel – geschehen, was einer Nachfrage in den seelischen Welten wert gewesen wäre.
Wir fragten uns, ob es der Quelle um den Aufbau der heute im weiteren Sinne demokratisch regierten europäischen Nationalstaaten, in gewisser Weise um den Start in die heutige europäische Gemeinschaft, ging. Im Sommer 1785 wurde von Friedrich Schiller dieOde An die Freude verfasst. Ihre Wirkungsgeschichte reicht bis in das Heute und in die Zukunft hinein. »Schillers GedichtAn die Freude erschien erstmals 1786 in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Thalia. […] Bald darauf beschäftigte Beethoven die Idee einer Vertonung. Zusätzlich inspirierte ihn Schillers GedichtDie Götter Griechenlandes, in dem Schiller dem harmonischen Miteinander von Religion und Wissenschaft zur Zeit der Antike den christlichen Ansatz gegenüberstellt, der – bedauerlicherweise – eine geistliche Gotteswelt von einer entgötterten Natur trenne.«3 Seit 1972 ist der vierte Satz von Beethovens 9. Sinfonie offizielle Hymne des Europarats, seit 1985 Hymne der Europäischen Gemeinschaft.
Wem nun die Melodie vonAlle Menschen werden Brüder in den Sinn kommt, verfügt über einen Ohrwurm, der zur Untermalung dieses Buchs passen würde.4
Wir hätten hier einen wunderbaren musikalischen Ausgangspunkt gefunden, um das damalige gesellschaftliche und politische Geschehen und dessen große Auswirkungen in dieses Buch aufzunehmen. Der Begriff ›entgötterte Natur‹ wäre vermutlich zudem ein gutes Stichwort für die kausale Quelle gewesen. Sie versucht, uns und unserer Leserschaft immer wieder zu verdeutlichen, dass der Mensch und die Natur durchaus nach wie vor unter dem wohlmeinenden Einfluss des schöpferischen All-Ganzen stehen. Wenngleich dieses nicht dem Gottesbild einer Religion entspricht und die uns näherstehenden Instanzen eher in den seelischen Welten zu finden sind.
Oder ging es der Quelle möglicherweise um die ersten Schritte in das Zeitalter der weltverändernden Industrialisierung? 1785 erhielt bspw. der englische Pfarrer Edmund Cartwright für den von ihm erfundenen ersten vollmechanisierten WebstuhlPower Loom das Patentrecht. Die Bedienung erfolgte noch per Muskelkraft über eine Handkurbel, was zweier Männer bedurfte, die schnell ermüdeten. Wenig später, 1788, setzte Cartwright bereits in seiner 1786 gegründeten Weberei eine Dampfmaschine als Antriebsaggregat ein. Die neue Technik führte damals zu Unruhen in der Arbeiterschaft, weil sie bisherige Arbeitsplätze vernichtete.5 Vor allem mit dem Naturforscher Isaac Newton, der Mitte des 17. Jahrhunderts geboren worden war, hatte die Erforschung von Naturgesetzen und die Mechanik eine immer bedeutendere Rolle eingenommen, was sich in der Folge in technischen Erfindungen sowie neuen Arbeits- und Lebensweisen niederschlug.
Neben der Physik spielte zunehmend die Chemie eine große Rolle. Wir stießen unter anderen Naturforschern6 auf Antoine Laurent de Lavoisier7. Eva Maria Pfeiffer befragte die Quelle zu ihm.
Die Quelle: »Bei Antoine Laurent de Lavoisier können wir gut beschreiben, wie seelische Bestimmungen aus seelischen Aufgaben heraus ein sogenanntes Forscher- und Wissenschaftlerleben beeinflussen. Ihr könnt an diesem Beispiel aber auch sehen, dass jede Inkarnation wichtig ist, um später einmal zu großen Erkenntnissen zu kommen.
In seinem Fall war die Seele bereits einmal als Handwerker inkarniert gewesen, der sich in aller Stille und in aller Ausführlichkeit mit den Eigenschaften des Holzes beschäftigte. Dies legte die seelische Grundlage für die Inkarnation, in der die Seele als Antoine Laurent de Lavoisier auf anderem Gebiet die Gesetze und Eigenschaften der Natur studierte. Wir möchten euch damit sagen, dass aus seelischer Sicht kein großer Unterschied besteht, ob eine Seele die Gesetze des Holzes oder die Gesetze des Kosmos erforscht. Für beides braucht es eine gewisse seelische Voraussetzung, aber auch einen bestimmten Intellekt und natürlich auch förderliche