: Hyuganatsu
: Die Tagebücher der Apothekerin (Light Novel): Band 2
: JNC Nina
: 9783989617018
: 1
: CHF 7.10
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: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 360
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Nach ihrer Entlassung ist Maomao zurück im Freudenviertel und landet verschuldet unter der Fuchtel der profitgierigen Matrone. Zu Maomaos Glück kommt ein gewisser Eunuch mit ausreichend Gold vorbei, um ihre Schulden zu begleichen und sie von weiterer, körperlicher Arbeit im Rokushokan zu befreien. Womit Maomao dabei nicht rechnet, ist, dass sie ihre Arbeit nicht mehr im ihr bekannten Inneren Palast verrichten wird. Stattdessen ist sie nun dem schönen Eunuchen direkt unterstellt und wird im Äußeren Palast als dessen Magd dienen. Lange dauert es nicht, bis die dortigen hochrangigen Männer auf Maomaos Wissen und Scharfsinn aufmerksam werden und für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren wollen - denn auch an einem Ort wie diesem sind ihre detektivischen Fähigkeiten eine gefragte Rarität. Zwischen weiteren Intrigen am Hofe und ganz persönlichen Herausforderungen werden Maomaos medizinische Fähigkeiten und kühler Kopf auch im Äußeren Palast weiter auf die Probe gestellt.

Der Kaiser grinste, während er sich über seinen schönen Bart strich.

Wäre es sehr unhöflich, wenn Jinshi ihm sagte, dass er ihm nicht gefalle? Und doch, der Bart stand ihm gut. Damit konnte Jinshi schlicht nicht mithalten.

„Nun, was wirst du jetzt tun? Der Gärtner, der unseren Blumengarten pflegt, das bist doch du, oder nicht?“

Die außergewöhnlich provokante Sprechweise machte Jinshi versucht, gezwungen zu lächeln. Doch dann setzte er sich das verführerische Lächeln eines Himmelsmädchens auf. Das über sich selbst zu sagen, mag komisch sein, aber wenn Jinshi Selbstvertrauen hatte, dann in sein äußeres Erscheinungsbild.

Es war ironisch, dass er das, was er wirklich wollte, nicht haben konnte. Ja, egal wie sehr er sich auch bemühte, konnte er zwar hervorragend sein, sich aber nicht hervortun; er war schließlich nur einen Deut besser als gewöhnliche Menschen. Es war aber sein Aussehen, das dem aller überlegen war.

Früher missfiel es ihm, doch jetzt sah er es nüchtern. Wenn weder Wissen noch militärische Macht ausreichten, um sich aus der Masse hervorzutun, dann würde er sich eben andere Qualitäten zunutze machen. Das führte zu diesem Ergebnis: Jinshi wurde der Verwalter eines wunderschönen Harems. Sein Erscheinungsbild und seine Stimme waren zu süßlich, um einem Mann zu gehören, und er setzte diese Qualitäten zu ihrem Vollen ein.

„Wie Ihr wünscht, Eure Majestät.“ Mit einem sanften, aber entschlossenen Lächeln im Gesicht verbeugte sich Jinshi vor dem Kaiser.

Seine Majestät nippte an seinem Wein und grinste auf eine Art, die Jinshi dazu einzuladen schien, das Schlimmste zu tun. Jinshi war bewusst, dass er im Grunde nicht mehr als ein Kind war; ein Kind, das sich in der großen Handfläche des Kaisers abmühte. Aber er würde alles tun – koste es, was es wolle.

Jinshi musste sich die absurden Wünsche des Kaisers anhören. Das war einerseits seine Aufgabe und zur gleichen Zeit auch eine Wette mit Seiner Majestät. Jinshi musste diese Wette gewinnen, denn das war die einzige Möglichkeit für ihn, seinen eigenen Weg wählen zu können. Vielleicht gab es andere Wege, doch als gewöhnliche Person, war dies die einzige Möglichkeit, die ihm in den Sinn kam.

So hatte er seinen aktuellen Pfad gewählt.

Er nippte am Glas und stillte seinen D