Eines Tages vergaßen meine Eltern, mich vom Kindergarten abzuholen. Der kringelige Zaun vor dem Gebäude hatte einen ausladenden Steinsockel. Ich setzte mich darauf, wartete und blickte in Richtung der Bahnschranken, hinter denen mein Wohngebiet lag. Die kleine Kunstledertasche zum Umhängen, in der ich eine Brotbüchse und eine Trinkflasche aufbewahrte, ruhte auf meinem Schoß. Mit meinen Augen und Fingern folgte ich den dunklen Rillenmustern, die sich unregelmäßig und scheinbar ziellos über die Oberfläche zogen.
Alle Kinder, Eltern und Kindergärtnerinnen waren bereits nach Hause gegangen. In der einsetzenden Dunkelheit konnte ich die Spielgeräte hinter dem Zaun nur noch schemenhaft erkennen: ein Kletterturm in Raketenform, zwei knarzende Holzwippen, von denen eine seit jeher kaputt gewesen war, sowie ein kleines Karussell in lustigem Rot und Gelb. Am liebsten mochte ich das Holzauto, das sich mitten im großen Sandkasten befand. Es hatte zwei Sitzbänke und als Lenker eine glattgegriffene Holzsch