Basiswissen Cost Engineering
Cost Engineering verkörpert die synergetische Fusion zweier fundamentaler Dimensionen des Unternehmertums: die der Kostenkalkulation und jene des Ingenieurwesens. Dabei geht es nicht nur um eine oberflächliche Quantifizierung monetärer Ausgaben im Zusammenhang mit Produkten oder Dienstleistungen. Vielmehr werden die tiefgreifende Analyse sowie die fortlaufende Optimierung der zugrunde liegenden Prozesse umfasst, seien es solche der Produktentwicklung oder der Fertigung.
Historisch betrachtet ist das Konzept des Cost Engineerings keineswegs neu. Es manifestierte sich ursprünglich in Form von Praktiken, die unter dem Begriff „Kostenanalysen“ bekannt waren. Der Ausgangspunkt des Cost Engineerings ist die Wertanalyse, die im Jahr 1947 durch den Chefeinkäufer Lawrence D. Miles (1904–1985) von General Electric ins Leben gerufen wurde und die Senkung der Materialkosten ohne Verschlechterung der Produktqualität anstrebt. Der transatlantische Transfer dieses Paradigmas nach Europa, speziell nach Deutschland, setzte etwa zu Beginn der 1990er-Jahre ein und war maßgeblich durch US-amerikanische Konzerne wie Ford beeinflusst. Die terminologische Konsolidierung unter dem Fachausdruck „Cost Engineering“ vollzog sich allerdings erst in den frühen 2000er-Jahren. Das Hauptziel dieses Ansatzes lag und liegt nicht nur in der reinen Kostenreduktion, sondern vielmehr in der proaktiven Vermeidung unnötiger Ausgaben durch gezielte ingenieurtechnische Methodologien und Strategien.
In konventionellen Unternehmensstrukturen war dieser Ansatz typischerweise in Abteilungen wie dem Einkauf verankert. Mit der fortschreitenden Globalisierung und dem sich wandelnden wirtschaftlichen Klima wurde jedoch immer deutlicher, dass Cost Engineering das Potenzial besaß, eine essenzielle Rolle für die ökonomische Resilienz und die globale Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen einzunehmen.
Cost Engineering hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zu einer hochkomplexen Disziplin entwickelt, die sich der optimierten Verknüpfung zwischen wirtschaftlichen Aspekten und technischen Funktionen eines Produktes widmet. In seinem Kern steht die Betrachtung von Produktfunktionen und deren Kostenaspekten, um diese in einem idealen Gleichgewicht zu halten.
Das Zusammenspiel von Funktionalität und Wirtschaftlichkeit
Ein Beispiel ist die Entwicklung eines Kotflügels für Autos. Dieses im Allgemeinen zumeist kaum beachtete Bauteil besitzt intrinsische Funktionen, die erfüllt werden müssen, seien es der ästhetische Aspekt, der Schutz des Fahrzeugs oder die aerodynamischen Eigenschaften. Das Ziel des Cost Engineerings ist es, alle diese Funktionen zu optimieren und gleichzeitig die damit verbundenen Kosten im Blick zu behalten beziehungsweise diese über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg kontinuierlich zu senken.
Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist der Scheinwerfer eines Autos. Dieser muss nicht nur „Licht geben“ – also seine primäre Funktion erfüllen –, sondern er soll auch anderen Spezifikationen genügen, etwa in Bezug auf Lichtweite, Helligkeit oder heute sogar die adaptive Lichtkegel-Verlagerung in Kurven. Dabei besteht die Kunst darin, ein Produkt zu schaffen, das alle diese Anforderungen erfüllt, aber zugleich auch wirtschaftlich produziert werden kann. Das impliziert oftmals, einen Mittelweg zwischen Premium-Materialien und Kostenoptimierung zu finden.
Der Aspekt der Optimierung führt uns zu einer weiteren Schlüsseldimension des Cost Engineerings: Die Rede ist von der Lebensdauer eines Produktes. Dieses kann von seiner Konzipierung her auf Langlebigkeit ausgerichtet und demen