: Caro Sand
: New Lendt Berlin Ein Urban Fantasy Roman
: Books on Demand
: 9783759709134
: New Lendt
: 1
: CHF 7.00
:
: Fantasy
: German
: 242
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Im Auftrag des Despoten Roland von Eichenthurm gelingt es Alchemisten, einen Raum zu erschaffen, in dem die Zeit keine Rolle mehr spielt. Für den Erhalt des Zeitreichs ist Adrian zuständig. Seit dem 14. Jahrhundert ist er als Bewahrer gefangen zwischen der Verantwortung für dieses und den tyrannischen Forderungen von Roland von Eichenthurm. Dieser hält Adrians Mutter als Geisel. Zum Erhalt des Geheimnisses muss Adrian regelmäßig den geschützten Raum verlassen - ein gefährliches Unterfangen, bei dem er jedes Mal sein Leben, und damit auch das seiner Mutter, aufs Spiel setzt. In der heutigen Zeit wird Liv auf Adrian aufmerksam. Ist er für ihre Albträume verantwortlich, die sie seit früher Kindheit plagen? Sie spürt ihn auf und sieht darin eine Möglichkeit, Antworten zu finden und ihre eigenen Dämonen zu überwinden. Als Adrian und Liv aufeinandertreffen, geraten nicht nur ihre Welten ins Wanken, sondern auch Adrians Selbstbild. Sein Streben nach Freiheit verstärkt sich und er ist mit der Frage konfrontiert, ob der Preis für ewiges Leben zu hoch ist. Ein Tyrann, der auf Kosten vieler weder altert noch stirbt. Ein junger Mann, der dessen ewiges Leben bewahren muss. Eine Studentin, die den Bewahrer und den Fortbestand des Zeitreichs ins Wanken bringt. Erlebe eine mitreißende Geschichte über die Macht der Liebe, die Sehnsucht nach Freiheit und die Kraft, sich gegen das Unvermeidliche zu stellen. Detailverliebte Kapitelzierden und Illustrationen begleiten den Leser auf der spannungsgeladenen Reise durch die Zeit.

Caro Sand lebt in Schleswig-Holstein und bewegt sich schreibend am liebsten im Genre Fantasy und Urban Fantasy. Sie verknüpft Parallelwelten über verschiedene Pforten mit unserer Realität. In ihrer Freizeit geht sie gerne auf Wikinger- und Mittelaltermärkte. Als Waldpädagogin liebt sie es, die Teilnehmer ihrer Veranstaltungen in die Rolle heimischer Waldtiere schlüpfen zu lassen, und stößt auch dabei Tore in Parallelwelten, z. B. zu Fabelwesen, auf. Am Herzen liegt ihr der Erhalt der plattdeutschen Sprache und so erscheinen ihre Kinderbücher mehrsprachig.

LIV


»Here you go! Here is your change. Have a nice day! Bye!« Liv strahlte und reichte einem Engländer in Tweedsakko sein Wechselgeld. Es war ihr immer eine Freude, auf Landsleute zu treffen.

Sie liebte ihren Job im Souvenirladen. Sie war gerne unter Menschen und die deutsche Sprache bereitete ihr mittlerweile keine Probleme mehr. Und die Stadt war großartig! So viele Möglichkeiten, so viel zu erkunden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte sie sich dann doch in Berlin eingelebt und war vor drei Jahren, mit gerade mal zwanzig, in eine WG in Friedrichshain mit Blick auf den Volkspark gezogen. Hier war sie genau am Puls der Zeit. Optimal!

»Hey, was machst du denn hier?«, rief Liv freudig aus, als sie Ann erblickte, die gerade das Geschäft betrat.

»Ich dachte mir, ich entführe dich auf einen Milchkaffee. Du hast doch gleich Schluss, oder?« Ann lächelte verschmitzt.

Kurz blitzte vor Livs geistigem Auge die Erinnerung auf, wie Ann ihr in ihrer ersten Woche in Deutschland zu Hilfe gekommen war. In einem Supermarkt hatte sie hilflos und überfordert in das Gesicht einer Verkäuferin geblickt, die sie mit einem Schwall deutscher Worte überflutet hatte, von denen Liv höchstens mal ein »und« verstanden hatte. Ann hatte gedolmetscht und Liv hatte schnell gemerkt, dass sie auf der gleichen Wellenlänge lagen. Sie waren Freundinnen geworden, und Ann hatte Liv all die schönen Ecken von Berlin gezeigt. Seitdem waren sie unzertrennlich. Als Anns damalige Mitbewohnerin kurz darauf auszog, zog Liv in das freigewordene Zimmer in der Altbauwohnung mit Blick auf den Volkspark Friedrichshain.

Herrlich, dachte Liv, als sie mit Ann den mit Menschen gefüllten Ku’-Damm betrat. Sie schloss die Augen, als sie ihr Gesicht der Sonne zuwendete und ihre wärmenden Strahlen genoss. Der Frühling war eindeutig ihre liebste Jahreszeit! Wie gut, dass sie heute nicht bis zum Abend arbeiten musste.

Sie schlenderten in Richtung KaDeWe, holten sich im Europacenter einen Kaffee zum Mitnehmen und pflanzten sich auf die Stufen vor der Gedächtniskirche. Hier war immer etwas los und es gab jede Menge zu sehen. Eine Gruppe Punks hatte sich mit ihren Hunden ebenfalls auf den Stufen niedergelassen, ein Straßenkünstler, von Kopf bis Fuß silbern, mimte eine Statue. Li