: Ursula Guthörl
: Mit 82 nach Berlin Aufbruch in ein neues Leben. Erinnerungen und Erfahrungen
: Frieling-Verlag Berlin
: 9783828038653
: 1
: CHF 10.60
:
: Lebenshilfe, Alltag
: German
: 216
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als sich die lebenslustige Ursula mit Anfang achtzig entschließt, ihre Zelte in Luxemburg abzubrechen und nach Berlin zu ziehen, erntet sie Erstaunen und Anerkennung. Für die alterslose Frau, die neugierig auf die Zukunft ist, nie aufhört, Pläne zu schmieden, und sich optimistisch den Veränderungen des Lebens stellt, ist dieser Umzug nur eine weitere Aufbrucherfahrung in ihrem erkenntnisreichen Leben. In Form eines Tagebuchs beschreibt Ursula den Abschied von Luxemburg sowie ihren neuen Lebensabschnitt in Berlin und lässt dabei ihre Gedanken immer wieder auch in die Vergangenheit schweifen. Ursula blickt zurück auf ihre Begegnungen mit der Liebe, betrachtet das Leben und die Menschen, die ihren Lebensweg gekreuzt haben, und reflektiert darüber, wie sehr die indische Philosophie ihr Denken und ihr spirituelles Sein geprägt hat. Die Lebensfreude, die in Ursulas Worten und Schilderungen steckt, ist geradezu ansteckend. Wer die Ansicht vertreten sollte, dass man mit achtzig zum"alten Eisen" gehöre und Veränderungen scheuen müsse, wird eines Besseren belehrt.

Die gebürtige Saarländerin Ursula Guthörl arbeitet nach ihrem Handelsschulabschluss zunächst als Fremdsprachen-Sekretärin. 1965 erfolgt der Umzug nach Luxemburg, wo sie bis 1998 bei der Europäischen Kommission tätig ist. In der Zeit von 1981 bis 1984 gewährt sie sich eine Erholungspause, die sie im Umfeld des Sri Aurobindo Ashrams in Pondicherry (Auroville/Südindien) verbringt. Heute lebt und schreibt die Autorin in Berlin.

VORWORT

Mit 77 habe ich beschlossen, im Alter von 80 von Luxemburg nach Berlin zu ziehen, denn dann wird, falls alles gut geht, meine neue Eigentumswohnung bezugsfertig sein. Ich (be)wundere mich selbst ein bisschen, wie es meine Entschlusskraft geschafft hat, besorgtes, träges Anhaften zu überwinden, um nach über 50 Jahren Gewohntes und Bequemes hinter mir zu lassen. Geholfen haben mir wahrscheinlich frühere Aufbruchserfahrungen, wenn ich fast keinen Ausweg aus der gegenwärtigen Misere mehr sah.

Mit 22 Jahren kündigte ich nach vier Jahren meine schlecht bezahlte Stelle bei einer französischen Bank in Saarbrücken, um als „Mother’s help“ in London besser Englisch zu lernen. Ich hatte den Plan, Flugbegleiterin (damals: Stewardess) zu werden. Das verwirklichte sich (zum Glück) nicht, weil sie mich zu klein und meine Handgelenke zu schwach fanden. Als Trost sagte die Prüferin: „Sie haben eine künstlerische Begabung.“

Damit konnte ich wenig anfangen und bewarb mich bei den Röchling’schen Eisen- und Stahlwerken in Völklingen als Betriebssekretärin in den Kohlenwertstoffbetrieben. Mein ehemaliger Chef bei der Bank hatte mir diesen Tipp gegeben und für mich im Personalbüro angerufen. Ich hätte auch als seine Sekretärin bei der Dresdner Bank anfangen können, doch Bank interessierte mich nicht mehr. Außerdem rauchte Herr Hell Zigarre, was ich schlecht vertrug, so sympathisch er mir sonst war.

Die Völklinger Hütte hatte einen gewissen Nimbus damals im Saarlan