Prolog: Die einsame Prinzessin und ihr fauler Sitznachbar
Die Seirei-Privatschule umfasste die Mittelstufe, die Oberstufe und eine angeschlossene Universität. Sie hatte im Laufe ihrer langen Geschichte unzählige Absolventen hervorgebracht, die sich in Politik und Wirtschaft verdient gemacht hatten. Zudem sollen einst selbst Sprösslinge aus Adelskreisen diese exquisite Institution besucht haben.
Ein jeder Schüler, der diese traditionsreiche Bildungsstätte erreichen möchte, musste eine Allee beschreiten. Fröhlich plauderten Freunde und Klassenkameraden auf ihrem Schulweg, doch sobald eine gewisse Schülerin durch das Schultor schritt, veränderte sich die Atmosphäre maßgeblich.
„Oha! Wer ist denn diese Schönheit?“
„Kennst du sie etwa nicht? Sie hat die Neuzugänge neulich bei der Aufnahmefeier vertreten. Sie ist Marias kleine Schwester.“
„Damals stand ich einfach zu weit weg, aber jetzt so aus der Nähe betrachtet, wirkt sie wie eine Fee.“
„Ja, oder? Sie haut mich völlig um, obwohl ich auch ein Mädchen und sogar älter bin.“
Ihre Haut war weiß wie Schnee, obwohl sie eine gebürtige Japanerin war. Ihre Mandelaugen strahlten wie blaue Saphire und ihr silbernes Haar glänzte geheimnisumwoben in der Morgensonne. Ihre schöne Gestalt war das Ergebnis einer Verschmelzung der markanten Gesichtszüge ihres russischen Vaters und der weichen Anmut ihrer japanischen Mutter. Darüber hinaus war sie für ein Mädchen hochgewachsen, mit langen Gliedmaßen gesegnet und verfügte über einen Stil, der sie zum fleischgewordenen Ideal einer Frau von Welt machte: Nur so viel von sich preisgeben, wie man es möchte.
Ihr Name lautete Alisa Michailowna Kujou und sie war eine Schönheit wie von einem anderen Stern. Seit sie letztes Jahr, im dritten Jahr der Mittelstufe, an die Seirei-Privatschule gewechselt war, belegte sie unangefochten bei allen Prüfungen den ersten Platz. Darüber hinaus brillierte sie im Sport und war seit diesem Jahr die Schatzmeisterin der Schülervertretung. Durch all dies hatte sie sich die Bezeichnung als fleischgewordene Perfektion redlich verdient.
„Hey, schau mal da!“
„Hä? Oh! Das ist ja Kujou! Jetzt habe ich den ganzen Morgen Glück.“
„Nu