London
Cathrine saß resigniert im Haus von Lady Whitmore. Sie tat sich schwer, die Neuigkeiten von Elizabeth zu verarbeiten. Dabei hatte sie auf ihre Hilfe im Kampf gegen Heinrich gehofft. Nun verlor sie ihre beste Freundin an ihn. Er hatte es tatsächlich geschafft, ihr alle Menschen zu nehmen, die ihr lieb und teuer waren. Aus ihrer anfänglichen Wut auf Elizabeth war in der Zwischenzeit Mitleid geworden. Die Prinzessin wurde mit Sicherheit unter Druck gesetzt und zu diesem Schritt gezwungen. Ein freies Leben war ihr nicht bestimmt. Cathrine versuchte das zu begreifen, auch wenn es ihr schwerfiel, es zu akzeptieren. König Heinrich zu besiegen, könnte Elizabeth aus ihrer Zwangslage herausholen. Das war allein durch seinen Tod zu erreichen.
Gedankenversunken kramte Cathrine in ihrer Reisekiste. Sie zog einen alten Jagdbogen heraus, den sie vorsichtshalber als Waffe mitgenommen hatte. Schon als Kind hatte sie gelernt, damit umzugehen. In einer Zeit von Kriegen und Kämpfen wollten ihre Eltern, dass sie lernte, sich zu verteidigen. Sie spannte den Bogen auf. Obwohl sie ihn schon länger nicht benutzt hatte, fühlte sich das glatte Eibenholz in ihren Händen vertraut an.
Sie stellte den Jagdbogen in eine Ecke und betrachtete das schöne Stück. Was sollte sie jetzt tun? Einfach unverrichteter Dinge nach Nottingham zurückkehren? Wo nichts wartete, als die Erinnerung an das, was sie verloren hatte? Elizabeths Hochzeit fand in wenigen Tagen statt. Es war abzusehen, dass die Feierlichkeiten die ganze Stadt in Aufruhr versetzten. Bestimmt wäre sie zu den Festlichkeiten geladen worden, wenn nicht König Heinrich der B