KAPITEL 1
GRUNDLAGEN DERSELBSTHEILUNGUNDGANZHEITLICHEN HEILUNG
Auf dem Weg zur Genesung begegnen Menschen verschiedenen Herausforderungen und müssen oft experimentieren, um herauszufinden, welcher Ansatz wirksam ist. Es ist wichtig, trotz Rückschlägen den Mut nicht zu verlieren, da jeder Versuch wertvolle Erkenntnisse bringen und dem Fortschritt dienen kann. Heilung, die nachhaltig wirken soll, muss auf allen Ebenen stattfinden. Dies umschließt eine ganzheitliche, dauerhafte Gesundung auf mentaler, emotionaler, physischer, energetischer und bewusstseinsmäßiger Ebene. Heilung wird als ein allumfassender Prozess verstanden, der tiefer geht als die bloße Behandlung von Symptomen und stattdessen nach den Wurzeln der Probleme sucht.
Im Gegensatz zur Schulmedizin, die häufig noch auf dem Maschinenmodell – das heißt einem mechanistischen Weltbild – von Descartes basiert, nimmt die ganzheitliche Medizin den Menschen auf allen Ebenen in den Blick. Sie betrachtet das gesamte Bild, nicht nur die einzelnen »Bestandteile«, aus denen der Körper besteht. Über die materialistische Ebene hinaus setzen wir uns mit unterschiedlichen Aspekten der Gesundheit auseinander, um langfristige Heilung zu erzielen. Statt den Menschen als zusammengesetzten Apparat zu verstehen, möchten wir einen achtsamen Blick auf alle Ebenen richten. Diese allumfassende Betrachtung ist in der heutigen Zeit und in unseren Kulturkreisen weitestgehend verloren gegangen.
Durch eine solche integrative Herangehensweise wird der Einzelne nicht nur als Patient mit einer Krankheit gesehen, sondern als ein ganzes Wesen mit körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnissen. Wir erkennen, dass Umwelt, Lebensstil und soziale Faktoren eine entscheidende Rolle im Heilungsgeschehen spielen und dass die emotionale und spirituelle Unterstützung genauso wichtig ist wie die physische Behandlung. So fördern wir nicht nur die Genesung, sondern unterstützen auch die persönliche Entwicklung und das Wohlbefinden auf einer tieferen Ebene, womit wir den Grundstein für dauerhafte Gesundheit und Vitalität legen.
In der industrialisierten Welt blickt die Medizin einseitig auf die materialistischen Aspekte des Menschen. Der Körper wird nach Mechanismen und Funktionsweisen kategorisiert und schlussendlich nach Symptomen abgeklopft. Wer kennt es nicht: das Abklopfen im Brust- und Rückenbereich, wenn man beim Arzt sitzt. Im Sinne des Maschinenmodells von Descartes werden die einzelnen Segmente des Menschen unter die Lupe genommen. Drehen wir also an diesem Rädchen hier im Kniegelenk, wird dadurch der gesamte Bewegungsapparat positiv beeinflusst und wir erhalten eine Besserung der Situation, weil die Schmerzen beim Gehen gelindert sind.
Wir werden an dieser Stelle jedoch auch festhalten müssen, dass die Heilung oft zeitlich begrenzt ist. Schon nach kurzer Zeit tauchen entweder dieselben Symptome wieder auf oder es meldet sich eine andere Stelle im Körper mit neuen Symptomen, die es zu behandeln gilt.
Die westliche, herkömmliche Schulmedizin verschreibt sich in aller Regel dem Prinzip von Ursache und Wirkung. Der Fokus liegt hierbei hauptsächlich auf den Symptomen, die sodann nach einer schematischen Arbeitsweise, anhand eines Rasters abgearbeitet werden. Wir haken die Befindlichkeiten des Menschen auf einer Liste ab. Die Fra