VORWORT
Mit 77 habe ich beschlossen, im Alter von 80 von Luxemburg nach Berlin zu ziehen, denn dann wird, falls alles gut geht, meine neue Eigentumswohnung bezugsfertig sein. Ich (be)wundere mich selbst ein bisschen, wie es meine Entschlusskraft geschafft hat, besorgtes, träges Anhaften zu überwinden, um nach über 50 Jahren Gewohntes und Bequemes hinter mir zu lassen. Geholfen haben mir wahrscheinlich frühere Aufbruchserfahrungen, wenn ich fast keinen Ausweg aus der gegenwärtigen Misere mehr sah.
Mit 22 Jahren kündigte ich nach vier Jahren meine schlecht bezahlte Stelle bei einer französischen Bank in Saarbrücken, um als „Mother’s help“ in London besser Englisch zu lernen. Ich hatte den Plan, Flugbegleiterin (damals: Stewardess) zu werden. Das verwirklichte sich (zum Glück) nicht, weil sie mich zu klein und meine Handgelenke zu schwach fanden. Als Trost sagte die Prüferin: „Sie haben eine künstlerische Begabung.“
Damit konnte ich wenig anfangen und bewarb mich bei den Röchling’schen Eisen- und Stahlwerken in Völklingen als Betriebssekretärin in den Kohlenwertstoffbetrieben. Mein ehemaliger Chef bei der Bank hatte mir diesen Tipp gegeben und für mich im Personalbüro angerufen. Ich hätte auch als seine Sekretärin bei der Dresdner Bank anfangen können, doch Bank interessierte mich nicht mehr. Außerdem rauchte Herr Hell Zigarre, was ich schlecht vertrug, so sympathisch er mir sonst war.
Die Völklinger Hütte hatte einen gewissen Nimbus damals im Saarlan