: Robert Corvus, Marie Erikson, Jacqueline Meyerhofer, Michael Marrak, Jörn Lausen, Thorsten Schweikar
: Stellaris Paket 10 Perry Rhodan Stellaris Geschichten 91-100
: Perry Rhodan digital
: 9783845352671
: Perry Rhodan Stellaris
: 1
: CHF 1.80
:
: Science Fiction
: German
: 110
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die STELLARIS ist ein besonderes Raumschiff: Seit vielen Jahren reist sie durch das Universum der PERRY RHODAN-Serie, bemannt von einer wechselnden Besatzung, unter wechselnder Leitung und mit wechselnden Zielen. Die Abenteuer, die ihre Besatzung und Passagiere erleben, sind Thema zahlreicher Geschichten ... Unterschiedliche Autoren verfassten die Kurzgeschichten rings um das Raumschiff STELLARIS. Sie werden seit Jahren regelmäßig im Mittelteil der PERRY RHODAN-Hefte veröffentlicht - hier präsentieren wir die Folgen 91 bis 100 in einer Sammlung. Mit dabei sind Kurzgeschichten von Robert Corvus, Marie Erikson, Jacqueline Meyerhofer, Michael Marrak, Jörn Lausen, Thorsten Schweikard, Uwe Hermann, Stefan Pannor,  Gerry Haynaly und Olaf Brill.   Das STELLARIS-Paket 10 umfasst folgende Geschichten:   Folge 91: » Die Goldmaschine« von Marie Erikson Folge 92: » Ein Arkonide für alle Fälle« von Jacqueline Meyerhofer Folge 93: » Laichberechtigung« von Marie Erikson& Robert Corvus Folge 94: » Der Mann, der Räume glücklich machte« von Michael Marrak Folge 95: » Die Intelligenz der Skaner« von Jörn Lausen Folge 96: » Freundinnen« von Thorsten Schweikard Folge 97: » Der Junge« von Uwe Hermann Folge 98: » NATHANS Bibliothekar« von Stefan Pannor Folge 99: » Zielpunkt Aralon« von Gerry Haynaly Folge 100: » Die Planetenwächter« von Olaf Bril

Folge 91

Die Goldmaschine

von Marie Erikson

 

Nyra Zendervrelch atmete tief ein und wappnete sich für das, was gleich passieren würde. Die Erste Offizierin trat hinter Sparks in den Speisesaal ein.

Sparks hieß eigentlich Sunyata Gupta, war die frischgebackene Kapitänin der STELLARIS und Nyras Freundin seit ihrer gemeinsamen Zeit auf Zalit. Synchron stellten beide ihre Füße schulterbreit auseinander und verschränkten die Hände hinter dem Rücken.

Mit ernster Miene sah Sparks die soeben neu eingetroffenen Passagiere an, nickte ihnen zur Begrüßung nur knapp zu.

Das ältere Ehepaar nickte ebenso distanziert zurück.

Nyras Kieferknochen mahlten. Es war ein Abwarten, ein Lauern, bis die Servoroboter die Getränke eingeschenkt hatten und den Raum verließen.

Niemand wagte es, sich zu rühren.

Ein Surren und anschließendes Zischen verriet dann, dass die Roboter fort waren.

Nyra nahm eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahr. Sie wusste, was das zu bedeuten hatte: Sparks tastete nach den beiden Schlaufen, die unter ihrem schwarzen Hemd verborgen waren.

Nyra schloss ihre Hand fest um den Gegenstand, den sie ihrerseits hinter dem Rücken versteckte.

Der ältere Passagier wartete noch einen Atemzug lang ab, dann stellte er einen Fuß auf die Zehenspitzen und tippte viermal auf den Boden.

Auf das Kommando des vierten Auftretens rissen Sparks und die ältere Frau ihre Arme im Neunzig-Grad-Winkel nach oben, und feinstes Silbertuch entfaltete sich wie Flügel.

Der Mann zog eine Flöte aus dem Ärmel und begann, eine hypnotische Abfolge von Tönen zu spielen, die Nyra rhythmisch mit den Glöckchen begleitete, die sie in der Hand verborgen gehalten hatte. Es war eine Melodie aus dem alten Nationalstaat Indien, der vor langer Zeit auf Terra existiert hatte.

Die Frauen drehten sich ausgelassen um die eigene Achse. Dabei schwangen sie ihre Arme so kunstvoll, dass durch elektrische Spannungen Muster auf dem Tuch entstanden.

Die ältere Frau schmunzelte, und auf dem Gesicht der Kapitänin breitete sich das Lächeln aus, das Nyra so vertraut war.

Die Tanzenden schritten aufeinander zu und verfielen in eine gemeinsame, fließende Bewegung. Ihre Tücher flirrten und ergänzten sich, sodass es aussah, als umschwirrten zwei Schmetterlinge einander.

Der Mann wiederholte die Melodie immer wieder und steigerte das Tempo jedes Mal. Nyra hatte Mühe, mit dem Glöckchen-Rhythmus Schritt zu halten.

Bald schien es, als würden die Füße des tanzenden Paares den Boden gar nicht mehr berühren. Nyra war es ein Rätsel, wie sich die beiden derart umwirbeln konnten, ohne dass sich die Tücher ineinander verfingen.

Schließlich, als das Tempo der Tonabfolge seinen Höhepunkt erreicht hatte, wurde es für Sparks zu viel. Sie stolperte über ihre eigenen Füße, und die Frauen fielen sich lachend in die Arme.

Die Ältere küsste Sparks' Stirn. »Meine Tochter, wie bin ich stolz auf dich. Auch wenn du manchmal tanzt wie eine Unitherin.«

Botschafter Gupta ließ seiner Frau und seiner Tochter den Moment, ging auf Nyra zu und schloss sie herzlich in die Arme. Sie überragte ihn um einen Kopf.

»Es ist schön, dich wieder an der Seite unserer Tochter zu sehen. Ihr habt euch auf Zalit ja schon so gut verstanden. Wie ich sehe, hast du mein Geschenk nicht nur aufbewahrt, sondern auch damit geübt.« Anerkennend sah er auf die Glöckchenkette hinab, die Nyra in der Hand hielt.

Verlegen strich die Zaliterin sich durch das kurze Haar. Sie war als Jugendliche oft in der Residenz der Guptas auf ihrer Heimatwelt gewesen und hatte die farbenfrohen und fröhlichen Riten der Terraner stets bewundert, die eine große Vorliebe für das vorraumfahrtliche Indien hegten. Obwohl die Erde in den vergangenen Jahrtausenden mehrmals vollständig entvölkert worden war, hatte das Wissen um die Traditionen überlebt.

Die Familie Gupta war bei Weitem nicht die einzige, die dieser Überlieferung